Sonntag, den 25. Juni 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Intralogistik im Zeichen der digitalen Transformation

Blick hinter die Kulissen | Entscheider, Logistikverantwortliche, Betriebsleiter und IT-Spezialisten der unterschiedlichsten Branchen trafen sich kürzlich auf dem 4. KIT, dem Klinkhammer Intralogistik Tag. Eine exklusive Veranstaltung mit Vorträgen und Führungen, die für die Teilnehmer einen hohen Praxisbezug hatte. Zwei Logistikanlagen, Fachvorträge und Gespräche rund um das Thema Produktionslogistik 4.0 standen im Mittelpunkt (Bild 1).


Bild 1 Fast 70 Logistikexperten trafen sich unlängst beim komplett ausgebuchten Klinkhammer Intralogistik Tag (KIT).

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Fast 70 Logistikexperten trafen sich unlängst beim komplett ausgebuchten Klinkhammer Intralogistik Tag (KIT).

Mit fast 70 Teilnehmern war der KIT komplett ausgebucht. Logistikexperten der unterschiedlichsten Branchen kamen zur Maschinenfabrik Göpfert in Wiesentheid bei Würzburg und zur BIG Spielwarenfabrik in Burghaslach bei Schlüsselfeld, um sich über das Thema „Produktionslogistik 4.0“ auszutauschen und die zwei Logistikanlagen live zu sehen.
Bei der Maschinenfabrik Göpfert, einem weltweit führenden Hersteller von Maschinen für die Verarbeitung von Wellpappe, haben die Intralogistik-Spezialisten von Klinkhammer ein neues Logistikkonzept umgesetzt. Die digitale Vernetzung der Montagelinien und der Ersatzteileversorgung mit dem Lager sind hier bereits ebenso Standard, wie ein automatisiertes Lager und eine beleglose Kommissionierung (Bild 2).
Bild 2 Bei der Maschinenfabrik Göpfert erfolgt die Kommissionierung beleglos.

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Bei der Maschinenfabrik Göpfert erfolgt die Kommissionierung beleglos.

Dabei sorgt ein automatisches, sehr kompaktes Behälter- und Palettenlager mit gemeinsamer Vorzone und Kommissionier-Arbeitsplätzen für optimale Abläufe. Gleichzeitig wurde der Wareneingang mit Wareneingangsprüfung für Fremdfertiger sowie der Warenausgang für Neu- und Ersatzteile in den Materialfluss eingebunden und digital vernetzt.
Frank Klinkhammer, Geschäftsführer der Klinkhammer Group, geht in seinem Vortrag noch weiter: „Produktionslogistik 4.0 ist die Voraussetzung für Industrie 4.0. Schon heute arbeiten wir an vollständig vernetzten, mit der Produktion verketteten, automatisierten, sich selbst optimierenden Lagern. In Zukunft werden Einflüsse aus der sich immer stärker entwickelnden „künstlichen Intelligenz“ die Prozesse weiter verkürzen.“

Vorträge zu den Praxisbeispielen

Neben den Vorträgen zu den jeweiligen Lösungen und Trends standen beim KIT erneut Führungen im Mittelpunkt. Kai Müller, Technischer Koordinator Weiterverarbeitung bei Prinovis, Teil der Bertelsmann Printing Group, bestätigt: „Der Klinkhammer Intralogistik Tag ist eine praxisorientierte Veranstaltung mit spannenden Vorträgen. Immer stärker wird die Logistik in die Produktion eingebunden und dadurch Materialflüsse optimiert. Auch wir bei Prinovis planen, uns im Bereich der Produktionslogistik noch stärker aufzustellen.“ Am Vormittag konnten die Teilnehmer einen Blick hinter die Kulissen von Göpfert werfen und die digitale Vernetzung live erleben. Durch das intelligente Materialflusskonzept, die vernetzte Software und die neue Automatisierungslösung ist Göpfert heute seinen Wettbewerbern auch hinsichtlich der Intralogistik einen Schritt voraus. Die Klinkhammer Lagerverwaltungssoftware integriert 8 Montagelinienlager, 15 Vormontageplätze und alle Lagerbereiche – vom Behälter- über das Kragarm- und Blocklager bis hin zum Lift- und Palettenlager. Zudem sind der Wareneingang mit Wareneingangsprüfung für Fremdzulieferer sowie der Warenausgang für Neu- und Ersatzteile nahtlos eingebunden und miteinander vernetzt.
Am Nachmittag stand dann mit dem Logistikzentrum der BIG-Spielwarenfabrik ein weiteres Highlight auf dem Programm. Die automatisierte Logistikanlage sorgt für einen reibungslosen Warenfluss in den unterschiedlichen Produktions- und Montagebereichen – von Blaserei und Spritzerei, der Versorgung der Montagestraßen mit Komponenten aus dem Halbfertigteilelager über die Einlagerung der Fertigwaren im Hochregallager bis hin zur der Auslagerung und Kommissionierung von Kundenaufträgen. Zudem wurde ein Lagerverwaltungssystem mit der Online-Bestandsführung innerhalb der Lagerbereiche für Halb- und Fertigwaren realisiert.

