Sonntag, den 23. April 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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3D-Matrix erhöht Flexibilität und Effizienz

Neue Dialogmuster für SAP EWM

So übernimmt Wamas im Logistikzentrum von Karl Storz die gesamte Materialflusssteuerung und Visualisierung. Über die von SSI Schäfer eingerichtete Schnittstelle wurden die Funktionsumfänge von SAP EWM derart erweitert, dass sämtliche Automationssysteme und Prozesse im neuen Logistikzentrum in SAP EWM abgebildet und direkt aus dem IT-System gesteuert werden können. „Aufgrund der neuen Prozesse waren einige Erweiterungen für SAP EWM erforderlich“, sagt Oliver Schneidereit, zuständiger SAP-Projektleiter bei SSI Schäfer. So mussten neue, anlagenspezifische Transportaufträge angelegt werden. Darüber hinaus entwickelten die SAP-Spezialisten von SSI Schäfer neue Dialogmuster für die Wareneingangsbearbeitung, Kommissionierung und Packplätze und überführten diese schließlich in bedienerfreundliche Benutzeroberflächen und Layouts für die Bildschirmmasken der jeweiligen Storz-Mitarbeiter.
Inzwischen arbeitet das Logistikzentrum von Karl Storz im Volllastbetrieb. Mehr als 22 000 verschiedene Artikel von kleinen Instrumenten für die minimalinvasive Chirurgie über mittelgroße Komponenten wie Leuchten bis hin zur Ausstattung ganzer Operationssäle im Projektgeschäft sind in Neuhausen gelagert. Der Durchsatz liegt bei 6 000 Lieferscheinpositionen pro Tag. 700 Packstücke entsprechend 450 Sendungen verlassen täglich das Logistikzentrum. Dabei ist die aktuelle Anlagen- und Fördertechnikkapazität auf bis zu 1 600 Ein- und 1 500 Auslagerungen pro Stunde ausgelegt. „Neben der Prozessoptimierung bei Lagerung und Kommissionierung sollte der Neubau künftig alle Vertriebskanäle, so auch den E-Commerce, optimal bedienen können“, erklärt Scheurle. „Dies war eine Frage der Auftragsfertigungszeiten. Mit der Lösung von SSI Schäfer haben wir den Zeitaufwand insbesondere bei Großaufträgen halbiert. Jetzt können wir den Anteil unserer Expresslieferungen und damit unsere Servicequalität und Wettbewerbsfähigkeit deutlich ausbauen.“
Die Basis dafür legt zu weiten Teilen die Anlagenkonzeption nach der 3D-Matrix Solution. Die technologische Besonderheit bildet das Mehrebenen-Shuttle Navette. „Konzeption und Lagerfahrzeug markieren einen Innovationssprung in der Anlagentechnik hochdynamischer Lagersysteme“, urteilt Christoph Müller, Projektleiter SSI Schäfer. Denn einerseits trennt die patentierte 3D-Matrix Solution von SSI Schäfer konsequent die Arbeitsprozesse auf den drei Achsen im Lagerspeicher. Die Transportprozesse finden völlig unabhängig voneinander statt. „Das überführt die Dynamik der eingesetzten Geräte direkt in Effizienzsteigerungen der Gesamtanlage“, so Müller.

Bis zu vier Behälter mit nur einem Lastspiel

Zum anderen baut die 3D-Matrix auf ein dynamisches Stellplatz-Bedien- und Transportgerät: das Navette. Das Gerät arbeitet auf separat abgeschlossenen Fahrebenen im Regal. Durch eine integrierte Hubeinrichtung umfasst der Aktionsradius pro Gerät 4 Lagerebenen in der Höhe einer Gasse.

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Bild 2
Das Navette bewegt mit einem Lastspiel gleichzeitig 4 Behälter, mit denen in einem Arbeitsgang Stellplätze auf 2 Lagerebenen bedient werden können.

Die Länge der Fahrebenen ist frei wählbar. Weiteres markantes Merkmal der Geräte sind ihre zwei übereinander angeordneten Lastaufnahmemittel (LAM). Ihr Abstand zueinander entspricht dem Abstand zweier Regalebenen. Dabei kann jedes LAM zwei Behälter transportieren. In Summe bewegt das Navette bei Karl Storz mit einem Lastspiel also gleichzeitig vier Behälter, mit denen in einem Arbeitsgang Stellplätze auf zwei Lagerebenen bedient werden können (Bild 2).
Mit diesen Konstruktions- und Leistungsmerkmalen sorgt allein der Navette-Einsatz im Lagerspeicher für höchste Effizienz und Leistungskennzahlen. „Darüber hinaus sind alle in der 3D-Matrix Solution eingesetzten Transportgeräte lokal, quantitativ und leistungsbezogen skalierbar“, erklärt Projektleiter Müller. „Die eingesetzten Transportmedien lassen sich je nach Bedarf in nahezu beliebiger Anzahl und Anordnung in den Lagerspeicher einbringen.“

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