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Ausgewählte Ausgabe: 04-05-2016 Ansicht: Modernes Layout
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IT ist Schwerpunktthema

Logistischer Wandel | Im Rahmen des CeMAT-IT-Roundtable am 6. April im neuen Stuttgarter Firmengebäude des Intralogistik-Anbieters viastore traten Referenten und Journalisten in einen intensiven Meinungsaustausch. Im Mittelpunkt stand dabei der Wandel der CeMAT, die in diesem Jahr vom 31. Mai bis zum 3. Juni in Hannover erstmalig einen klaren IT-Schwerpunkt setzt und damit die physische Logistikwelt noch stärker mit der digitalen verbindet.


So entscheiden nach Ansicht von Wolfgang Pech die Qualität der Hardware und deren intelligente Vernetzung in den IT-Systemen heute zunehmend über den Erfolg einer Intralogistik-Lösung. „In Hannover werden zahlreiche Aussteller an ihren Ständen live zeigen, wie Logistikprozesse automatisiert werden können.“ erklärte Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter bei der Deutschen Messe AG, im Gespräch mit der Fachpresse.

Vernetzte Logistik

Der Walldorfer Softwarekonzern SAP ist in diesem Jahr zum ersten Mal mit einem großen Partnerstand auf der CeMAT vertreten. „Dabei stellen wir unsere Lösung SAP S/4HANA als Softwaresuite und den Gesamtlösungsansatz für Logistik in den Mittelpunkt unseres Messeauftritts“, sagte Ralf Schränkler, Solution Sales Executive SCM bei SAP. „Wir trennen nicht so sehr zwischen interner und externer Logistik – für uns ist eine vernetzte Logistik vom Lieferanten bis hin zum Endkunden entscheidend.“ Die Plattform einer Supply Chain Execution (SCE) sei hierfür integraler Bestandteil. SAP fokussiert sich dabei vor allem auf integrierte Systeme, um die Direktanbindung von Lagerautomation beziehungsweise der gesamten Lagertechnik voranzubringen. Ziel sei es, eine fortschrittliche Intralogistik zu schaffen.

 Markt fordert moderne IT-Technik

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Themen wie Cloud Computing, Augmented Reality und Datenbrillen werden auf der diesjährigen CeMAT allgegenwärtig sein. An verschiedenen Messeständen dürfen die Besucher bei praxisnahen Vorführungen selbst mit der Datenbrille kommissionieren.

„Ich freue mich als Unternehmer sehr, dass die CeMAT in diesem Jahr das Thema IT in den Fokus nimmt“, sagte Michael Baranowski, Geschäftsführer der Paderborner Team GmbH im Rahmen der Veranstaltung. „Der Markt fordert das immer stärker.“ Potenzial hätten dabei aus seiner Sicht zum Beispiel Lösungen zum Cloud Computing oder zu der Augmented Reality, etwa über Datenbrillen (Bild). Gerade zum Thema Pick-by-Vision wird es praxisnahe Vorführungen geben. „Auf unserem Messestand in Hannover können Besucher selbst mit der Datenbrille kommissionieren“, kündigte Baranowski an. „Damit sind sie viel besser in der Lage, sich ein eigenes Bild über Stärken und Schwächen dieser neuen Technik zu verschaffen und mögliche Einsatzgebiete in ihren Unternehmen zu prüfen.“ Die Strategie der CeMAT, auf das Thema Digitalisierung und Logistik 4.0 zu setzen, sei aus seiner Sicht genau der richtige Schritt – die Nachfrage nach der Messe aus Aussteller- und Besucherperspektive sei nach seiner Einschätzung derzeit ausgesprochen hoch.

Belegschaft im IT-Umfeld wächst

IT und Digitalisierung spielen auch bei viastore eine immer wichtigere Rolle. Mittlerweile sind mehr als die Hälfte aller Mitarbeiter des Intralogistik-Anbieters im IT-Umfeld tätig. „Und auch das Unternehmenswachstum findet derzeit insbesondere in den softwarenahen Prozessen und in der Logistikautomatisierung statt“, erklärte viastore-Chef Philipp Hahn-Woernle. „Im Geschäftsbereich Software setzen wir einerseits auf unsere strategische Partnerschaft mit SAP, andererseits auf die Weiterentwicklung unseres eigenen Produktes viadat als Lösungsangebot für die Intralogistik.“ viastore stellt in Hannover unter anderem ein neues, intuitiv bedienbares User Interface von viadat erstmals der Öffentlichkeit vor. Darüber hinaus werden verschiedenste Angebote für die Besucher bereitgestellt, um Intralogistik live erlebbar zu machen.

Softwareabhängige Prozesse

Auch bei SSI Schäfer stößt das neue CeMAT-Konzept auf Zustimmung. „Die Integration von Hardware in einem Lager- oder Kommissionierbereich kann überhaupt nur mit einer guten Software gelingen“, erklärte Johann Klug, Global Product Manager IT bei SSI Schäfer. Aus diesem Grund habe das Unternehmen auch die IT-Kompetenz in den vergangenen Jahren deutlich ausgebaut. „Und auch auf der CeMAT wird sich für unsere Standbesucher ein neues Bild ergeben“, sagte Klug. „Wir wollen in diesem Jahr eher unsere ganzheitliche Lösungskompetenz vorstellen als eine breite Produktpalette.“ Die intelligente Vernetzung von Menschen, Prozessen, Waren und Standorten sei als die Hauptaufgabe der Intralogistik anzusehen.

