Donnerstag, den 17. August 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Eine Top-Adresse der Intralogistik

Leistungsschau | Die 15. Internationale Fachmesse für Distribution, Material- und Informationsfluss endet 2017 mit Rekordzahlen bei Ausstellern, Ausstellungsfläche und Besucherzuspruch – und positioniert sich mit Ergebnis und Ausstellerangebot im internationalen Wettbewerb als wichtige Adresse für Intralogistik und Supply Chain Management (Bild 1).


Bild 1 LogiMAT 2017: So viele Aussteller wie nie zuvor, eine maximale Flächenbelegung des Stuttgarter Messegeländes und ein Besucheransturm von mehr als 50 000 Logistikexperten.

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LogiMAT 2017: So viele Aussteller wie nie zuvor, eine maximale Flächenbelegung des Stuttgarter Messegeländes und ein Besucheransturm von mehr als 50 000 Logistikexperten.

So viele Aussteller wie nie zuvor, eine maximale Flächenbelegung des Stuttgarter Messegeländes und ein Besucheransturm von mehr als 50 000 Logistikexperten.
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Bild 2
Messechef Peter Kazander: „An den drei Messetagen kamen 50 187 Fachbesucher nach Stuttgart – . Das sind 6 700 oder 15,4 % mehr als im vergangenen Jahr.“

„Nach dem phantastischen Ergebnis des Vorjahres mit einer Steigerung um fast 25 % bei den Besucherzahlen war ein weiteres so deutliches Wachstum im zweistelligen Prozentbereich nicht unbedingt zu erwarten“, erklärt Messeleiter Peter Kazander, Geschäftsführer der Euroexpo Messe- und Kongress-GmbH, München (Bild 2). Und tatsächlich können sich die aktuellen Zahlen sehen lassen: 1 384 Aussteller (+8,1 % gegenüber dem Vorjahr) – davon fast jedes vierte Unternehmen (+24,6 %) aus dem Ausland – belegten mit 102 100 m² (+7,0 %) in diesem Jahr erstmals mehr als 100 000 m² Ausstellungsfläche. Im kommenden Jahr wird die neue Halle 10 auf dem Stuttgarter Messegelände der LogiMAT weitere rund 15 000 m² bieten. Besonders erfreut zeigte Kazander sich über die weiter deutlich gestiegenen Besucherzahlen, „dem Gradmesser für den Stellenwert einer Messe“. An den drei Messetagen kamen 50 187 Fachbesucher (+15,4 %) nach Stuttgart – 6 701 mehr als im vergangenen Jahr.
Die Daten der Besucherbefragung wurden vom unabhängigen Baseler Marktforschungsinstitut Wissler & Partner erfasst. Den Zahlen des Instituts zufolge war der Anreiseweg bei jedem dritten Fachbesucher (32,8 %) länger als 300 km. Knapp 20 % der Messebesucher reisten aus dem Ausland an. 52 % des Fachpublikums kamen als Entscheider kleinerer und mittelständischer Unternehmen (KMU) nach Stuttgart, etwa 42,6 % mit konkretem Investitionsbedarf. Jeder vierte Fachbesucher (24,1 %) erteilt auf oder nach der LogiMAT entsprechende Aufträge. In der Gesamtbewertung gaben 75,8 % der Messebesucher der Intralogistikmesse die Schulnoten 1 und 2.

Neue Unternehmensstrukturen

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Bild 3
SSI-Chef Rudolf Keller berichtete in Stuttgart über eine bereits Anfang 2017 erfolgte Bündelung der IT-Kompetenz der Standorte seines Unternehmens in Deutschland und Österreich.

