Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 2 von 4

Technische Kommunikation braucht Standards

Dabei dient der iiRDS als Transmis- sionsriemen zwischen Information und Anfrage seitens der User. Als Beispiel stelle man sich einen Techniker vor, der bei einer Anlage einen bestimmten Fehlercode ausliest. Diesen sendet er an einen Server. Der Standard erkennt seine Anfrage und prüft die Berechtigung des Nutzers, verpackt alle benötigten Informationen entsprechend und schickt diese auf das Mobilgerät des Users. Dort werden die Informationen dank der Verwendung des iiRDS wie gewünscht dargestellt. Durch dieses Prinzip sind sogar Szenarien denkbar, die die Möglichkeiten einer klassischen Dokumentation – sei es auf Papier oder in digitalisierter Form – bei weitem übersteigen. Z. B. könnten sich Techniker Wartungspläne für komplette Anlagen selbst dann generieren lassen, wenn die einzelnen Komponenten von unterschiedlichen Lieferanten stammen. Der Standard liefert somit einen entscheidenden Beitrag, um Workflows zu optimieren, die Ressource Zeit effizient einzusetzen und dadurch wirtschaftlicher zu arbeiten.

Topics, Metadaten und Co.

Bild 2 Der Standard iiRDS („intelligent information Request and Delivery Standard“) verspricht große Vorteile für Konstrukteure, Monteure, Anwender ...

Bild 2
Der Standard iiRDS („intelligent information Request and Delivery Standard“) verspricht große Vorteile für Konstrukteure, Monteure, Anwender ...

Die Voraussetzung für die kontextuelle Aufarbeitung von Informationen ist es, den Fokus nicht länger auf das gesamte Dokument zu legen, sondern das Dokument in einzelne Topics beziehungsweise Themen aufzugliedern. Eine Dokumentation ist in diesem Sinne als Gesamtmenge zusammenhängender Themen zu verstehen. Bei der klassischen Technischen Dokumentation auf Papier, also beispielsweise einem Benutzerhandbuch für eine Maschine oder Anlage, würde der User das Inhaltsverzeichnis nach Schlagwörtern durchsuchen und selbst den Kontext zu der vorliegenden Situation herstellen. Zwar bietet der iiRDS eine Suchfunktion, doch gilt es noch eine Hürde zu überwinden: Sprache kann mehrdeutig sein, unterschiedliche Begriffe bezeichnen manchmal ein und denselben Gegenstand oder Kontext. Der „Monteur“ kann etwa als „Techniker“ bezeichnet werden, der „Fehlercode“ wird zum „Störbericht“ – oder umgekehrt. Um dieses Problem zu lösen und den Usern intelligente Informationen standardisiert zur Verfügung zu stellen, bedarf es der Vergabe von einheitlichen Metadaten. Nur durch dieses Prinzip lassen sich Dokumentationsinhalte auch über Herstellergrenzen hinweg universell austauschen.

Seite des Artikels
Autoren

 Stefan Freisler

Vorstand DERCOM