Donnerstag, den 20. Juli 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Lastenfahrrad statt Transporter

Ökologische Zustellung | Die KEP-Unternehmen DPD und GLS setzen unter wissenschaftlicher Leitung der Technischen Hochschule Nürnberg Lastenräder in der Innenstadt und in einem Wohngebiet von Nürnberg ein (Bild). Unterstützt wird das Projekt vom Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Bau und Verkehr sowie von der IHK Nürnberg für Mittelfranken und der Stadt Nürnberg. Der offizielle Startschuss zum Praxistest fiel am 16. März 2017 in Nürnberg.


Bildartikel zu 042017_MA_Lastenfahrrad_Bild.JPG

Staatsminister Joachim Herrmann (links) und Christian Vogel , 2. Bürgermeister Stadt Nürnberg (rechts) zum Projektstart auf dem Nürnberger Marktplatz.

Das „Pilotprojekt zur nachhaltigen Stadtlogistik durch KEP-Dienste mit dem Mikro-Depot-Konzept auf dem Gebiet der Stadt Nürnberg“ schreitet weiter voran und testet ab jetzt, wie Lastenfahrräder die sogenannte letzte Meile optimieren.
Nach den überzeugenden Ergebnissen der ersten Projektphasen haben sich die Projektpartner entschieden, das Mikro-Depot-Konzept auch in der Praxis auf Herz und Nieren zu prüfen. Dazu haben DPD und GLS in mehrere Lastenfahrräder investiert und dezentrale Umschlagpunkte im Zustellgebiet eingerichtet. Der Praxistest wird in den nächsten Monaten zeigen, ob die berechneten ökonomischen und ökologischen Einsparungen auch in der Realität zutreffen.

Die Problematik der Anlieferung in der Fußgängerzone

 Positiv zum Projektauftrag äußert sich der 2. Bürgermeister der Stadt Nürnberg : „Die Nürnberger Innenstadt beherbergt eine der größten zusammenhängenden Fußgängerzonen in Deutschland. Damit verbunden ist die Problematik der Anlieferung insbesondere der kleinen Ladengeschäfte, die durch die Vielfalt des Angebots den besonderen Reiz der Innenstadt ausmachen. Damit die Fußgängerzone ihren Namen zu Recht trägt, ist die Belieferung mit Kraftfahrzeugen nur bis 10:30 Uhr zugelassen. Mit Rücksicht auf die Nutzer gehen wir mit Ausnahmegenehmigungen restriktiv um. Mit dem neuen Konzept der Lastenfahrräder kann den Wünschen der Ladner und den Bedürfnissen der Bewohner ideal und nachhaltig entsprochen werden.“

Die Wirtschaftlichkeit des Konzeptes wurde bereits nachgewiesen

Laut Prof. Dr. Ralf Bogdanski von der Technischen Hochschule Nürnberg wurden anhand umfangreicher Datenerhebungen eine systematische stadtgeografische Vorauswahl für geeignete Zustellgebiete definiert. „Durch anschließende Zeitreihenanalysen der Sendungsstrukturen in diesen Gebieten konnten wir die Wirtschaftlichkeit des Konzeptes nachweisen – bei einem Ersetzungsgrad konventioneller Zustellfahrzeuge durch Lastenfahrräder in Höhe von nahezu 1:1“, erläutert der Wissenschaftler und ergänzt: „Dies hat sich in zahlreichen Fahrversuchen bestätigt. Die Ausweitung auf weitere Zustellgebiete ist infolge der bisher gewonnenen positiven Ergebnisse in Arbeit. Das Ziel ist, in den derzeitigen Zustellgebieten bis zu sieben konventionelle Zustellfahrzeuge zu ersetzen, das spart voraussichtlich 65 kg Stickoxide, 8 kg Feinstaub und 56 t Treibhausgase jährlich ein. Weitere Vorteile des Konzeptes sind der geringere Verkehrsflächenbedarf der Lastenräder (z.B. kein Parken in zweiter Reihe), der Entfall von Lärmemissionen und eine positive Resonanz seitens der Bevölkerung“.