Service für Feinschmecker

Alle Jahre wieder fiebern die Feinschmecker einem besonderen Termin entgegen: Dem ersten Spargelstich. Nach der Ernte muss der Spargel möglichst schnell und effizient weiterverarbeitet werden. Dabei spielen moderne Spargelschälmaschinen eine wichtige Rolle. Für diese Maschinen ist einfache Bedienbarkeit ein wichtiges Kriterium. Der Maschinenhersteller Hepro setzt darum auf Touchdisplays von Wachendorff Prozesstechnik.


Die Sprossen des Gemüsespargels brauchen besondere Böden und ein spezielles Klima, damit sie gut gedeihen. Aufgrund seiner Beschaffenheit von Hand geerntet, gilt Spargel als kostbare Delikatesse, die möglichst frisch auf den Tisch kommen sollte. Wer schon einmal frischen Spargel zubereitet hat, der weiß, wie mühsam das Schälen der dünnen Stiele ist. Die abgetragenen Streifen sollen möglichst dünn sein und auf keinen Fall darf die zarte Spitze abbrechen – ist sie doch das Beste des köstlichen Gemüses.

Bild 1 Pneumatisch gesteuerte Greifersysteme nehmen den Spargel vom Förderband und führen ihn in die speziell entwickelten Aufnahmetulpen ein. Der Spargel wird am Kopf mit Hilfe eines luftgefüllten Silikonbalges gehalten.

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Pneumatisch gesteuerte Greifersysteme nehmen den Spargel vom Förderband und führen ihn in die speziell entwickelten Aufnahmetulpen ein. Der Spargel wird am Kopf mit Hilfe eines luftgefüllten Silikonbalges gehalten.


Um die Mengen, die während der kurzen Ernteperiode anfallen, schnell und wirtschaftlich zu verarbeiten, nutzt man heute spezielle Schälmaschinen. Ein Hersteller solcher Maschinen ist die Firma Hepro, die ihren Sitz in Ostwestfalen hat. Hier, umgeben von Spargelfeldern, hatten Christoph Protte und Siegfried Hennemeier 1992 den Auftrag, eine Maschine zum Spargelschälen zu entwickeln. Hans-Josef Brautmeier, ein Freund der beiden Maschinenbautechniker, war nämlich Spargelbauer und wünschte sich einen Schälautomaten, der das empfindliche Gemüse nach höchsten Qualitätsansprüchen bearbeiten konnte. So machten sich die beiden ans Werk und meldeten 1994 das erste Patent an. Hepro war gegründet und beliefert heute die ganze Welt mit Schälmaschinen für Spargel, aber auch für Karotten, Gurken oder Schwarzwurzeln.

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Die neuen Industrie-Spargelschälmaschinen bieten bis zu 50% mehr Schälkapa-zität bei gleichem Personalaufwand. Mit den größten Maschinen können bis zu 10 000 Spargelstangen pro Stunde geschält werden. Das Arbeitsprinzip ähnelt einem 3-Zylinder-Takt: drei Messerbalken mit je zwei Schällinien arbeiten um jeweils 120 Grad versetzt. Dadurch wird der Maschinenlauf ruhiger und runder. Bild rechts: Kleine Schälautomaten, die während der Saison im Einzelhandel für zusätzlichen Service sorgen, stammen ebenfalls von Hepro.

Nach über 20 erfolgreichen Jahren gibt es vom kleinen Automaten, der während der Saison im Einzelhandel steht, bis hin zu großen Anlagen für die industrielle Fertigung viele unterschiedliche Maschinen im Hepro-Sortiment.
In Südamerika etwa, wo Spargel durch besondere klimatische Verhältnisse das ganze Jahr über Saison hat, wird er tonnenweise in großen Fertigungslinien verarbeitet und findet dann den Weg ins Glas, in die Kühltruhe oder in Fertiggerichte wie Hühnerfrikassee.
In den Schälmaschinen von Hepro werden die Stangen durch automatische Greifer vorsichtig gefasst und dann mit der Spitze in sogenannten Tulpen mit Hilfe von Luftpolstern sanft fixiert. So wird die Spitze geschützt, während versetzt angeordnete Schälerpaare am Spargel entlanggleiten und für den perfekten Schnitt sorgen.

