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Ausgewählte Ausgabe: 05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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„Digitalisierung“ historischer Dampfmaschinen

Die Digitalisierung der Industrie hält kontinuierlich Einzug in die Industrieunternehmen und deren Produkte. Nicht alle Anlagen und Produkte können von Grund auf für eine Digitalisierung ausgerichtet werden. Gerade bei historisch wertvollen Anlagen ist eine nachrüstende Digitalisierung gewünscht, um sowohl Betriebssicherheit als auch Funktion der Anlage in Zukunft sicherzustellen.


Bild 1 Steuerstand der Dampfmaschine auf der „Schiller“ (Baujahr 1906)

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Steuerstand der Dampfmaschine auf der „Schiller“ (Baujahr 1906)

Auf den Schweizer Seen nördlich und südlich des Alpenhauptkammes sind viele Dampfschiffe aus der Anfangszeit des vorherigen Jahrhunderts unterwegs. Diese werden in der Regel im Linienbetrieb eingesetzt. Daher müssen sie den Anforderungen eines zuverlässigen Betriebs gewachsen sein. Auf dem Vierwaldstättersee sind fünf historische Dampfschiffe in Betrieb, die im Sommerhalbjahr den fahrplanmäßigen Liniendienst auf dem gesamten See bestreiten. Diese im Hafen Luzern beheimateten Schiffe werden von der Shiptec AG in Luzern instandgehalten und optimiert.

Zu jeder Sommersaison ist eine Neuabstimmung und Justierung der Dampfmaschinen nötig

Der tägliche Betrieb dieser Denkmäler der Technikgeschichte ist ein Beispiel, wie historische Technik und heutige Anforderungen an den Betrieb realisiert und zuverlässig eingesetzt werden. Dies erfordert nebst aufwendigen Wartungsarbeiten zu Beginn jeder Sommersaison eine Neuabstimmung und Justierung der mehrstufigen Dampfmaschinen. Die Einstellung der Dampfmaschine mit ihren mechanisch gekoppelten Ventilen, welche in einem modernen Verbrennungsmotor von einer Kennfeldsteuerung und einer Zünd- und Einspritzanlage übernommen werden, ist auf der Dampfmaschine im Grundsatz ähnlich, jedoch ausschließlich mechanisch verwirklicht. Mit der Justierung der Steuereinrichtungen an den mehrstufigen Maschinen zu Beginn einer Sommersaison müssen im Rahmen einer Testfahrt alle Betriebspunkte für den Fahrbetrieb neu eingestellt und überprüft werden. Die ursprünglich vorgesehenen Hilfsmittel stammen noch aus der Bauzeit der Schiffe und sind nur sehr eingeschränkt zu verwenden.

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Autoren

 Martin Einsiedler

Shiptec AG Luzern
Werftestr. 5, 6002 Luzern/CH
Tel.: +41 (0) 41 3 67 66 95
E-Mail: m.einsiedler@shiptec.ch
www.shiptec.ch

Prof. Dr.-Ing. Albert Loichinger

IPEK Institut für Design Produktentwicklung und Konstruktion, Hochschule für Technik Rapperswil
Oberseestr. 10, 8640 Rapperswil (CH)
Tel.:  + 41 55 222 48 50  
E-Mail: albert.loichinger@hsr.ch
www.ipek.ch