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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Schnelle und sichere Prüfung

Feinbleche als Konstruktionswerkstoffe sind in der Industrie weit verbreitet. Zu ihren wichtigsten Eigenschaften gehört die gute Umformbarkeit bei gleichzeitig hoher Festigkeit sowie das Verhalten bei hohen Dehnraten. Materialprüfungen beinhalten daher Umformversuche für ein optimales Tief- und Streckziehen, Härteprüfungen zur Qualitätssicherung der Walz- und Beschichtungsprozesse sowie Schnellzerreissversuche.


Bild 1 Hochgeschwindigkeits-Zugversuch mit bis 25 m/s.

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Hochgeschwindigkeits-Zugversuch mit bis 25 m/s.

Als Feinbleche werden warm oder kalt gewalzte Bleche mit einer Stärke zwischen 0,35 und 3,0 mm bezeichnet. Ihre Einsatzmöglichkeiten sind äußerst vielfältig und daher in allen Industriezweigen weit verbreitet; entsprechend unterschiedlich ist das Spektrum der Anforderungen. Zu den geforderten Prüfungen gehören Umformversuche für ein optimales Tief- und Streckziehen, Härteprüfungen zur Qualitätssicherung der Walz- und Beschichtungsprozesse sowie Schnellzerreißversuchen für die Automobilindustrie zur Prüfung des Verhaltens bei hohen Dehnraten. Eine der zentralen Forderungen der Industrie an Feinbleche ist die gute Umformbarkeit bei gleichzeitig hoher Festigkeit.
Zur Charakterisierung von Umformeigenschaften wird im Zugversuch der n- und r-Wert bestimmt (Bild 1). Der n-Wert (Verfestigungsexponent) wird nach der internationalen Norm ISO 10113 und der amerikanischen ASTM E 517 bestimmt. Er beschreibt das Verhalten während der Verformung über den gesamten Bereich der plastischen Dehnung. Der r-Wert ist das logarithmische Verhältnis von Breitenformänderung zu Dickenänderung und wird nach ISO 10275 und ASTM E 646 bestimmt. Berechnet wird der mittlere r-Wert aus den Einzelwerten der Proben in unterschiedlichen Winkeln zur Walzrichtung. Dadurch lässt sich feststellen, ob sich die Bleche unter Zug anisotrop verhalten.
Für die Ermittlung der Kennwerte bietet das Unternehmen Zwick (Ulm) ein breites Portfolio von statischen Material-Prüfmaschinen mit entsprechenden Längen- und Breitenänderungsaufnehmern. Auch für die Probenherstellung stehen für jede Blechdicke entsprechende Maschinen zur Verfügung (Bild 2).
Bild 2 Automatisiertes Probenzuführsysteme (roboTest L).

Bild 2
Automatisiertes Probenzuführsysteme (roboTest L).

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Autoren

Dr. Peter Stipp

Fachjournalist bei der Agentur awikom in Bensheim.

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