Spargel ist kein Einheitsprodukt

Nicht jede Sorte Spargel ist gleich und je nach Witterung und Bodenbeschaffenheit können Stangen dicker oder dünner, länger oder kürzer, härter oder weicher ausfallen. Der Weg der Schäler kann ebenso unterschiedlich sein wie die benötigte Druckluft, damit die Stangen sicher in der Tulpe bleiben und trotzdem die kostbare Spitze keinen Schaden nimmt.
So sind die Maschinen von Hepro besonders flexibel ausgestattet und können vom Bediener entsprechend der aktuell zu schälenden Ware eingestellt werden. Damit dies im laufenden Betrieb schnell und einfach gelingen kann, verwendet Hepro Bediengeräte von Wachendorff.

Codesys-basierte Steuerungen

„Wir verwenden für unsere Maschinen Codesys-basierte Steuerungen in Kombination mit Web-Panel“ erklärt Franz Mielemeier, der mit seiner Firma Sipro für die Elektronik der Schäl- maschinen verantwortlich ist. Er hatte damals seinen Betrieb zeitgleich mit Hepro gegründet und gehört zu den Partnern der ersten Stunde.

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Endmontage und Funktionstest einer Schäl-maschine Hepro-1800. Das zentral angeord- nete Bediengerät von Wachendorff ist die Mensch-Maschine-Schnittstelle.

„Wir suchten im letzten Jahr nach einer preisgünstigen und gleichzeitig flexiblen Lösung, um unsere Maschinen einfach bedienbar zu machen. Da Hepro weltweit liefert, brauchen wir die Möglichkeit, unterschiedliche Sprachen und auch Schriftzeichen auswählen zu können“ ergänzt der Elektrofachmann. Fündig wurde er nach Internetrecherche, Besuchen bei Händlern und Präsentationen von Herstellern bei Wachendorff Prozesstechnik. „Hier haben wir ein sehr robustes und brilliantes Web-Panel mit 10-Zoll-Display zu einem sehr attraktiven Preis gefunden, das alles kann, was wir brauchen“ freut sich Franz Mielemeier.

Display: nicht komplexer als nötig

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Autorisierte Techniker können über eine geschützte Ebene viele zusätzliche Parameter überprüfen und so Optimierungen vornehmen. Über das Wachendorff-Web-Panel kann der Bediener wichtige Parameter einstellen.

Eine Displayvariante mit ausgefallenen Features wäre für die Aufgaben bei Hepro völlig überdimensioniert – schließlich läuft die Visualisierung über die Steuerung, während das Bediengerät hier wirklich nur die Aufgabe der Mensch-Maschine-Schnittstelle übernimmt. Per Touch kann der Bediener die Maschine ein- und ausschalten, bestimmte Parameter wie die Länge der zu schälenden Stangen oder den Druck, mit dem die Schäler an den Spargel gedrückt werden, einstellen. In einer zweiten Ebene, die passwort- geschützt nur autorisierte Techniker erreichen können, lassen sich weitere Spezialfunktionen abrufen – etwa die Schließzeiten von Messern verändern und Geschwindigkeiten von Motoren oder Ventilen variieren.
„Vor allem die vielen Parameter, die man hier ablesen und einstellen kann, lassen das Herz der Techniker höher schlagen“ erklärt Franz Mielemeier. „Darum haben wir uns auch für ein großes Display entschieden, auf dem man viele Werte gut lesbar darstellen kann“ ergänzt er.
Konkret kommt bei Hepro das 10-Zoll- Web-Panel WWPEC 100 von Wachendorff zum Einsatz. Es ist mit nur 32,5 mm Einbautiefe nahezu überall installierbar und wird für Hepro mit eigenem Logo ausgeliefert. Die Platine des Web-Panels WWPEC ist durch eine spezielle Beschichtung gegen Korrosion und Feuchtigkeit geschützt, was gerade beim Einsatz in der Lebensmittelindustrie besonders wichtig ist. Das lüfterlose System mit 32 Bit RISC-Prozessor und 600 MHz Takt besitzt reichlich Rechenpower und überzeugt durch angenehm schnelle Seitenumschaltung.

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Kontakt:
Wachendorff Prozesstechnik GmbH & Co. KG
Industriestr. 7
65366 Geisenheim
Tel.: 0 67 22/99 65–20
E-Mail: wp@wachendorff.de
www.wachendorff-prozesstechnik.de