Mittwoch, den 24. Mai 2017
Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 3

SAP EWM in der Fashion-Logistik

Prozesssteuerung | Um die Wünsche der Konsumenten in einem schnelllebigen und zugleich anspruchsvollen Markt noch besser und effizienter erfüllen zu können, setzt s.Oliver, eines der erfolgreichsten Mode- und Lifestyle-Unternehmen Europas, auf die Vorteile einer ganzheitlichen SAP Systemintegration. Bei der Implementierung von SAP EWM vertraute s.Oliver auf die Expertise von IGZ, die SAP Ingenieure aus Falkenberg/OPf.. Gefragt war eine Lösung, die die dezentralen Lagerstrukturen vollumfänglich abdeckt und für höchste Durchsätze sorgt.


Als große Markenfamilie vereint die s.Oliver Group unterschiedliche Lifestyles, die sich in Brands wie s.Oliver, s.Oliver Black Label, Q/S designed by, Triangle, comma und Liebeskind Berlin ausdrücken. Der Mode-Konzern beschäftigt derzeit 7 800 Menschen und beliefert 10 500 POS (point of sale) weltweit. Als eigenständiges Logistik-Unternehmen innerhalb der Gruppe verantwortet die Freier Group Logistics GmbH & Co. KG, Rottendorf, deren Versorgung mit Textilien, Schuhen, Parfüms, Lizenzprodukten und Accessoires.
Für die Abwicklung der Logistik steht s.Oliver eine Gesamtfläche von 175 000 m² zur Verfügung, verteilt auf 16 Logistik-Center und acht Standorte. Die große Herausforderung besteht darin, pro Jahr und Lifestyle-Linie zwölf verschiedene Kollektionen zeitnah in den Verkauf zu bringen. Dadurch vervielfacht sich das von der Freier Group Logistics zu bewegende Warenvolumen saisonal, was bedeutet, dass rund 70 % der Waren einer Saison in lediglich zehn Tagen umgeschlagen werden müssen. Auch weitere Kennzahlen verdeutlichen, welch logistische Meisterleistung erbracht werden muss: Bis zu 600 000 Teile durchlaufen täglich den Warenausgang. Mehr als 90 Mio. Teile sind es pro Jahr, die Zahl der Anlieferungen im gleichen Zeitraum wird mit über 20 000 Belegen beziffert.

SAP EWM- und Logistik-Know-how gefordert

Bis zur Umstellung auf SAP EWM (Extended Warehouse Management) wurde der durchschnittlich rund 3 Mio. Teile umfassende Lagerbestand über erweiterte Funktionalitäten in einem 20 Jahre alten Non-SAP Warenwirtschaftssystem verwaltet. Belegorientierte Prozesse, die oftmals aufwendig organisatorisch unterstützt werden mussten, waren die Regel. Davon betroffen waren neben den Muster-, Vororder-, Kunden-, Werbemittel- und Restantenlagern auch Bereiche für das Handling von NOOSWarengruppen (= never out of stock).
Erklärte Zielsetzung war, unabhängig vom ERP- System die Tageslast in den Logistikzentren hochperformant und effizient abwickeln zu können. Sämtliche Logistikprozesse sollten in einem eigenständigen Lagerverwaltungssystem – jedoch mit voller Integration in die ERP Prozesse – abgebildet werden, um Transparenz über sämtliche Bestände zu erlangen sowie die Voraussetzungen für die mobile Datenerfassung, zu schaffen. Im Fokus stand eine standardisierte Lösung, die die Expansionsgeschwindigkeit des Unternehmens unterstützen sollte.
2011 fiel die Entscheidung, SAP EWM im Rahmen der Migration auf SAP ERP einzuführen. Auf der Suche nach einem Partner, der SAP EWM-Know-how sowie darüber hinaus ein breites branchenspezifisches Logistikverständnis und eine große Anzahl an Referenzen gleichermaßen in sich vereint, fiel die Wahl auf IGZ, das in Falkenberg/OPf. ansässige SAP Logistik- Projekthaus. Konfrontiert wurden die aus s.Oliver- und IGZ-Mitgliedern gebildeten, engen Expertenteams mit vielfältigen Fragestellungen, die das ehrgeizige Projekt skizzieren. Es galt nicht nur einen Lösungsansatz für ein Lager zu finden, das sich über mehrere Standorte verteilt. „Darüber hinaus war angesichts der gewünschten High-Performance-Verarbeitung von Lieferungen zu klären, wie sich innerhalb von nur zehn Minuten bis zu 6 000 Versanddokumente erzeugen lassen, ein unglaubliches Volumen“, erklärt Werner Hortig, Managing Director der Freier Group Logistics GmbH & Co. KG. Nicht zu unterschätzen war die Anforderung, im Zuge der Umstellung sowohl ein Non-SAP ERP als auch ein SAP ERP an SAP EWM anzubinden und mehrere Teilprojekte zu parallelisieren. Auch waren Antworten auf die Frage zu finden: „Wie testet man das alles, so dass die reale Logistik praxisnah abgebildet wird?“.

Sukzessive Umstellung und Optimierung

„Mit der Funktionsspezifikation haben wir Ende 2011 begonnen“, sagt IGZ-Projektleiter Maximilian Heinzl. „Diese basierte auf einer Analyse von ca. 60 logistikübergreifenden Prozessen und vielen hunderten von Einzelfunktionen, und das über alle Logistikstandorte hinweg.“ Nach Entwicklung der EWM- Roadmap fiel Ende 2012 der Startschuss für die Integration von SAP EWM mit SAP ERP. Die Ablösung des bestehenden Warenwirtschaftssystems erfolgt standortbezogen in Stufen, um eine sichere Umstellung gewährleisten zu können. Parallel wurde SAP EWM zur Lagerverwaltung und Steuerung der logistischen Prozesse implementiert.

Seite des Artikels
Verwandte Artikel

Zusammenspiel autarker Systeme

3D-Matrix erhöht Flexibilität und Effizienz

Rollout-Planung steht

Logistik 4.0 durch SAP EWM

Hoch hinaus

Maximale Anlagenverfügbarkeit