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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Evergreens und Zukunftsmusik

Ein größeres Software-Release zu entwickeln, ist immer ein Spagat zwischen der Verbesserung des Bestehenden und der Entwicklung neuer Funktionalität. Die neue Version 4.0 von „Creo“ setzt den Akzent vielleicht stärker als die Vorgängerversion auf Zukunftstrends wie Connectivity, Model Based Definition, Augmented Reality und Additive Manufacturing. PTC wird aber gleichzeitig auch Kundenwünschen nach mehr Bedienerfreundlichkeit und Produktivität gerecht.


„Themen wie Connectivity oder Additive Manufacturing mögen im breiteren Markt mehr Interesse wecken, aber für unsere Kunden steht die Produktivität an erster Stelle. Sie ist die Grundlage unseres neuen Release“, sagt Brian Thompson, Senior Vice President CAD- Segment von PTC bei der Vorstellung von Creo 4.0 in Stuttgart. Unter dem Oberbegriff Produktivität subsumiert der PLM-Hersteller aus Needham, MA, zum einen die Steigerung der individuellen Arbeitsproduktivität durch eine verbesserte Bedienerführung, zum anderen aber auch funktionale Verbesserungen im Bereich der Modellierung.

Bild 1 Bool’sche Operationen gehören zu den funktionalen Verbesserungen in „Creo Direct“.

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Bool’sche Operationen gehören zu den funktionalen Verbesserungen in „Creo Direct“.


In Creo 4.0 hat PTC die Art, wie der Benutzer mit der Software interagiert, neu definiert. Dem Anwender stehen mit dem 3D-Modell kontextsensitive Menüs zur Verfügung, die sowohl Editier-Funktionen als auch Funktionen zum Generieren von Geometrie enthalten. Die zu bearbeitenden Geometrie-Elemente werden über einen intelligenten Auswahlmechanismus identifiziert. Das bedeutet, dass der Anwender Ribbon-Menü und den Feature-Baum komplett ausblenden und im Full-Screen-Modus arbeiten kann. Um sie wieder einzublenden, muss er den Cursor nur zum oberen Bildschirmrand bewegen. „Wir haben das mit 800 Kunden getestet und alle haben eine spürbare Verbesserung ihrer Arbeitsproduktivität festgestellt“, versichert Thompson.

Intelligentes Spieglein an der Hand

Zu den funktionalen Verbesserungen gehört die Erweiterung von Creo Direct um Bool‘sche Operationen und Extrusions-Funktionen. In „Creo Parametric“ wurde die direkte Modellierung (FMX) auch auf Blechteile ausgeweitet. Dieser Kundenwunsch ermöglicht es, auch importierte Bleche unter Einhaltung blechspezifischer Regeln für Aussparungen an den Ecken oder Biegekanten mit Direktmodellier-Funktionen zu bearbeiten. Weiterhin enthält das neue Release einen „Intelligent Mirror“-Algorithmus, der beim Spiegeln von Unterbaugruppen die Bauteile identifiziert, die durch Neupositionierung wiederverwendet werden können. „Das intelligente Spiegeln vermeidet eine unnötige Aufblähung des Teilebestands“, sagt Paul Sagar, VP CAD Product Management, und demonstriert das am Beispiel eines Kettenlaufrads, bei dem 80 Prozent der Bauteile wiederverwendet werden können.
Eine der wichtigsten Neuerungen in Creo 3.0 war die „Unite Technology“, die den Umgang mit Modellen aus anderen CAD-Systemen revolutionierte. In Creo 4.0 erweitert PTC die Multi-CAD-Fähigkeit der Software um die Möglichkeit, Subdivisionsmodelle aus Anwendungen für die schnelle Konzepterstellung wie „3D Studio Max“ in die FreeStyle-Extension zu laden und automatisch hochwertige Flächen einschließlich der Kontrollnetze für ihre Steuerung zu generieren. Das bedeutet, dass Industriedesigner ihre Konzeptmodelle nicht mehr komplett neu erstellen müssen, um sie in den Folgeprozessen verwenden zu können.

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Autoren

 Michael Wendenburg

Freier Journalist, Sevilla/E

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