Daten und Fakten zu den Anlagen

Göpfert Maschinenfabrik
• HRL: Automatisches Paletten-Hochregallager  mit 1 708 Stellplätzen;
• AKL: Automatisches Kleinteilelager  mit  8 316  Behälter-Stellplätzen
• 12  Kommissionier-,  Wareneingangs-  und  Qualitätssicherungsarbeitsplätze
• Eine Paletten- und 3 Behälterbereitstellungsbahnen
• Das  Klinkhammer  Lagerverwaltungssystem  integriert  neben  den  automatischen  Lagern  mehrere Liftlager,  ein  manuelles HRL,  drei  Blocklager,  ein Fachbodenlager,  ein  Kragarmlager,  ein  Kabellager und  ein  Crossdocking-Blocklager; 8 Montagelinienlager und 15 Vormontageplätze  sind  per  Staplerleitsystem an die Lagerverwaltungssoftware  angebunden

BIG-Spielwarenfabrik
• Silolager  –  5 676  Palettenstellplätze  (8-fach-tief);  82 Kommissionierbahnen; B/C-Lager – 5.135 Palettenstellplätze;  Halbfertiglager – 4 340 Palettenstellplätze
• Vollautomatisches  Regalbediengerät  mit  Doppelmuli,  Schubmaststapler, Palettierroboter,  automatische Palettenstretcher
• Fördergut  –  Europalette, Industriepalette, Gitterkörbe max. je 500 kg, Kartons max. 30 kg
• Klinkhammer  Warehouse-Management-System
• Kommissionierung:  3 000 Positionen/Tag.

Neue Softwaregeneration

 Klinkvision

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Die intuitive Anlagenvisualisierung Klinkvision minimiert Stillstandzeiten durch eine schnelle Alarmdiagnose.
Bild: Klinkhammer

Mit  Klinkvision  präsentiert  die  Klinkhammer  Group eine neue Generation der Anlagenvisualisierung. Das neue  Maintenance-Tool  protokolliert  nicht  nur Betriebsdaten,  es  zeigt  auch  -  abhängig  von  der  Betriebsleistung  der  Geräte  -  anstehende  Wartungen an,  die  vom  Bediener  durchgeführt  werden  können. Z.B.  werden  laufleistungsorientierte  Vorschläge  zur Kontrolle der Schleifleitungen und Schleifkohlen eines Lagerfahrzeuges  angezeigt.  Zudem  wertet  die  Software  die  Betriebsstunden  von  Regalbediengeräten, Hebern  oder  Verfahrwagen  tages-  oder  betriebsstundengenau aus und visualisiert diese durch einen farblich gekennzeichneten Zeitbalken. Auch  beim  Bedienkomfort  punktet  Klinkvision.  Die ein-  und  ausklappbaren  Funktionsleisten  und  die  Navigation  sorgen  dafür,  dass  der  Bediener  immer eine  gute  Übersicht  über  seine  Anlage  hat.  Durch das  neue,  intuitive  Design  und  standardisierte  Ansichten  wird  eine  schnelle  Fehleranalyse  und Fehlerbeseitigung  unterstützt.  Die  Benachrichtigungsfunktion  bietet  eine  schnelle  Information per SMS oder Mail. Die mobile Touch-Panel-Variante ermöglicht auch außerhalb vom Leitstand immer einen Blick auf den aktuellen Anlagenzustand und somit ein aktives Eingreifen. Detailansichten helfen Förderstrecken, Stellplätze und Lagerfahrzeuge bis auf die Sensor- und Antriebsebene zu  überwachen.  Mit  dem  neuen  Visualisierungssystem wird die Anlage in dynamisierten Übersichten dargestellt. Der Bediener kann jederzeit den aktuellen Zustand und Ort der Fördergüter einsehen. Auch eine Live-Überwachung  der  Förderstrecke  ist  mit  Hilfe einer schwenkbaren Kameratechnik möglich.

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