Sonntag, den 25. Juni 2017
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Ausgewählte Ausgabe: 01-02-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Wettbewerbsfähig bleiben

Erneuerung | Um den Service besonders für den Onlinehandel sicherzustellen, modernisierte Alternate mit dem Intralogistikspezialisten Telogs seine Regalbediengeräte (RBG). An mehreren Wochenenden rüstete der Instandhaltungs- und Retrofitexperte die gesamte Antriebs- und Steuerungstechnik auf SPS-S7 um und baute den Benutzerkomfort der Anlage aus (Bild 1). Die großen Herausforderungen des Modernisierungsprojekts lagen darin begründet, dass der Anlagenhersteller und die verbauten Ersatzteile nicht mehr am Markt verfügbar, die technische Dokumentation unvollständig und eine Schnittstellenbeschreibung der verbauten Steuerungstechnik nicht vorhanden sind.


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Bild 1
An mehreren Wochenenden rüstete der Instandhaltungs- und Retrofitexperte Telogs die gesamte Antriebs- und Steuerungstechnik des Onlinehändlers Alternate auf SPS-S7 um und baute den Benutzerkomfort der Anlage aus.

Als einer der ersten Hardwareversender erschließt Alternate in den 1990ern das enorme Potenzial des Internets. Das Unternehmen zählt heute zu den bekanntesten Versandhändlern für Hardware, Software, Heim- und Unterhaltungselektronik. Über Webshops und eigene Callcenter vertreibt das Unternehmen deutschland- und europaweit inzwischen ein Sortiment von mehr als 50 000 Produkten an Privat- und Businesskunden. Wie überall im Versandhandel muss es auch bei Alternate mit der Warenauslieferung sehr schnell gehen. Getreu dem Motto “Heute bestellen und morgen geliefert“ ist eine zuverlässige Logistik das A und O. Das wichtigste Arbeitsmittel zur Erfüllung dieser Aufgabe stellt die Logistikanlage dar. Diese besteht bei Alternate aus einem zweigassigen automatischen Kleinteilelager, das von zwei Behälterregalbediengeräten versorgt wird. Diesem Komplex ist eine Fördertechnik mit Kommissionier- und Einlagerzone zugehörig. Das Hochregallager bietet für 5 720 Behälter Platz, in denen die Elektrokomponenten verschiedenster Verpackungseinheiten eingelagert werden. Da kein Kunde länger als nötig auf die bestellte Ware warten möchte, ist eine zuverlässige und schnelle Lieferung gefragt.

Knifflige Ausgangssituation

Die Antriebstechnik und besonders die Steuerungstechnik der Logistikanlage waren in die Jahre gekommen und hielten den gewachsenen Anforderungen des Betreibers nicht mehr stand. Auch die Lastaufnahmemittel bereiteten Probleme. Es kam immer häufiger zu Anlagenausfällen. Die Instandhaltung der Anlage wurde zunehmend schwieriger. „Der gesamte Anlagenbetrieb entwickelte sich für uns zu einem Risiko“, beschreibt Markus Bau, Leiter Logistik bei der Alternate GmbH, die Situation. „Wir wussten nie, wie lange es bis zur nächsten Störung dauert und wann diese behoben ist.“ Hinzu kam, dass der Anlagenbauer Schön & Sandt nicht mehr am Markt vertreten ist und viele der vorgehaltenen Ersatzteile bereits aufgebraucht sind. Das schloss die Ersatzteilversorgung über den Hersteller aus. Auch Rückfragen zur unvollständigen, teilweise fehlenden technischen Dokumentation waren nicht möglich. Fest stand, dass die Anlage von Montag bis Samstag in Betrieb sein sollte und daraus schlussfolgend kaum Zeit für eine Modernisierung blieb. Dennoch musste die Verfügbarkeit der Anlage wiederhergestellt werden. Alternate entschied sich für eine Anlagenmodernisierung mit dem Ziel, die Verfügbarkeit und dadurch den Warendurchsatz um 15 % zu erhöhen.