Logistische Vernetzung

„Digitalisierung beginnt im Kopf“, sagte Rainer Glatz, Geschäftsführer des Fachverbands Software im VDMA. „Besucher und Aussteller müssen lernen, in digitalen Prozessen zu denken.“ Häufig gebe es in der Realität immer noch eine strikte Trennung zwischen Produktion und Logistik, IT und Logistik oder zwischen Unternehmen. Glatz sieht die CeMAT als große Chance, logistische Vernetzung in Deutschland exklusiv voranzutreiben. „Ich hoffe, dass sich der Bereich Logistics IT zu einer Wachstumsperle für die Messe entwickeln wird“, erklärte Glatz in Stuttgart. „Denn der Prozess der Digitalisierung ist am Laufen – es ist nun die richtige Zeit dafür, das Thema auch auf der CeMAT in den Fokus zu rücken.“

Sonderschau

 „Innovative Logistiklösungen“

Wer sich weltweit im Zukunftsmarkt Logistik behaupten will, muss ganzheitliche Konzepte und Systeme für einen optimalen Material- und Informationsfluss auf den neuesten Stand bringen. Lösungen sind gefragt. „Wie innovative komplexe logistische Prozesse im Produktionsumfeld funktionieren, das zeigt die Sonderschau ‚Innovative Logistiklösungen‘ auf der CeMAT 2016 zum zweiten Mal“, sagt Wolfgang Pech, Geschäftsbereichsleiter bei der Deutschen Messe AG. Das Besondere daran ist, dass sich die an der Sonderschau teilnehmenden Unternehmen anteilig an einem Gemeinschaftsexponat beteiligen, das eine exemplarische Logistikkette aufzeigt – und anhand neuester Entwicklungen anschaulich demonstriert. Indem jeder Aussteller seine Expertise und ein Exponat einbringt, profitieren die Unternehmen von einer praxisnahen Demonstration ihrer Produkte innerhalb eines Prozessablaufs.
Rund 30 Unternehmen demonstrieren an den verschiedenen Punkten entlang der Logistikkette, wie Abläufe effizienter werden können. Die dargestellte Prozesskette beginnt an einem exemplarischen Seehafen mit einer halbautomatischen Containerentladung. Parallel hierzu erfolgt die halbautomatische Entladung und Palettierung von Paketen aus einem Trailer. Die Paletten werden nach ihrer Identifikation einem Depalettierroboter von Yaskawa Electric zugeführt. Dort werden die Pakete aus dem Verbund gelöst und auf einen Stetigförderer gesetzt. CeMAT-Aussteller wie Copal Handling, das Fraunhofer IFF, Cabka Group oder AMI Förder- und Lagertechnik sowie Moderne Verpackung Hoffmann präsentieren hier ihre Lösungen.
Auch innovative Flurförderzeuge und Sensoren für fahrerlose Transportsysteme - etwa zum Thema Staplersicherheit von Pepperl & Fuchs - werden innerhalb der Kette gezeigt. Nach der automatischen Einlagerung der Pakete in ein Paketlager werden sie zu einem automatischen Paketöffner weitergeleitet – hierfür stellen Hoffschmidt Engineering und Heinz Mayer die technischen Lösungen bereit. Aus den offenen Paketen nimmt ein Bediener die Produkte im Folgeschritt heraus, identifiziert sie mit einer Datenbrille von Ubimax und legt sie in einen Behälter von Georg Utz ab. Die korrekte Ablage wird mit Hilfe eines Tools des Fraunhofer IFF elektronisch kontrolliert und protokolliert.
Nachfolgend werden die Produkte in einen Hänel-Lagerlift eingelagert. Dort werden Produkte auf der Basis eines fiktiven Auftrags von Viastore kommissioniert, in Easypack-Faltschachteln verschiedener Größe verpackt sowie auf AMI-Stetigfördertechnik gesetzt und unter Verwendung einer Lösung von Mosca umreift. Parallel dazu demonstriert SMI Handling die effiziente Handhabung besonders schwerer Objekte. Anschließend werden ein UHF/Barcode-Kombietikett von Bluhm appliziert und das Packstück volumenerfasst. Über zwei so genannte Bahnhöfe werden die Packstücke mittels einer Anwendung von Pepperl & Fuchs nach Größe sortiert und identifiziert. Eine Roboterzelle übernimmt die automatische Palettierung auf mit Transpondertechnik ausgestattete Paletten. An dieser Stelle der Logistikkette kommen Ladungsträger von Epal, Georg Utz, Bito und Cabka zum Einsatz. Die fertige Ladeeinheit wird dann mittels Folie von Combipack gesichert und in den Versandlagerbereich verbracht. Hier stehen in Hannover ein Bodenblocklager von SEP Logistik sowie Palettenregale von SSI Schäfer. Schließlich wird in CeMAT-Halle 27 auch noch die richtige Ladungssicherung gezeigt. Praxislösungen für die Ladungssicherung im Container präsentieren die Firmen Icon und Spanset, für die Ladungssicherung im Sattelauflieger Spanset und Schmitz Cargobull.

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