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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Aktuelle Drehgeber – mehr als eine Evolution


Seit  vielen  Jahrzehnten  werden  Drehgeber zur  Positionierung,  Geschwindigkeitsmessung  oder  Motorregelung  eingesetzt.  Dabei kommen  im  Wesentlichen  optische  sowie magnetische, kapazitive und induktive Abtastverfahren zum Einsatz.
Nach  Aufkommen  des  Absolutgebers  kam es kurzzeitig zum Abgesang auf den Inkrementalgeber, da Positionieraufgaben nun direkt gelöst werden konnten. Die Statistiken sprechen allerdings eine andere Sprache: Nach wie vor werden  Inkremental- und  Absolutgeber weltweit  in  den  verschiedensten  Applikationen  eingesetzt  und nicht  zuletzt  die Windenergie  hat  dem  Drehgeber  einen ordentlichen  Schub gegeben.  Dementsprechend  wurden auch  die  Abtasttechnologien beider Geber familien  ständig  weiterentwickelt. Bei  Absolutgebern  gibt  es  einen  Trend  zur magnetischen  Abtastung,  insbesondere  in Verbindung  mit  der  Wiegand-Technologie  als Umdrehungszähler,  bei  der  ein  besonderer magnetischer  Effekt  zur  verschleißfreien Zählung  von  Umdrehungen  ohne  Getriebe oder  Pufferbatterie  genutzt  wird.  Durch die Verzehnfachung der Messgenauigkeit von 1  Grad  auf  0,1  Grad  in  den  letzten  Jahren  in
Verbindung  mit  einer  sehr  hohen  Robustheit läuft  der  magnetische  Absolutgeber  in  vielen Applikationen dem optischen Geber den Rang ab. Selbstverständlich sind moderne Absolutgeber  mit  allen  aktuellen  Feldbussen  und Ethernet-Schnittstellen  verfügbar  und  auch „Industrie  4.0“  macht  vor  den  Drehgebern nicht Halt. So gibt es bereits Drehgeber mit der offenen OPC UA-Schnittstelle, zu der sich erst kürzlich die deutsche Maschinenbau-Branche bekannt  hat.  Selbst  die  Sensor-Schnittstelle IO-Link  wird  zu  Parametrierung  oder  als Prozessschnittstelle bei Drehgebern eingesetzt. Anwendungen  wie  „Condition  Monitoring“ im Drehgeber sind in Verbindung mit IO-Link denkbar,  so  dass  Wartungszyklen  für  Maschinen und Anlagen deutlich verlängert werden können.
Auch  im  Bereich  der  Inkrementalgeber  hat sich einiges getan. Wurde in der Vergangenheit im  wesentlichen  Infrarot-Technik  eingesetzt, um  die  Impulsschei-ben  abzutasten,  sind hier  neue  Technologien  am  Start:  Zum einen  hält  auch  hier die  Magnettechnik Einzug, kann aber den aktuellen  optischen Abtastungen  bei  einigen Parametern (noch) nicht  das  Wasser  reichen. Vorteile sind hier sicherlich die Flexibilität, da mit dieser Technik  sehr  einfach  pro-
grammierbare  Inkrementalgeber  realisiert werden können. Im Bereich der optischen Abtastung kann durch die Verwendung einer blauen LED als Lichtquelle in Verbindung mit den entsprechenden  Abtast-ICs  sowohl  die  Genauigkeit als auch die Robustheit der Geber signifikant erhöht werden. Hier hat die klassische Infrarot-Technik, wie schon damals beim Umstieg von CD auf Blu-ray, womöglich bald ausgedient.
Durch  immer  ausgereiftere  Produktionstechniken  in  Kombination  mit  hochpräzisen Drehteilen  ist  der  Drehgeber  längst  kein Verschleißteil  mehr  und  erfüllt  auch  unter extremen  Bedingungen  wie  Offshore-Anwendungen  zuverlässig  seinen  Dienst.  Moderne Produktionskonzepte  wie  One-Piece-Flow  erlauben den Zugriff auf eine riesige Variantenvielfalt mit kürzesten Lieferzeiten.
Der  „Drehgeber  4.0“  kann  also  durchaus allen  aktuellen  Anforderungen  des  Marktes gerecht werden.

Autoren

Dipl.-Ing (FH) Matthias Padelt

Geschäftsführer,  Pepperl+Fuchs Drehgeber GmbH
Pepperl+Fuchs GmbH
Lilienthalstraße 200
68307 Mannheim
Tel.: 06 21/7 76-11 11
E-Mail: fa-info@de.pepperl-fuchs.com
www.pepperl-fuchs.com

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