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Ausgewählte Ausgabe: 06-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Supply-Chain-Experten für integrierte Logistikprozesse von morgen


Supply-Chain-Management  im  Jahr  2016  ist mehr als das Planen einzelner Prozesse. Wer optimal planen will, sollte das integriert tun. Das bedeutet  konkret:  Eine  integrierte  Supply-Chain-Strategie betrachtet die Lieferkette ganzheitlich – vom Lieferanten bis zum Point of Sale – und bildet dabei sämtliche Informationen entlang der Lieferkette ab. Was in der Theorie einfach klingt, ist es in der Praxis nicht unbedingt, das höre ich in Gesprächen immer wieder. Zum Beispiel lassen  sich  bei  der  bedarfsgerechten  Disposition von Artikelmengen Saisonalitäten, unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsdaten und verschiedene Verpackungsgrößen einfach berücksichtigen. Auch die wirtschaftliche Betrachtung kostenoptimaler Beschaffungsmengen ist simpel. Herausfordernder  wird  der  Dispositionsprozess,  wenn eine  Vielzahl  von  Produkten,  Lieferanten,  Verkaufsstellen  und  Lagerprozessen  in  die  Wertschöpfungskette integriert werden sollen. In der Hochsaison  werden  dann  beispielsweise  Verpackungseinheiten zu groß gewählt, während es in der  Nebensaison  zu  Verderb  und  Stock-outs kommt. Die Folge sind finanzielle Einbußen. Unsere Eindrücke bestätigt eine Studie, die wir gemeinsam mit dem EHI Retail Institute durchgeführt haben: 83 % der Teilnehmer gaben an, dass ihnen Maßnahmen zur Vermeidung von Stockouts  einen  besonders  hohen  Mehrwert  bieten würden.
Aber:  Wie  können  Unternehmen  ihre  Planungsdaten  verbessern?  Je  mehr  Informationen  innerhalb  des  Unternehmens  vorliegen, desto besser können diese zueinander in Relation  gesetzt  und  somit  Kennzahlen  optimiert werden. Stellen Sie sich vor, Sie wissen nur, wie sich Ware am Point of Sale verkauft. Aus diesen Informationen  allein  können Sie wenig Rückschlüsse auf  eine  rechtzeitige  und optimale  Aufstockung  in Ihrem  Lager  ziehen  und auch  nicht  darauf  schließen, ob das Zusammenspiel mit Ihren Lieferanten gut läuft oder nicht. Erst die  ganzheitliche  Betrachtung  der  Lieferkette ermöglicht  eine  optimale  Planung  und  Ausnutzung der Ressourcen. Die erfolgreiche Umsetzung  setzt  zwei  Dinge  voraus:Die  entsprechende Technik muss implementiert sein und es muss Mitarbeiter geben, die die gesamte Lieferkette sehr genau kennen und zielgerichtete Maßnahmen  daraus  ableiten  können.  Die technischen  Voraussetzungen  sind  heute schon gegeben. Das liegt auch daran, dass die gesamte Supply-Chain-Branche einen Wandel erlebt:  Big  Data,  Cloud-  Computing  und  eine schnelle  Datenverarbeitung,  etwa  durch  In-Memory-Datenbanken,  sind  in  aller  Munde und dank fallender Chip-Preise und günstigem Speicherplatz  nicht  mehr  nur  großen  Unternehmen  vorbehalten.  An  diesem  Punkt  setzt Relex  an.  So  ist  unsere  Big-Data-Lösung  beispielsweise  in  der  Lage,  optimale  Bestellmengen für 50 Mio. Stock Keeping Units innerhalb von nur wenigen Stunden zu berechnen. Mithilfe der flexiblen und leicht zu bedienenden Optimierungsfunktion werden sämtliche Prozesse und Informationen entlang der Lieferkette hinterlegt und nach Wunsch automatisiert. Doch  jeder  Algorithmus  und  jede  Software kann  seine  bzw.  ihre  Stärken  nur  entfalten, wenn die vorliegenden Informationen und Daten richtig eingesetzt werden. Hier enthüllt die Studie des EHI Retail Institutes noch Verbesserungsbedarf:  Rund  39 %  der  Teilnehmer  bezeichnen  ihren  Kenntnisstand  über  die  eigenen Supply-Chain-Prozesse als unzureichend.
Die  Supply-Chain  der  Zukunft  basiert  also nicht nur auf technischem Fachwissen und einer flexiblen Software. Die besten Erfolge werden erzielt, wenn Unternehmensziele klar definiert  sind  und  Mitarbeiter  ihre  eigene  Lieferkette sehr gut verstehen. Um die hochkomplexen Zusammenhänge zwischen den einzelnen Parametern der Lieferkette optimal zu überblicken,  müssen  viele  Rädchen  ineinandergreifen.  Unsere  Software  ist  daher  so  aufgebaut, dass sie nicht nur einzelne Stellschrauben isoliert berücksichtigt, sondern feststellt, wie sich die  Lieferkette  durch  Änderungen  an  diesen Stellschrauben  in  der  Zukunft  ändert.  Bereits  mit Standardeinstellungen  sind unsere Kunden in der Lage, ihre  Lieferkette  deutlich  zu optimieren. Eine neue Stufe der  Wirtschaftlichkeit  ergibt sich jedoch dann, wenn Mitarbeiter genau wissen, welche Kennzahlen für die Weiterentwicklung des Unternehmens wichtig sind und wie diese miteinander interagieren. Dann können sie entsprechend priorisieren und die richtigen  Hebel  in  Bewegung  setzen.  Dafür  sind echte  Supply-Chain-Experten  gefragt.  Nur  sie können  aus  den  individuellen  Parametern  effektive  Schlüsse  für  ihr  Unternehmen  ziehen und so Wettbewerbsvorteile für sich nutzen.

Autoren

Dr.  Timo Ala-Risku

Geschäftsführer der Relex Solutions GmbH, Wiesbaden.

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