Donnerstag, den 19. Oktober 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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VDI-GPL auf dem Weg zur Industrie 4.0

Interview | Industrie 4.0, die fortschreitende Digitalisierung und der anhaltende Automatisierungstrend wirken sich spürbar auf die Intralogistik aus. Vor diesem Hintergrund arbeitet die VDI-GPL an neuen Inhalten, in denen sich die Veränderungen der Branche widerspiegeln. Im Anschluss an die Beiratssitzung, die am 5. April im Vorfeld des Materialfluss-Kongresses in Garching stattfand, sprachen wir daher mit Gregor Blauermel, Vorsitzender des VDI-GPL Fachbeirats 3, über die notwendigen Anpassungsprozesse in seinem Gremium (Bild).


Gregor Blauermel, Vorsitzender des VDI-GPL Fachbeirats 3.

Gregor Blauermel, Vorsitzender des VDI-GPL Fachbeirats 3.

LfU: Herr Blauermel – die Technische Logistik wird derzeit von zahlreichen technologischen Entwicklungen geprägt. Wie stellt sich die VDI-GPL auf diese Änderungen ein?
Blauermel: Tatsächlich beschäftigen wir uns sehr intensiv mit diesen Themen. Schließlich wollen wir auch in Zukunft einerseits attraktiv bleiben für unsere Mitglieder und auf der anderen Seite unserem gesellschaftspolitischen Auftrag nachkommen. Dazu müssen wir aufklären, informieren und einen Ordnungsrahmen spannen. Gerade beim Thema Industrie 4.0 sehe ich diesbezüglich großen Handlungsbedarf.
LfU: Wie meinen Sie das?
Blauermel: Die Diskussion während unserer Beiratssitzung hat recht spannende Ergebnisse geliefert. Es wurde schnell deutlich, dass es Industrie 4.0 – so wie wir den Begriff definieren – in der Praxis noch gar nicht gibt. Wir reden momentan sehr viel über einzelne Elemente, die sich möglicherweise zu einem späteren Zeitpunkt zu einem Ganzen zusammenfügen werden. Doch benötigen wir dafür zwingend ein softwaretechnisches Ökosystem das es uns erlaubt, diese einzelnen Elemente sinnvoll miteinander zu verknüpfen. Diese Entwicklung ist aus meiner Sicht aber noch lange nicht abgeschlossen. Und gerade an diesem Punkt muss die Industrie aufpassen, dass nicht plötzlich ein branchenfremdes Unternehmen auftaucht und hierfür Lösungen anbietet.
LfU: Sind mit den branchenfremden Unternehmen die Branchenriesen Apple und Google gemeint?
Blauermel: Vielleicht – aber vielleicht gibt es dieses Unternehmen auch noch gar nicht. Ich denke da eher an disruptive Ansätze, die ja auch schon andere Branchen verändert haben. Wenn es um Logistiksoftware geht, brauchen wir in Deutschland den internationalen Vergleich heute nicht zu scheuen. Ich glaube nur, dass wir hier von allen Beteiligten mehr Offenheit für die Integration Ihrer Systeme in ein Gesamtsystem benötigen – jeder für sich mit jeweils eigenen Lösungen wird wahrscheinlich nicht funktionieren.

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