Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 2 von 2

Sensor-Schrauber mit Feingefühl

Generell  sind  die  bürstenlosen  DC-Servomotoren  von  Faulhaber  für solche  anspruchsvollen  Antriebsaufgaben konzipiert, bei denen Höchstleistung auf kleinstem Raum gefordert ist. Sie  sind  sowohl  in  4-Pol-Technik  mit hohem  Drehmoment  als  auch  in 2-Pol-Technik  für  große  Leistungen erhältlich.  Die  Motoren  überzeugen durch  ihre  effiziente  Bauweise  sowie hohe  Drehzahlen  oder  hohes  Drehmoment  auf  kleinstem  Bauraum.  Dabei sind sie sehr leicht und haben ein hochdynamisches Start-Stopp-Verhalten. Die geräuscharmen Kleinstantriebe werden mit oder ohne Sensoren angeboten. Um ein großes Drehmoment zu erhalten, sind im Sensor-Schrauber Metall-Planetengetriebe  eingesetzt, die sich dank ihrer robusten Bauweise ideal für solche Einsatzzwecke eignen. Je  nach  Anwendungsbedarf  werden für  mittlere  Abtriebsmomente  auch Kunststoff-Planetengetriebe  angeboten,  die  dank  ihrer  außergewöhnlichen Materialkombination  ein  hervorragendes  Preis-/Leistungsverhältnis  ermöglichen.  Unterschiedliche Abtriebslager  (Sinter-,  Kugel-  oder Keramiklager)  sind  ebenso  erhältlich wie  Sonderversionen  mit  Spezialschmierung für einen erweiterten Anwendungsbereich, z. B. im Vakuum.

Redundanz für mehr Sicherheit

Speziell bei sicherheitsrelevanten Verschraubungen  im  in  der  Automobilindustrie  (Risikoklasse-A-Verschraubungen, VDI-Richtlinie 2862) müssen Schraubwerkzeuge  mit  einer  Sensorik zur  Messung  mindestens  einer  Steuergröße  versehen  sein,  erläutert  Stefan Flaig:  „Wir  messen  das  Drehmoment und  den  Drehwinkel  direkt  und  bekommen  dazu  durch  die  simultane Erfassung des Drehmoment-proportionalen Motorstroms eine Redundanz als dritte Größe. Diese wird zur permanenten  Selbst-Überwachung  der  Systemintegrität genutzt.“
Für Anwendungen, in denen Schrauben vollautomatisch montiert werden sollen,  ist  der  Sensor-Schrauber  ideal geeignet.  Auch  für  herausfordernde Schraubprozesse,  bei  denen  die  Toleranz gering ist zwischen dem Punkt, an dem  die  Schraube  zu  lose,  also  ohne Klemmkraft  angezogen  ist,  bzw.  die Schraubverbindung durch Überdrehen zerstört  wird,  gibt  es  eine  zuverlässige Lösung: Die mehrstufige Präzisionsverschraubung hilft hier das ideale Drehmoment  zu  finden. 

KAP-Faulhaber-Bild4-BU

Bild 4
Einfach per Windows-Software zu programmieren.
(Bilder 1, 2, 4 n-gineric)

Da  auch  mangelhafte Werkstücke Schraubfehler verursachen  können,  werden  diese  bei  der automatisierten  Verschraubung  sicher erkannt  und  so  eine  Null-Fehler-Produktion gewährleistet.

Einfache Bedienung

Wichtig  war  den  Entwicklern  zudem,  dass  sich  das  System  einfach über  eine  Windows-Software  bedienen lässt (Bild 4). Mit ihr werden die Schraubparameter  programmiert.  Außerdem  sorgt  sie  durch  die  differenzierte  Darstellung  von  Schraubkurven  für  Prozesstransparenz  in Echtzeit  und  bietet  optimale  Möglichkeiten  für  die  Prozessdatendokumentation.  Die  zuverlässige  Funktionsfähigkeit des Schraubsystems lässt sich ebenfalls automatisiert überprüfen beispielsweise täglich vor Schichtbeginn. Dazu wird die Schraub-Automationsanlage  um  einen  intelligenten  stationären  Schraubfallsimulator ergänzt,  mit  dem  sich  zyklisch  das Drehmoment  überprüfen  lässt.  Der Sensor-Schrauber  macht  wieder  einmal  deutlich,  wie  sich  mit  dem  breiten  Standardprogramm  der  Antriebsspezialisten ganz individuelle Projekte realisieren lassen.

***
Kontakte:
R. Fritz Faulhaber GmbH & Co. KG
Daimlerstr. 23/25, 71101 Schönaich
Tel.: 0 70 31/6 38-0
E-Mail: info@faulhaber.de
www.faulhaber.com

n-gineric gmbh
Spittelbronner Weg 59
78056 Villingen-Schwenningen
Tel.: 0 77 20/6 09 91-0
E-mail: info@n-gineric.com
www.n-gineric.com

Seite des Artikels
Autoren

Dipl.-Ing. (BA)  Andreas Seegen

Leiter Marketing bei Faulhaber

Dipl.-Ing. (FH) Nora Crocoll

Journalistin, Stutensee

n-gineric GmbH

Die n-gineric GmbH mit Stammsitz in Villingen-Schwenningen ist spezialisiert auf die Entwicklung und Produktion innovativer Drehmomentmesstechnik und gesteuerter Schraubsysteme im Bereich kleiner Drehmomente. Die „technischen Köpfe“ und Gründer des Unternehmens, Stefan Flaig und Michael Hauser, haben mit 20-jährigem Know-how ihre neuartige Messtechnologie entwickelt und bieten diese auf dem globalen Markt an.

Verwandte Artikel

Bemessung von Verbindungen mit Schließringbolzen im Maschinenbau Teil 2: Rechenschritte in Anlehnung an VDI 2230 – Blatt 1

Normen durchgeackert, Konstruktionen geändert, Prozesssicherheit erhöht

Bemessung von Verbindungen mit Schließringbolzen im Maschinenbau Teil 1: Schließringbolzentechnologie und -tragverhalten

Leichtbau stellt Automatisierung vor Herausforderungen

Komplementäre Kompetenz beim Clinchen und Nieten