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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Bildverarbeitung im Automobilbereich boomt

Darf es mit oder ohne Rückfahrkamera sein oder genügt der Radarpiepser? Ist der Blick aus der Vogelperspektive auf das Umfeld des stehenden Fahrzeugs schick genug? – Während die Fragen, die beim Endkunden ankommen, immer noch recht einfach sind, ist der Fahrzeugentwickler längst in deutlich höheren Leistungsbereichen der Bildverarbeitung angekommen. In kaum einer Branche hat sich der Einsatz von Kameras und Bildverarbeitungssystemen in den vergangenen fünf Jahren derart vervielfacht wie in der Fahrzeugtechnik.


Das oben Gesagte trifft selbst dann zu, wenn man sämtliche bildgebende Systeme in der Fahrzeugproduktion – wie 3D-Bildverarbeitung, gesteuerte Pick-and-Place- und Qualitätskontroll-Prozesse – vollständig außen vor lässt. So lässt sich bei qualifizierter Schätzung davon ausgehen, dass in wenigen Jahren der normale PKW mit einer bis zu zweistelligen Zahl an Kameras ausgestattet sein wird. Derzeit im Einsatz sind maximal: vier Kameras für den Surround-View, drei beim Rückspiegel für Stereo und Verkehrszeichen, einmal Driver Monitoring für Müdigkeitserkennung, zwei Kameras Spiegelersatz, eine Rückfahrkamera. Individuelle Anwendungen wie Überwachungskameras für den Innenraum des Fahrzeugs, die derzeit im ein oder anderen Dienstfahrzeug oder in Taxis Einzug halten, noch nicht mitgerechnet.
Da erstaunt es wenig, dass in der Entwicklung zum Teil bereits wieder versucht wird, die Zahl der Kameras zu reduzieren. Rückfahr- und Surroundfunktionen könnten beispielsweise bald wieder zusammenfallen.

Bild 1 Drei Frontkameras, eine am Heck, zwei weitere verborgen: Abbild eines Teststands für autonomes Fahren in dem neue Aufzeichnungssysteme validiert werden

Bild 1
Drei Frontkameras, eine am Heck, zwei weitere verborgen: Abbild eines Teststands für autonomes Fahren in dem neue Aufzeichnungssysteme validiert werden

Intelligente Rückspiegel

Bei Nutzfahrzeugen geht der Trend beim Kameraeinsatz dagegen erst einmal noch weiter klar nach oben. Nicht nur dass jeweils zwei oder mehr Kameras zusammen dort Spiegel ersetzen – hier schreitet auch die Entwicklung insgesamt deutlich schneller voran. So ersetzt im PKW-Bereich bislang nur jede zweite Designstudie die Außenspiegel durch Kameras. Das Automo- tive Team der Embedded Spezialisten der Nürnberger Solectrix GmbH arbeitet dagegen derzeit an einem digitalen Außenspiegelsystem für den Bereich Nutzfahrzeugtechnik, das bereits nächstes Jahr marktfähig sein wird.
Handfester ökonomischer Hauptvorteil für den Nutzer: Der CW-Wert wird durch die kleinen Kameras an Stelle der bisherigen monströsen Außenspiegelsysteme deutlich reduziert. Der Kraftstoffverbrauch des Fahrzeugs kann dadurch merklich gesenkt werden. Zudem bieten die Spiegelersatzkameras verglichen mit normalen Spiegeln auch Vorteile bei Sonne oder Dunkelheit. Ein HDR-Sensor garantiert bei jeder Helligkeit eine gute Dynamik.

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Autoren

Dr. M.Eng. Steffen Herbrecher

Solectrix GmbH
E-Mail: steffen.herbrecher@solectrix.de

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