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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Sicherheit bis auf den Meeresgrund

Die weltweite Förderung von Öl und Gas auf hoher See verlangt innovative und komplexe Rohrlösungen aus hochwertigen Werkstoffen. Tiefen von bis zu 10.000 m unter dem Meeresspiegel sind für Ölkonzerne heute keine Seltenheit mehr, um an Ölvorräte zu gelangen. Um die wirtschaftliche Langzeitkalkulation zu erfüllen, sollte jede Quelle mindestens 25 Jahre sprudeln. Einen Beitrag zur notwendigen Qualitäts- und Planungssicherheit liefert das deutsche Schoeller Werk mit hochbelastbaren Control- Line- und Chemical-Injection-Rohren für die Offshore-Industrie (Bild 1). Diese sind technisch so aus- gelegt, dass sie den extremen Druckverhältnissen in der Tiefsee ebenso standhalten wie sehr hohen Temperaturen und aggressiven flüssigen Medien.


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Bild 1
Die Rohrausführungen des Schoeller Werks kommen in einer Tiefe von bis zu 15000 m unter dem Meeresspiegel zum Einsatz. Dort halten sie extremen Druckverhältnissen und hohen Temperaturen stand.

Weltweit gibt es mehr als 2000 Offshore-Bohrinseln mit einem Vielfachen an einzelnen Bohrlöchern, aus denen kontinuierlich Öl und Gas gefördert werden. Die technische Ausstattung dieser Anlagen stellt extreme Anforderungen an die handverlesenen Zulieferer aus der Edelstahlindustrie. Das Schoeller Werk hat die Offshore-Herausforderung bereits vor 35 Jahren angenommen und zählt seit vielen Jahren zu den festen Größen in der Branche. So entstehen in der Eifel neben Rohren für die Automobilwirtschaft, chemische Industrie und Medizintechnik sowie Kraftwerks- und Apparatebau auch technologisch außergewöhnliche Lösungen für den Einsatz auf Bohrinseln.

Beispiel: Öl- und Gasförderung in Norwegen

Allein für das Unternehmen TCO Norwegen, den externen Dienstleister des norwegischen Staatskonzerns Statoil, hat das Schoeller Werk seit Beginn des Kundenverhältnisses im Frühjahr 2014 über 500.000 m Rohr geliefert. Im Zentrum der Zusammenarbeit steht ein stopfengezogenes Ringrohr in den hochwertigen Nickel-Basis-Legierungen Alloy 825 und Alloy 625. Hinzu kommen austenitische Rohre aus der Edelstahlklasse 316 Ti. Die gelieferte Rohrausführung überzeugte Statoil derart, dass das Unternehmen die Rohrausführung als Standard definierte und in die eigenen Spezifikationen übernahm. Neben den unterschiedlichen Werkstoffen gilt es je nach Anforderung, unterschiedliche Durchmesser und Wandstärken darzustellen – das stopfengezogene Schoeller-Rohr bietet hier alle Möglichkeiten. Die Rohrausführung und die entsprechenden Qualitätsprüfungen legen den Grundstein dafür, dass die fertige Lösung später einem Innendruck von bis zu 2500 Bar mühelos standhält. Außerdem halten die hochwertigen Werkstoffe in Verbindung mit der verbesserten Oberflächengüte durch den Ziehprozess dem Einwirken von Salzwasser und anderen aggressiven Medien stand.

Stopfen sorgt für Glättung

Bild 2 WIG-Oribtalschweißnaht von innen: Um die von den Kunden geforderten 15000 m und mehr liefern zu können, werden Einzelringe durch eine Orbitalschweißung verbunden. Eine zusätzliche Röntgenprüfung stellt sicher, dass die Schweißung porenfrei und dicht ist.

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WIG-Oribtalschweißnaht von innen: Um die von den Kunden geforderten 15000 m und mehr liefern zu können, werden Einzelringe durch eine Orbitalschweißung verbunden. Eine zusätzliche Röntgenprüfung stellt sicher, dass die Schweißung porenfrei und dicht ist.

Zu den Besonderheiten des stopfengezogenen Rohres zählen seine geometrisch präzise Rundung sowie die hohe Schweißnahtqualität (Bild 2).

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Autoren

 Markus Zimmermann

Teamleiter Energie, Schoeller Werk

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