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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Technische Kommunikation braucht Standards

Standardisiert werden dabei die allgemeinen Metadaten, die die Dokumentation selbst, also etwa einzelne Sektionen, näher beschreiben. Unberührt von der Standardisierung bleiben hingegen spezifische Metadaten, die nötig sind, um etwa unterschiedliche Produktvarianten wie verschiedene Modelltypen einer Anlage zu charakterisieren. So gelingt der Brückenschlag aus Standardisierung auf der einen und der herstellerbedingten Individualität auf der anderen Seite.

Das erste Standardvokabular für Technische Dokumentationen

Als zentrale Informationseinheit für Metadaten dient beim iiRDS die InformationUnit, die entweder ein Paket, ein Dokument, ein Topic oder ein Fragment innerhalb eines Topics darstellt. Diese jeweiligen Informationseinheiten sind direkt über eine URL (Uniform Resource Locator) erreichbar. Hinzu kommen für jede InformationUnit funktionale Metadaten und Produktmetadaten. Funktionale Metadaten meinen etwa Fehlercodes, Intervalle für Wartungen oder Auflistungen benötigter Werkzeuge. Produktmetadaten beinhalten Produktvarianten oder auch variantengebende Metadaten wie etwa Funktionen oder Komponenten. „In der Summe ergibt diese Metadatenbibliothek das erste standardisierte Vokabular für Technische Dokumentationen“, erklärt Stefan Freisler, Vorstand DERCOM. Es wird sowohl in Deutsch als auch Englisch verfügbar sein.

Intelligente Informationen clever verpackt

Die Informationspakete, die mit iiRDS ausgeliefert werden, bestehen aus einer Inhaltsdatei im HTML- oder XML-Format sowie einer Steuerdatei samt der Metadaten im RDF-Format. Obwohl die Blickrichtung des iiRDS in diesem Sinne zukunftsweisend ist, gerät der Ist-Zustand dabei nicht aus den Augen. Noch ist es nicht Usus, dass Unternehmen Dokumentationen auf Topic-Basis erstellen, außerdem lassen sich viele Bestandsdokumentationen nicht in neue Formate wie HTML5 übertragen. Ein dreistufiges Konzept soll das Problem lösen.
Auf der niedrigsten Stufe enthält das Paket das komplette Dokument, z. B. als PDF, sowie die dazugehörigen Metadaten. Stufe zwei beinhaltet die Dokumentationsmodule, also etwa Topics in HTML5 oder XML. Hinzu kommen die Metadaten der Module. Erst bei Stufe drei greifen User auf die Dokumentationsmodule inklusive aller Metadaten der Topics sowie weiter aufgefächert auch auf die Fragmente von Topics zu. Das ermöglicht zum Beispiel die feindifferenzierte Auswahl von selbst einzelnen Warnhinweisen innerhalb von Topics.

iiRDS mitgestalten

Bereits auf der vergangenen tekom-Jahrestagung im November 2016 stellte die Arbeitsgemeinschaft zum iiRDS erste Use Cases für das neue Format vor, im März erfolgte die Veröffentlichung der Entwurfsversion. Diese steht als Open-Source-Datei allen interessierten Benutzern zur Verfügung. Zwar ist die Veröffentlichung der ersten Vollversion bereits für Sommer geplant, dennoch lohnt sich der Download der aktuellen Ausgabe für fachkundige User.

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Autoren

 Stefan Freisler

Vorstand DERCOM