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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Bremsen im größten Gezeitenkraftwerk der Welt

Das dritte System dient lediglich als zusätzliche Sicherheit. Die Bremsen sind als Haltebremsen ausgelegt, können in Ausnahmesituationen aber auch zur Notbremsung eingesetzt werden. Die elektromechanischen Systeme sind selbsthemmend, was bedeutet, dass die Stromzufuhr abgeschaltet werden kann, sobald die Bremsen zugefahren sind. Sollte die Stromzufuhr einmal unerwartet abfallen oder gar unterbrochen werden, bleibt die Anpresskraft aufgrund der Selbsthemmung erhalten. Im Umkehrschluss heißt das, dass die Bremsen keine elektrische Energie verbrauchen, wenn sie im geöffneten, betriebsbereiten „Stand-by“-Modus sind. Die unterbrechungsfreie Stromversorgung der AR 1500 ermöglicht eine Aktivierung der Bremssysteme zu jeder Zeit.
Mit dem Verzicht auf den Einsatz einer Hydraulik erübrigen sich die üblicherweise erforderlichen Wartungsarbeiten wie Öl- und Filterwechsel, Ölentsorgungen etc. Das macht die elektromechanischen Bremsen nahezu wartungsfrei. Für Wartungs- oder Installationszwecke lassen sie die Bremsen auch stets manuell, mittels einfachen Werkzeugen, öffnen oder schließen. Die Zustände der Bremsen wie „gebremst“, „gelüftet“ oder „Belagverschleiß“ werden über Endschalter angezeigt. Ausgelegt und angepasst wurden die Bremsen im ostwest- fälischen Schloß Holte-Stukenbrock. An diesem Standort bündelt KTR seine gesamten Bremsenaktivitäten unter dem Dach der KTR Brake Systems GmbH. Neben der Entwicklung und Produktion von elektromechanischen und hydraulischen Bremssystemen finden hier auch umfangreiche Tests und Funktionsprüfungen von Prototypen und Serienprodukten statt. So zum Beispiel auf einem Universalprüfstand für Rotor- und Azimutbremsen, einem Zugprüfstand, der Tests bei Umgebungstemperaturen bis zu -40 °C ermöglicht.

Herausforderungen meistern

Der starke Gezeitenstrom an der Nordküste Schottlands stellt das MeyGen-Projekt vor die größten technischen Herausforderungen. Durch die permanenten starken Strömungen und hohe Korrosivität des Meerwassers sind sämtliche Materialien immensen Belastungen ausgesetzt. Hier müssen alle Komponenten höchsten seewasser- und stahlbautechnischen Anforderungen genügen. Da Serviceeinsätze auf hoher See schwierig, risikoreich und kostenintensiv sind, müssen alle Komponenten so lange wie möglich zuverlässig und sicher funktionieren. Nach Vorgabe von Atlantis Resources Limited soll die neue Turbinenanlage nur alle sechs Jahre generalüberholt werden.

Potential noch nicht ausgeschöpft

Das Energiepotenzial der Gezeitenströme am Pentland Firth ist enorm: Einer Studie der University of Oxford zufolge wäre hier sogar eine Gesamtleistung von 1,9 GW möglich, würde die gesamte Breite des Meerenge ausgenutzt. Dafür berechneten die Wissenschaftler eine optimale Verteilung der Gezeitenturbinen. Das könnte aber schwierig werden, denn die Erschließung der Gewässer an der Nordküste Schottlands liegt nicht in einer Hand. Neben MeyGen haben drei weitere Unternehmen eine Lizenz von der englischen Regierung erworben. Um die Strömungsenergie optimal zu nutzen bedarf es einer sorgfältigen Abstimmung aller Beteiligten.

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Kontakt:
KTR Systems GmbH
Carl-Zeiss-Straße 25
48432 Rheine
Tel.: 0 59 71/79 80
E-Mail: mail@ktr.com
www.ktr.com

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Autoren

 Klaus Buschulte

Projektleiter, KTR Brake Systems GmbH 33758 Schloß Holte-Stukenbrock

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