Zu den Ausstellern der diesjährigen Fachmesse zählte SSI Schäfer. Im Rahmen einer Pressekonferenz berichtete SSI-Chef Rudolf Keller (Bild 3) über eine bereits Anfang 2017 erfolgte Bündelung der IT-Kompetenz seiner Standorte in Deutschland und Österreich in der SSI Schäfer IT Solutions GmbH. Damit werde man der gestiegenen Bedeutung von Software innerhalb des Unternehmens gerecht. Dies komme auch dem Kunden zugute. Keller: „Wir richte unsere Organisation künftig nach den Marktsegmenten unserer Kunden aus und bilden dafür kleine Unternehmen innerhalb des Unternehmens, um flexibel auf Kundenanforderungen reagieren zu können.“ Dies führe zu einer vertikalen Integration der Systeme, da jede Intralogistik-Lösung unmittelbar mit Software und Prozessen verbunden wird. Momentan beschäftige die neue GmbH bereits 700 Mitarbeiter, Ende dieses Jahres sollen es bereits 800 sein.

Dynamik und Wirtschaftlichkeit in der Hochregalvorzone

Auf dem Messestand der Dambach Lagersysteme GmbH konnten sich die Besucher über automatische Lagersysteme, Regalbediengeräte bis 45 m Höhe mit eigenen Teleskopgabeln, Shuttle für ein Traggewicht von 1 500 kg und Palettenfördertechnik informieren. Dabei war zu erfahren, dass die Regalbediengeräte mit einer Energierückgewinnung ohne Netzrückspeisung ausgestattet werden können. Zur Energiespeicherung werden Power Caps eingesetzt, welche die Leistungsspitzen abfedern. Neben einer Reduzierung des Energieverbrauchs um 30 % kann bei konsequenter Umsetzung der Technologie die Installation der Netzeinspeisung um 80 % reduziert werden. Darüber hinaus werden bei Dambach Power Caps bei Shuttle und Verteilwagen eingesetzt mit dem Ergebnis einer kompakten Bauweise und ebenfalls einer Ersparnis bei der Installationstechnik. Die Schleifleitungen entfallen, die Energieübertragung erfolgt an definierten Punkten in wenigen Sekunden.

Kompakt und wendig

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Bild 4
Crown stellte in Stuttgart unter anderem den neuen Elektro-Hubwagen WP 3010 vor.

Crown präsentierte in Stuttgart unter anderem eine Erweiterung seiner WP 3000 Hubwagenserie (Bild 4). Beim neuen Elektro-Hubwagen WP 3010 handelt es sich laut Hersteller um ein besonders kompaktes und wendiges Gerät, das mit einem Eigengewicht von 275 kg besonders leicht, aber dennoch leistungsfähig und robust ist. Der neue Hubwagen verfügt über eine Tragfähigkeit von bis zu 1,6 t und ist so konstruiert, dass er problemlos im noch verbleibenden Raum eines voll beladenen LKWs untergebracht werden kann. Alternativ lässt er sich in einer Transportbox unterhalb des Fahrzeugs mitnehmen. Das Kraftpaket lässt sich auf engstem Raum manövrieren, hält aufgrund robuster Stahlabdeckungen Kollisionen dauerhaft stand und wird so den verschiedensten anspruchsvollen Aufgaben gerecht, wie beispielsweise in der Getränke-, Lebensmittel- und Logistikbranche.

In Zukunft macht die Drohne Inventur

Durch den Einsatz von Drohnen kann sich die Inventur von Lagerbeständen in Zukunft radikal vereinfachen. Auf der LogiMAT stellte Linde MH den Prototyp einer solchen Inventurdrohne vor. Durch die Kopplung der Drohne mit einem automatisierten Hochhubwagen sind dauerhafte Energieversorgung und Ortung in der Halle garantiert. Die „Flybox“ von Linde robotics und Balyo ist etwa 50 cm groß und mit sechs Rotoren, Kamera, Barcode-Scanner und Telemeter ausgestattet. Sie fliegt senkrecht vor dem Regal nach oben, macht von jedem Palettenstellplatz ein Foto, erfasst die Barcodes der gelagerten Waren. Ist die Drohne an der obersten Regalebene angelangt, bewegt sie sich gemeinsam mit dem Fahrzeug um eine Regalposition weiter nach rechts oder links, um ihren Dokumentationsprozess nun von oben nach unten fortzusetzen. Dann geht es erneut eine Position weiter und wieder nach oben – immer weiter, in Wellenformen, bis das gesamte Regal und alle dort gelagerten Paletten von der Drohne erfasst und die Informationen an den Computer übertragen sind. Dort werden sie dokumentiert und können jederzeit mithilfe einer Anwendungssoftware abgerufen werden, die am Bildschirm die Regalposition mit dazugehörigem Barcode und Foto zeigt. Bei der in Stuttgart vorgestellten Drohne handelt es sich um einen Prototyp. Die Markteinführung der „Flybox“ ist frühestens 2018 geplant.

