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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Bremsen im größten Gezeitenkraftwerk der Welt

Der Pentland Firth, die Meerenge zwischen der schottischen Nordküste und den Orkney-Inseln, wird von Kennern das „Saudi-Arabien der Gezeitenkraft“ genannt. In diesen Gewässern fließt das Wasser regelmäßig und mit hoher Geschwindigkeit. Hier sollen Meeresströmungen mit Geschwindigkeiten von geschätzten fünf Metern pro Sekunde vorkommen. An dieser energiereichen Stelle, die den Atlan-tischen Ozean mit der Nordsee verbindet, soll das größte Gezeitenkraftwerk der Welt entstehen.


Gezeiten, Strömungen oder Wellen – das bewegte Meer hat eine gigantische Energie. Doch oft entfaltet sie sich unberechenbar. Nicht so während der Gezeiten, die zuverlässig wie ein Uhrwerk pendeln und deren Energiepotential sich exakt berechnen lässt. Das World Energy Council in London schätzt die nutzbare elektrische Energiemenge durch Gezeitenströme auf 2000 Terawattstunden pro Jahr – gut dreimal so viel wie der deutsche Jahresstromverbrauch. Anders als bei der Windenergie, lässt sich der zu erwartende Energieertrag durch die grüne Welle von Ebbe und Flut sehr genau vorhersagen bzw. berechnen (Bild 1).

Bild 1 Unterwasserturbinen stehen auf dem Meeresboden und wandeln die kinetische Energie aus dem Tidenhub in elektrischen Strom um.  (Bild: FTI Consulting)

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Unterwasserturbinen stehen auf dem Meeresboden und wandeln die kinetische Energie aus dem Tidenhub in elektrischen Strom um.
(Bild: FTI Consulting)


Bei dem geplanten Meeresströmungskraftwerk an der Nordküste Schottlands handelt es sich um ein Projekt zur Nutzbarmachung von Meeresenergie und der Erschließung der Gezeitenressourcen.
KAP-KTR Bild 2 BU

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Die Unterwasserturbine wird auf die Tragstruktur montiert, die auf dem Meeresgrund steht. Die bis zu 1000 t schwere Tragstruktur wird zusätzlich mit schweren Gewichten versehen. Aufgrund des hohen Eigengewichts der gesamten Anlage sind Bodenbohrungen nicht notwendig.

Das Vorhaben am Pentland Firth erstreckt sich in ca. 30 Metern Tiefe auf einer Grundfläche von über 10 Quadratkilometer und wird von der schottischen Projektierungsfirma MeyGen Limited realisiert. Der Bau des Turbinenfeldes erfolgt in mehreren Phasen. In der ersten Ausbaustufe wurden jetzt vier Unterwasserturbinen der Hersteller Atlantis Resources Limited und Andritz Hydro Hammerfest auf dem Meeresgrund installiert (Bild 2). Ihr Betriebsbeginn ist für das Frühjahr 2017 geplant. Weitere 80 Turbinen sollen bis 2022 folgen und eine Gesamtleistung von 86 MW erzielen. Damit könnten bereits rund 40 Prozent der Haushalte des schottischen Hochlands mit regenerativer Energie aus dem Meer versorgt werden. Das Fernziel des Gezeitenprojektes liegt bei insgesamt 398 MW. MeyGen würde dann das derzeit weltweit größte Gezeitenkraftwerk von Sihwa-ho in Südkorea mit 254 MW überflügeln.

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Autoren

 Klaus Buschulte

Projektleiter, KTR Brake Systems GmbH 33758 Schloß Holte-Stukenbrock

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