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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Fahrt durch den Dschungel – Sicherheitsbremse für den Outdoorlift

Der neue Outdoorlift ist aufgebaut als intelligentes Modulsystem und kann mit einer Kabinengröße für vier Personen und einer Nutzlast von 300 kg bis hin zu Kabinen für 14 Personen und einer Nutzlast von 1050 kg flexibel eingesetzt werden. Die variable Steigfähigkeit reicht von 0° bis 45° und bislang sind Streckenlängen bis rund 300 Meter realisierbar. Dabei können die Führungsgleise, an denen sich der Lift den Hang hinauf zieht, gleichzeitig Richtung und Steigung ändern. Der Fahrkorb kann über einfache Bedienelemente wie ein normaler Aufzug bedient werden. Er hält sich über eine hydraulische Niveauregulierung stets in Waage und ist selbst angetrieben. Das heißt, alle Komponenten befinden sich mit an Bord, ein zusätzlicher Maschinenraum für Antrieb und Steuerung ist somit nicht erforderlich. Die Elektrifizierung erfolgt über Schleifleitungen entlang der Strecke.

Sicherheit durch mehrfach redundante Bremssysteme

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Die „ROBA-diskstop“-Aufzugsbremsen von mayr Antriebstechnik sind durch den TÜV Süd baumustergeprüft. Durch das modulare Baukastenprinzip können die Bremsengröße, die Anzahl der Bremseinheiten pro Scheibe und der Durchmesser der Bremsscheibe flexibel gewählt werden.

Herzstück des Outdoorlifts ist der speziell entwickelte kurvengängige Servo-Synchronantrieb im Zusammenspiel mit dem innovativen Antriebsstrang. Für die Sicherheit des Systems sorgen dabei unter anderem eine elektronische Sicherheitssteuerung und mehrfach redundante Bremssysteme. „Die dualen Antriebsmotoren haben jeweils eine integrierte Haltebremse“, erläutert Daniel Laidig. „Diese haben allerdings keine Sicherheitszertifizierung und sind nicht überwachbar, sodass wir damit noch nicht das Sicherheitsniveau für die Personenbeförderung erreichen. Deshalb setzen wir zusätzlich vier zertifizierte ROBA-diskstop-Scheibenbremsen ein. Diese wirken direkt auf die Hauptantriebswellen – immer jeweils zwei Bremssättel pro Welle.“ Ein drittes Bremssystem, die sogenannte Wartungsbremse, klammert sich direkt an die Gleise. „Die große Herausforderung ist nicht so sehr das sichere Anhalten des Lifts, sondern das sanfte und wenig abrupte Bremsen“, so Daniel Laidig. „Denn wenn alle Bremsen gleichzeitig einfallen würden, hätten wir ein Vielfaches des Bremsmoments, das wir eigentlich benötigen, besonders in einem flacheren Streckenabschnitt. Je nach Steigung benötigen wir also auch mehr oder weniger Bremsmoment bzw. -kraft.“ Gelöst wird diese Aufgabe über die Sicherheitssteuerung, sodass die verschiedenen Bremssysteme gestaffelt nacheinander einfallen.

Sichere Bremsenansteuerung

Die ROBA-diskstop Bremsen werden dabei immer paarweise geschaltet und durch die sichere Bremsenansteuerung „ROBA-SBCplus“ überwacht, die in die übergeordnete Sicherheitssteuerung integriert ist. Mit diesem Modul bietet mayr Antriebstechnik Sicherheitsbremsen und sichere Bremsenansteuerung im Komplettpaket. Entwickelt wurde das Modul zusammen mit Pilz insbesondere für Anwendungen, die Anforderungen an den Personenschutz nach den Normen zur funktionalen Sicherheit erfüllen müssen.

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