Herstellerneutraler Modernisierungspartner

Seit über zehn Jahren arbeitet Alternate mit dem Intralogistikspezialisten Telogs zusammen. „Wir haben in Telogs nicht nur einen guten Instandhaltungspartner gefunden, der auch bei Anlagenstörungen hervorragend reagiert, sondern vor allem einen Spezialisten, der bestehende Technik in zukunftsfähige Konzepte überführen kann“, berichtet Markus Bau. Bevor es losging, präsentierte Telogs dem Anlagenbetreiber verschiedene Modernisierungsvarianten. In einem anschließenden Workshop beschlossen die Teilnehmer gemeinsam das passende Modernisierungskonzept. Dabei wurden den Partnern die Herausforderungen deutlich, da sich die übergeordnete, nicht dokumentierte S5 Steuerung als ein unvorhersehbares Projektrisiko darstellte. Außerdem mussten die Arbeiten im laufenden Betrieb abgewickelt werden. Telogs konnte nur von Freitagabend bis Montagmorgen um sechs Uhr umrüsten und austauschen. Es blieb wenig Zeit für viel Arbeit. Möglich war die Umsetzung des Konzeptes nur mit einem engmaschigen Einsatzplan und einer optimalen Projektvorbereitung.

Konstruktionsphase: Aus Alt mach Neu

Bild 2 In Zusammenarbeit mit dem Lastaufnahmemittelhersteller AFB wurden die Lastaufnahmemittel geplant und neu konstruiert.

Bild 2
In Zusammenarbeit mit dem Lastaufnahmemittelhersteller AFB wurden die Lastaufnahmemittel geplant und neu konstruiert.

Nachdem die ausführliche Bestandsaufnahme und die Pflichtenheftphase abgeschlossen waren, legte das Telogs-Projektteam los. Die Hardware wurde auf Grundlage der Bestandsaufnahme geplant, spezifiziert und ausgewählt. Der Bereich Mechanik-Konstruktion entwickelte Eigenfertigungsteile zur Adaptierung von neuer Hardware auf die vorhandene Mechanik. Die Elektro-Konstruktion entwarf und fertigte neue Elektroschaltpläne. In Zusammenarbeit mit dem Lastaufnahmemittelhersteller AFB wurden die Lastaufnahmemittel geplant und neu konstruiert (Bild 2).

Seite des Artikels
Die beteiligten Unternehmen:

Telogs:
Die Telogs GmbH bietet herstellerunabhängigen Technischen Service  für  automatische  Lager-  und  Fördertechnik.  Das  Leistungsspektrum  des  inhabergeführten  Unternehmens  umfasst  die  Wartung und Reparatur, Bereitschafts- und Ersatzteilservice sowie die Übernahme und Koordination der ganzheitlichen technischen Instandhaltung der Logistikanlage. Lagermodernisierungen sind eine weitere Kernkompetenz des rund 80 Mitarbeiter starken Dienstleisters.

Alternate:
Die Alternate GmbH zählt zu den bekanntesten Versandhändlern für Hardware, Software, Heim- und Unterhaltungselektronik. Über seine Webshops und eigene Callcenter vertreibt das Unternehmen deutschland- und europaweit ein Sortiment von mehr als 50 000 Produkten an Privat- und Businesskunden.
Nach Gründung im Jahr 1992 wird Alternate zunächst als Anbieter von  Atari-  und  Commodore-Rechnern  bekannt.  Gleichzeitig  fasst das Unternehmen auch auf dem anwachsenden PC-Markt Fuß und kann sich so trotz Niedergang des Heimcomputermarktes behaupten. Als einer der ersten Hardwareversender erschließt sich der Anbieter bereits 1997 das enorme Potenzial des anwachsenden Internets und öffnet seinen deutschen Webshop. Inzwischen ist der Onlinehandel das Hauptstandbein.

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