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Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Digitales Transportmanagement mit großem Potenzial für alle Partner

Transportmanagementsysteme |Integrierte Transportmanagement-Lösungen erfahren in den letzten Jahren eine zunehmend stärkere Bedeutung innerhalb des Supply-Chain-Managements. Im Rahmen der Digitalisierung vernetzen Transportmanagementsysteme (TMS) in ihrer Funktion als Informationsdrehscheibe die ERP-Systeme von Verladern nicht nur mit den Speditionssystemen von Transportdienstleistern, sondern auch mit der jeweiligen Transporteinheit. Sie haben damit das Potenzial, die bisherigen Geschäftsmodelle der großen Logistik-Integratoren in Frage zu stellen.


Bild 1 Funktionen eines Transportmanagementsystems.

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Funktionen eines Transportmanagementsystems.

Die als „Digitale Revolution“ gefeierte Vernetzung und Integration von IT-Systemen in der Wertschöpfungskette hatte im Bereich des Transportwesens bisher eher einen evolutionären als revolutionären Charakter. Die ersten brauchbaren und breit einsetzbaren IT-Systeme im Transportbereich waren stark mit der Einführung des PC in den 80er-Jahren verknüpft. Erste transportrelevante Anwendungen basierten noch auf der Nutzung von Datenbanken mit Entfernungswerken und Tarifen zur Transportpreiskalkulation, nach dem Aufkommen von digitalen Straßenkarten Anfang der 90er-Jahre entwickelten sich dann Routenplaner sowie Tourenplanungssysteme.
Die zunehmende Integration in Enterprise-Resource-Planning (ERP)-Systeme wie SAP oder Oracle seit Anfang der 2000er-Jahre erlaubte auch schon ein erstes integriertes Transportmanagement. In dessen Rahmen konnten für im ERP-System angelegte Lieferungen auch Transporte geplant und notwendige Dokumente erzeugt werden. Ebenso begannen auch einige Jahre später elektronische Frachtenbörsen mit ihrer dynamischen Entwicklung.

Transportmanagementsystem als digitaler Informations-Hub

Wenn man die Digitalisierung als Integration verschiedener IT-Systeme interner und externer Partner über die Wertschöpfungskette hinweg versteht, kommen moderne TMS dieser Definition bereits dann schon sehr nahe, wenn diese z. B. das ERP-System eines Verladers mit den IT-Systemen der von ihm beauftragten Transportdienstleister und ggf. auch der Warenempfänger verbinden können, um Lieferungen und Transporte unternehmensübergreifend abzustimmen und zu planen (Bild 1).
Von der technischen Seite her erfolgt der Datenaustausch bei einer großen Zahl von Transaktionen und längerfristigen Geschäftsbeziehungen dabei oftmals über EDI-Verbindungen. Bei geringeren Volumina oder spontaneren Marktbeziehungen werden eher in das TMS integrierte internetbasierte Portallösungen bevorzugt. Insbesondere bei einer größeren Zahl von eingesetzten Transportdienstleistern kann dabei der Implementierungsaufwand auf beiden Seiten gering gehalten und die technische Anbindung deutlich beschleunigt werden.

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Autoren

 Thomas C. Becker

Senior Manager der Unternehmensberatung BearingPoint GmbH in Düsseldorf.

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