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Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Parameter sachlich analysieren

Bilanzierung | Für Unternehmen jeder Größe ist eine neue Logistikanlage ein komplexes Investitionsgut. Die Hersteller der einzelnen Gewerke sprechen gerne über spektakuläre Höchstleistungen und eindrucksvolle technische Neuheiten. Einmal in Euphorie versetzt, verlieren Kunden leicht den Blick für das große Ganze. Dabei sind es gerade die Gesamtbetriebskosten, die über den technischen Nutzen einer Anlage entscheiden. Aufgabe eines unabhängigen Generalunternehmers ist es daher, möglichst viele Parameter in die Kostenkalkulation für den kompletten Lebenszyklus einfließen zu lassen und durch flexible Lösungen Investitionssicherheit zu schaffen.


Bild 1 Eine gründliche Kalkulation lohnt sich, denn viele Kosten für eine Logistikanlage sind zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe noch nicht bekannt.

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Eine gründliche Kalkulation lohnt sich, denn viele Kosten für eine Logistikanlage sind zum Zeitpunkt der Auftragsvergabe noch nicht bekannt.

TCO, das sind die drei Buchstaben, die jeden Logistikverantwortlichen bei seinen Entscheidungen leiten sollten und die in Deutschland doch noch zu wenig Aufmerksamkeit erhalten. Sie stehen für Total Cost of Ownership, die Gesamtbetriebskosten einer Logistikanlage. Im Zuge der Industrie 4.0 und des Omnichannel-Handels gewinnt TCO zunehmend an Bedeutung und stößt Diskussionen an, die die Grundlagen einer zeitgemäßen Intralogistik berühren. Denn wenn neue Fertigungsprozesse und Einkaufsstrategien in immer kürzeren Zeitintervallen die Logistik von Unternehmen verändern, kommt es auf intralogistische Gesamtlösungen an, die kosteneffizient arbeiten und sich gleichzeitig flexibel anpassen lassen. Diesen Spagat müssen Generalunternehmer heute leisten, um ihre Kunden nicht nachträglich mit horrenden Zusatzkosten zu belasten, weil das Logistiksystem zu starr auf ein Ausgangsszenario festgelegt ist (Bild 1). Dabei sollte die Branche ehrlich bleiben: Die Gesamtbetriebskosten einer Logistikanlage, die auf einen Betrieb von 20 Jahren ausgelegt ist, lassen sich nie auf den Euro genau beziffern. Dazu hat die Logistik zu viele Schnittstellen, die sich jederzeit verändern können. Die Wahl der Systempartner basiert letztlich auf Vertrauen. Wofür der Markt aber mehr Sensibilität benötigt, ist eine vielfältige Kostenkalkulation, in die möglichst viele Einzelfaktoren einfließen. Vor allem herstellerunabhängige Generalunternehmer können die Parameter der TCO sachlich analysieren und umfangreiche Ingenieurserfahrungen aus zahlreichen Projekten einbringen.

Die Faktoren einer Kostenkalkulation

Allgemein lassen sich fünf Hauptpunkte benennen, die bei der Planung einer neuen Logistikanlage zu berücksichtigen sind. Unter diesen Punkten sammelt sich jeweils eine Reihe weiterer Kosteneinflüsse. Die folgenden Aspekte liefern den Schlüssel für eine genauere Betrachtung:
• Allgemeine Prozesseffizienz
• Veränderungen im Prozessablauf
• Mitarbeiter
• Energieverbrauch
• Wartung  und  Instandhaltung

Einheitliche Steuerung schafft Effizienz

Prozesseffizienz erreichen Unternehmen natürlich zunächst durch ein Logistiksystem, das genau auf ihren Materialfluss zugeschnitten ist. Generalunternehmer mit der entsprechenden Ingenieurskompetenz haben die Möglichkeit, verschiedene Szenarien zu simulieren und im Emulator wirklichkeitsgetreu durchzuspielen.

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Autoren

Dr.-Ing. Ralf Lüning

Geschäftsführer der Unitechnik Systems GmbH

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