Mittwoch, den 24. Mai 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Logistik 4.0: Autonom disponieren

Visionen | Die initions AG hat jetzt unter dem Namen ROAD ein Forschungsprojekt initiiert, in dessen Rahmen das Transportmanagementsystem Opheo zu einem autonomen selbstdisponierenden System weiterentwickelt werden soll (Bild). Ziel ist, dass die Software den Tourenplan anhand der eingehenden Telematikmeldungen und Auftragsänderungen automatisch anpasst und der Disponent nur noch in Ausnahmefällen eingreift.


Dank OPHEO soll der Disponent nur noch in Ausnahmefällen eingreifen müssen.

Dank OPHEO soll der Disponent nur noch in Ausnahmefällen eingreifen müssen.

ROAD steht für „Rollierende automatische Lkw-Disposition mit vorausschauendem Störungsmanagement“ und wird gemeinsam mit dem Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Hamburg durchgeführt. Metaheuristische Optimierungsverfahren spielen bei ROAD eine Schlüsselrolle. Finanziell gefördert wird das bis zum Jahr 2018 laufende Projekt durch die Hamburgische Investitions- und Förderbank.
Bislang sind Lkw-Disponenten beim Einschätzen von Störungen und deren Auswirkungen auf die Tourenplanung auf sich gestellt. Sie müssen oft auf Basis unzureichender Informationen entscheiden, ob und wann ein manuelles Umplanen erforderlich ist. Angesichts des hektischen Tagesgeschäfts und des hohen Zeitaufwands werden Planänderungen jedoch meist zu spät oder gar nicht vorgenommen. Verspätungen, Lenkzeitüberschreitungen und Sonderfahrten sind die Folgen.
Genau hier setzt das Forschungsprojekt ROAD an: Künftig soll Opheo Störungen wie Staus oder Verzögerungen bei der Abfertigung automatisch erfassen und deren Auswirkungen auf den weiteren Tagesverlauf bewerten. Als Datenlieferanten fungieren die in den Lkw installierten Telematikgeräte. Wenn Opheo die Auswirkungen als kritisch einstuft, werden die betroffenen Touren mit Hilfe eines metaheuristischen Optimierungsverfahrens automatisch umgeplant. Ein Eingreifen des Disponenten ist dann nicht mehr erforderlich. Damit diese kurzfristige rollierende Planung funktioniert, wird im Rahmen von ROAD ein neuer Optimierungsalgorithmus entwickelt, der für kurze Rechenzeiten sorgen soll.

 Qualität der Tourenplanung

„Das vollautomatische Interagieren und Entscheiden des Gesamtsystems aus Tourenplanungssoftware und Telematik treibt das Thema Logistik 4.0 noch einmal einen weiteren Schritt voran“, betont der Vorstandsvorsitzende der initions AG Dr. Stefan Anschütz. ROAD werde die Qualität der Tourenplanung erheblich steigern, während Verspätungen und gefahrene Kilometer minimiert werden. Mit den gefahrenen Kilometern würden „natürlich auch der Dieselverbrauch, die CO2-Emissionen und das Verkehrsaufkommen sinken“, so Anschütz.
Der Einsatz metaheuristischer Optimierungsverfahren zur Lösung logistischer Planungsprobleme war Schwerpunkt der wissenschaftlichen Arbeit von ROAD-Projektleiter Dr. Sebastian Friedrich, der bei der initions AG den Bereich Mathematische Optimierung leitet. Das Institut für Wirtschaftsinformatik der Universität Hamburg wird in das Projekt sein Know-how aus zahlreichen anderen Forschungsprojekten zur Tourenplanung einbringen.

Autoren

 Marcus Walter

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