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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Robotik und KI: Wie wir Dinge produzieren werden

Schon einmal hat die Robotik die Produktion von Gütern grundlegend verändert. Damals in den 80ern des 20. Jahrhunderts stand die Massenproduktion von Gütern wie Automobilen im Vordergrund. Ganz ähnlich wie heute kam es zu intensiven Diskussionen bezüglich der Sicherheit der Arbeitsplätze und ganz allgemein zur Zukunft der Arbeit. Doch was ist heute anders und was erwartet uns künftig?


Bild 1 In vielen Bereichen werden (humanoide) Roboter den Menschen ersetzen und ergänzen – daran führt kein Weg vorbei.

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In vielen Bereichen werden (humanoide) Roboter den Menschen ersetzen und ergänzen – daran führt kein Weg vorbei.

Wir wissen heute, dass ohne die Einführung von Robotern insbesondere in der Automobilproduktion eine wettbewerbsfähige Industrie in Deutschland gar nicht mehr existieren würde. Der Unterschied zu der heutigen Diskus- sion über die Veränderung der Produktion und ganz allgemein der Zukunft der Arbeit ist der, dass wir heute im 21. Jahrhundert tatsächlich vor einer massiven Veränderung stehen. Eine Veränderung, die viel weiter reicht als lediglich die Übernahme von eintönigen, immer wiederkehrenden Aufgaben durch Maschinen und die weit in Aufgabenbereiche hineinreichen wird, von denen wir bis heute glaubten, dass sie nur von Menschen ausgeführt werden könnten.

Zwei Technologien vereinigen sich

Der Grund für diesen Unterschied liegt darin, dass sich zwei Technologien vereinigen, die wir bis dahin getrennt voneinander erlebt haben. Einerseits die Robotik, also die Entwicklung von immer komplexer werdenden Maschinen, die nicht mehr nur in der Lage sind, Handhabungen auszuführen, sondern die selbst feinste, kraftgeführte Manipulationsaufgaben mittels hochdimensionaler Manipulatoren und feingliedriger Hand/Finger-Mechanismen bewältigen können und die darüber hinaus in der Lage sind, sicher auf zwei Beinen zu stehen und sich in für den Menschen geschaffenen Umgebungen sicher zu bewegen.
Zum anderen die Künstliche Intelligenz (KI), eine Technologie, die wir bisher – wenn überhaupt– nur in Form von Expertensystemen oder Inferenzmaschinen kennengelernt haben – das sind Computerprogramme, die aus einer Menge von Fakten und Regeln korrekte Schlüsse ziehen können. Ein Beispiel sind medizinische Diagnose-Systeme oder der berühmt gewordene Computer Watson, der das Quizspiel Jeopardy gegen menschliche Mitspieler gewinnen konnte. Ebenso begegnet uns die KI in den Algorithmen auf unseren Handys, die natürliche Sprachen wie Deutsch und Englisch verstehen können und korrekte, natürlich- sprachliche Antworten geben können, oder Computerprogramme, die Gesichter einzelner Personen aus einer Gruppe von Menschen identifizieren können.

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Autoren

Prof. Dr. Frank Kirchner

Leiter Robotics Innovation Center DFKI (Deutsches Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz) und Leiter der AG Robotik, Fachbereich Mathematik und Informatik, Universität Bremen

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