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Ausgewählte Ausgabe: 11-12-2015 Ansicht: Modernes Layout
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Produktion und Logistik perfekt synchronisiert

In die Erweiterung ihres Waldkraiburger Werks investiert die Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik insgesamt rund 30 Mio Euro. Im Bereich der Intralogistik standen u.a. ein vollautomatisches Hochregallager sowie ein innovatives Routenzugsystem mit automatischer Be- und Entladung auf der Agenda. Als Generalunternehmer verantwortet der SAP EWM Generalunternehmer IGZ aus Falkenberg die Umsetzung dieser durchgängig in SAP EWM integrierten Gesamtsystemlösung.


Bild 1 Die Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik (SGF) wird die bestehenden Werke in Kraiburg und Waldkraiburg zusammenführen und Produktion und Logistik noch enger verzahnen. In Waldkraiburg entsteht im Rahmen der Umstrukturierungen ein neues Logistikzentrum.

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Die Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik (SGF) wird die bestehenden Werke in Kraiburg und Waldkraiburg zusammenführen und Produktion und Logistik noch enger verzahnen. In Waldkraiburg entsteht im Rahmen der Umstrukturierungen ein neues Logistikzentrum.

Im Verlauf ihres bald 70-jährigen Bestehens hat sich die heutige Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik GmbH & Co. KG (SGF) zum Marktführer im Bereich der Drehmomentübertragung entwickelt. Das Portfolio des mit Hauptsitz im oberbayerischen Waldkraiburg ansässigen Familienunternehmens umfasst Gelenkscheiben in Kardanwellen und Lenksäulen, Schwingungsdämpfer in Antriebssträngen, Auspuffaufhängungen und -tilger sowie diverse Gummi-Metallteile für die Lagerung unterschiedlicher Aggregate. Abnehmer der konsequent unter dem Gütesiegel „Made in Germany“ angefertigten Produkte sind in erster Linie die Automobilindustrie sowie Maschinen- und Anlagenbauer.

Neustrukturierung als zukunftssichere Lösung

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Bild 2
Das 2-gassige, vollautomatisch betriebene Hochregallager (HRL) bietet rund 5 800 Palettenstellplätze bei doppelttiefer Lagerung. Diese werden von zwei Regalbediengeräten ver- und entsorgt, die je mit zwei Lastaufnahmemitteln bestückt sind und den definierten Anforderungen nach maximal möglicher Energieeffizienz gerecht werden.

Mit dem symbolischen ersten Spatenstich fiel im März 2015 der Startschuss für die Umsetzung des intralogistischen „Neubauprojekts SGF 2020“. Der bislang größten Investition in der Firmengeschichte war die strategische Entscheidung vorausgegangen, die bestehenden Werke in Kraiburg und Waldkraiburg zusammenzuführen, die Produktionskapazitäten massiv auszubauen und diese mit der Logistik noch enger zu verzahnen. Darüber hinaus sollten Arbeitsbedingungen geschaffen werden, die die Altersstruktur der Mitarbeiter angemessen berücksichtigen.
Auf dem weitläufigen Werksgelände in Waldkraiburg waren der Gestaltung nahezu keine Grenzen gesetzt (Bild 1). In einem ersten Schritt sind nun in direkter Anbindung an den vorhandenen Hallenkomplex neue Produktionsflächen auf rund 8 300 m² geschaffen und daran unmittelbar angrenzend ein 24 m hohes vollautomatisches Hochregallager errichtet worden (Bild 2). „Die Entscheidung für ein vollautomatisch betriebenes Hochregallager wurde durch eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung unterschiedlicher Lagersysteme herbeigeführt“, erklärt Gerald Seidinger, Leiter Logistik und stellvertretender Werksleiter der SGF (Bild 3). „Das bisher eingesetzte 7,5 m hohe und konventionell per Stapler bediente Lager war einer 2-gassigen automatischen Systemlösung mit rund 5 800 Palettenstellplätzen bei doppelttiefer Lagerung weit unterlegen.“ Ergänzt werden sollte die neue Automatikanlage durch eine angegliederte Gasse mit ca. 600 Stellplätzen für nicht genormte Gebinde unterschiedlicher Größen, die dort mit Staplerunterstützung ein- und ausgelagert werden. Zu errichten war ferner ein separates Gefahrstofflager.
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Bild 3
Gerald Seidinger
, Leiter Logistik und stellvertretender Werksleiter der SGF.

Gerald Seidinger und sein Team waren zudem aufgefordert, die aus dem Prinzip der Werkstattfertigung resultierenden hohen Umlaufbestände zu eliminieren. Um den „Teiletourismus“ und die Belegung teurer Produktionsfläche mit nicht unmittelbar benötigtem Material zu unterbinden, sollte eine ebenfalls SAP EWM-gestützte Routenplanung mit automatischer Routenzugbe- und -entladung implementiert werden, die Stapler im direkten Produktionsumfeld letztlich gänzlich überflüssig macht.

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Autoren

 Sabine Vogel

Unternehmensprofile IGZ und SG...

IGZ, das Projekthaus für Logistik und Produktion, bietet als SAP EWM-Generalunternehmer alle Leistungen zur Steuerung und Optimierung logistischer Prozesse in Produktion, Lagerbewirtschaftung und Distribution auf Basis von SAP-Standardsoftware an.
Das Leistungsspektrum des mit Hauptsitz im oberpfälzischen Falkenberg ansässigen Unternehmens umfasst von der strategischen SAP-Einsatzberatung über die anschließende Realisierungsunterstützung bis zur SAP-Technikintegration alle entscheidenden Phasen eines Logistikprojektes – inkl. der Planung und Realisierung der Anlagen- und Steuerungstechnik. Schwerpunkt von IGZ ist die Integration manueller bis hoch automatisierter Logistikprozesse und -anlagen mit SAP-Standardsoftware.
Die Süddeutsche Gelenkscheibenfabrik (SGF) mit Hauptsitz im oberbayerischen Waldkraiburg ist anerkannter Partner der weltweiten Automobilindustrie und branchenübergreifend im Einsatz bei industriellen Anwendungen. Die Produktpalette umfasst elastische, temperaturbeständige Bauteile zur Drehmomentübertragung und Schwingungsdämpfung. Die Einsatzgebiete liegen überwiegend in der Automobilindustrie und der allgemeinen Maschinen- und Anlagentechnik. Das Sortiment umfasst Gelenkscheiben in Kardanwellen und Lenksäulen, Schwingungstilger in Antriebssträngen, Auspuffaufhängungen und -tilger sowie diverse Gummi-Metallteile zur Lagerung unterschiedlicher Aggregate.

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