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Drei ausgezeichnete...

... „Beste Produkte 2017“

Zum 14. Mal wurden auf der LogiMAT im Rahmen der feierlichen Eröffnung herausragende Produkte und Lösungen von Ausstellern mit dem Preis „Bestes Produkt“ ausgezeichnet. Zu den Innovationen zählt ein Hybrid-TAG, der die unterschiedlichsten Funkstandards abdeckt, ein Software-System, mittels dem sich der Zustand von Intralogistik-Anlagen permanent überwachen lässt und ein Kommissionierroboter, der höchste Leistung, maximale Flexibilität und fehlerfreie Kommissionierung in einem System vereint. Alle drei Produkte erfüllen die Kriterien nach Rationalisierung, Kostenersparnis und Produktivitätssteigerung und wurden von der 7-köpfigen Fach-Jury aus Wissenschaftlern und Fachjournalisten nach einem aufwendigen Bewertungsverfahren aus mehr als einhundert Bewerbungen ausgewählt.
In der Kategorie „Kommissionier-, Förder-, Hebe-, Lagertechnik“ ging der Preis an die Knapp AG, Hart bei Graz für den Kommissionierroboter „Pick-it-Easy Robot“. Dabei handelt es sich um eine vollautomatische Kommissionierstation, die sich vor allem für die Bearbeitung des langsam- bis mitteldrehenden Artikelspektrums eignet. Im dauerhaften Einsatz erzielt „Pick-it-Easy Robot“ eine deutliche Produktivitätssteigerung bei gleichbleibend hoher Qualität gegenüber einer manuellen Kommissionierung. Ein ideal gestalteter manueller Ware-zur-Person-Arbeitsplatz ermöglicht eine Kommissionierleistung von bis zu 1 000 Artikel pro Stunde.
In der Kategorie „Software, Kommunikation, IT“ gewann die Swisslog AG mit der Softwarelösung „Condition Monitoring“. Dabei wird die Mechanik von Intralogistik-Neuanlagen mit moderner Sensorik auszustatten, um den Zustand aller eingesetzten Lagerelemente durch Messungen, Visualisierung und moderne Analysemethoden stetig zu überwachen. Daraus ergibt sich über einen gewissen Zeitraum hinweg ein klares Bild, welche Komponenten im Lager zum Beispiel besonders verschleißanfällig sind und es können wartungsbedingte Ausfallzeiten auf das erforderliche Minimum reduziert werden. In der Kategorie „Identifikation, Verpackungs- und Verladetechnik, Ladungssicherung“ ging der Preis an das Start-Up Unternehmen conbee GmbH, Wehrheim für den „LoRa/BLE Hybrid-TAG“. Der Hybrid-TAG basiert auf LoRa und BT-4.1-Spezifikation mit Reichweiten von 1 m bis zu 25 km. Er verfügt über Authentifizierungs-Funktionen, ist fälschungssicher und kann mit diversen Sensoren wie z.B. 3D-Beschleunigungs- und Temperatur-, Lichtsensor, sowie Magnetometer ausgestattet werden. Er meldet in definierbaren Intervallen oder Ereignis gesteuert, selbstständig nach Anforderung seine Identifikationsnummer, Temperatur-, Bewegungs-, Licht- und Beschleunigungsdaten, sowie Batteriestatus und Position. Er verfügt über GNSS Positionsdaten, die via Smartphone/Tablet oder Gateway-Anbindung ausgelesen werden können.

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