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Ausgewählte Ausgabe: 10-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Alternative Antriebstechnologien für elektrische Flurförderzeuge

Spannungsgeladen | Unter dem Titel „Batterie- und Ladetechnik: Energieversorgung für mobile Anwendungen in Produktion und Logistik“ widmet sich der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) in einer Fachkonferenz am 29. und 30. November 2016 in Köln ausführlich den unterschiedlichen Antriebstechnologien für Flurförderzeuge. Die Veranstaltung bietet Experten branchenübergreifend ein spannendes und informatives Themenspektrum: von neuen Antriebs- und Ladetechnologien über Anforderungen an Sicherheit, Infrastruktur und Energieversorgung bis zu Möglichkeiten der Vernetzung und Automatisierung. Auf einer begleitenden Fachausstellung können sich die Besucher über aktuelle Produkte und Dienstleistungen informieren. Die Redaktion „Logistik im Unternehmen“ sprach im Vorfeld der Veranstaltung mit Andreas Prielinger MBA, Leiter Produktentwicklung Sparte Perfect Charging, Fronius International GmbH (Bild).


LfU:  Herr  Prielinger,  auf  der VDI-Fachkonferenz „Batterie-und Ladetechnik“ sind Sie als Redner  mit  dem  Thema  „Lithium-Ionen  und  Brennstoffzellen  –  alternative  Antriebe der Zukunft“ vertreten. Hat die Bleibatterie als klassischer  Energielieferant  in  der Intralogistik ausgedient?

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Andreas Prielinger MBA, Leiter Produktentwicklung Sparte Perfect Charging, Fronius International GmbH.

Prielinger: Die Blei-Säure-Batterie ist seit mehr als 100 Jahren  im  Einsatz  erprobt  und immer  noch  der  meist  genutzte  Energiespeicher  für Flurförderzeuge.  Das  hat  verschiedene  Gründe:  Blei-Akkus  sind  zuverlässig,  vergleichsweise  kostengünstig und  in  verschiedenen  Größen,  Spannungen  und  Kapazitäten  erhältlich.  Ihr  hohes Gewicht  dient  in  Gabelstaplern  zusätzlich  als  Gegenge-wicht. Nach meiner Einschätzung  werden  die  Blei-Säure-Akkus  oder  Blei-Gel-Akkus auch in den nächsten Jahren die  höchste  Verbreitung  haben. Technische Entwicklungen  wie  verbesserte  Energiespeicher und Akkumulatoren mit größeren Kapazitäten, die zudem  Zwischenladungen und Schnellladungen zur Vermeidung  von  Batteriewechseln  erlauben,  werden  die Bleibatterie  auch  in  Zukunft konkurrenzfähig  machen. Praktikable  Alternativen  gibt es inzwischen jedoch: Mit der Lithium-Ionen-Technologie, der  Brennstoffzelle  und  dem Hybridantrieb  stehen  gleich mehrere Varianten zur Verfügung,  mit  denen  sich  die Energieversorgung  von  Flurförderzeugen  ebenfalls  realisieren lässt.

LfU:  Der  weltweite  Trend  bei Flurförderzeugen  geht  zum elektrischen Antrieb: In Westeuropa  werden  zum  Beispiel seit  rund  fünf  Jahren  mehr Elektrostapler gekauft als solche mit Verbrennungsmotor, die als Treibstoff Diesel, Benzin oder Gas benötigen. Welche  Vorteile  haben  die  Anwender davon?

Prielinger: Für diese Entwicklung  gibt  es  vor  allem  drei Gründe. Erstens: Elektrostapler  werden  immer  leistungsstärker und dringen mit Tragkräften bis zu 9 t zunehmend in Einsatzgebiete vor, die bislang den Verbrenner-Geräten vorbehalten waren. Zweitens: Elektrostapler  arbeiten  leise und schonen die Umwelt sowie  die  Gesundheit.  Das  gilt auch, wenn sie in geschlossenen Hallen arbeiten, da sie im Betrieb keine Schadstoffe ausstoßen.  Bei  den  Flurförderzeugen werden an neuen und schärferen  Gesetzgebungen rund um CO2-Emissionen gearbeitet.  Das  unterstützt  den Trend  zum  Elektrobetrieb. Fachkreise  prognostizieren, dass  die  neuen  Gesetze  2020 in  Kraft  treten  werden.  Drittens:  Fossile  Kraftstoffe  werden  immer  knapper  und  dadurch auch teurer.

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