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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Evergreens und Zukunftsmusik

Im ersten Schritt wurde bereits in Creo 3.0 die Möglichkeit geschaffen, 3D-Modelle druckgerecht aufzubereiten und ohne Umweg über die Konvertierung in eine STL-Datei auf den Druckern von Stratasys auszugeben. Creo 4.0 unterstützt nun auch die Ausgabe auf Druckern von 3D Systems. Das eigentlich Neue aber ist die Schließung der Lücke zwischen Konstruk- tion und 3D-Druck durch die Möglichkeit, die 3D-Modelle zu optimieren und zu validieren, ohne die Creo-Umgebung verlassen zu müssen.

Bild 3 Gitterstrukturen ermöglichen Leichtbauweisen; mit „Creo Simulate“ kann zudem die Belastbarkeit analysiert und optimiert werden.

Bild 3
Gitterstrukturen ermöglichen Leichtbauweisen; mit „Creo Simulate“ kann zudem die Belastbarkeit analysiert und optimiert werden.


Für die optimale Auslegung der Bauteile gibt es im Wesentlichen zwei Strategien, nämlich die Verwendung von Gitterstrukturen und die Topologie-Optimierung, wie Thompson erläutert. Creo unterstützt zurzeit nur die erste der beiden Möglichkeiten in Form von 2 1/2D- und 3D-Gittern. Thompson schließt aber nicht aus, dass das CAD-System in absehbarer Zeit um Werkzeuge für die Topologie-Optimierung erweitert wird. Die sogenannten Lattices sind in Creo als parametrische Features mit variabler Struktur angelegt, die in den Volumenkörper des Bauteils eingefügt werden und sich seiner Form und Ausdehnung anpassen. Die Belastbarkeit der Gitterstruktur kann dann mit „Creo Simulate“ analysiert und unter der Vorgabe einer maximalen Spannung optimiert werden. Die Gitterstruktur passt sich automatisch an.
Thompson veranschaulicht die Vorgehensweise an einem ursprünglich sechs Kilo schweren Bauteil, dessen Gewicht sich dank der optimierten Gitterstruktur fast halbiert. Die neue Additive Manufacturing-Extension erlaubt im Zusammenspiel mit Creo Simulate aber nicht nur Gewichtsoptimierungen, sondern komplexe Steifigkeits-Berechnungen wie sie z. B. für die Auslegung einer Motorradschwinge erforderlich sind. Grund-lage ist die Möglichkeit, die Größe der Gitterstruktur über den Verlauf des Bauteils kontrolliert zu variieren. Die Extension steuert auch die Aufbereitung der Bauteile für den Druckvorgang und sorgt dafür, dass der Vorgang nachvollziehbar und wiederholbar ist, was bei Produk- tionsteilen unabdingbar ist.

Augmented Reality

Die CAD-Daten können heute direkt in der Augmented Reality-Umgebung von ThingWorx Studio gelesen werden, um sie dann mit „ThingWorxView“ in einer realen Umgebung zu visualisieren und zusätzliche Informationen, z. B. wie PLM-Metadaten oder Sensordaten zu visualisieren. Dadurch kann die Produktinformation professionell, verständlich für Kunden und vor allem aber auch zur Unterstützung von Design Reviews in der Produktentwicklung verwendet werden. Mit wenigen Klicks können Kunden direkt in Creo ein AR-Erlebnis erstellen und veröffentlichen. Dazu sind keine Programmierkenntnisse erforderlich.

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Autoren

 Michael Wendenburg

Freier Journalist, Sevilla/E

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