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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Technische Kommunikation braucht Standards

Konstrukteure, Redakteure, Monteure, Anwender: Der Lebenszyklus von Industrieprodukten wie Maschinen oder Anlagen ist komplex. Die unterschiedlichsten Personenkreise stellen über sie digita- lisierte Technische Informationen zusammen oder rufen diese für Betrieb, Wartung oder Reparatur ab. Je nach Kontext müssen die Informationen dafür verschiedene Funktionen erfüllen. 2016 rief die Gesellschaft für Technische Kommunikation (tekom) eine Arbeitsgruppe zur Entwicklung eines Datenbereitstellungsstandards für intelligente Informationen zusammen. Das Ziel des „intelligent information Request and Delivery Standard“ (iiRDS): Informationen sollen sich mithilfe von Metadaten dynamisch an Rollen und Anwendungskontexte anpassen.


Von den enormen Vorteilen, die sich mit einem Datenbereitstellungsstandard für intelligente Informationen branchen- und anwenderübergreifend realisieren lassen, ist unter anderem der DERCOM – der Verband Deutscher Redaktions- und Content Management System Hersteller – vollauf überzeugt. Der neue Standard soll es Usern erlauben, Technische Dokumentationen auf digitalem Wege abzurufen – und das individuell auf ihre Bedürfnisse ausgerichtet. Zudem garantiert die Verwendung standardisierter Metadaten, dass keine kostspieligen Mediengrenzen entstehen.

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Technische Informationen sollten allen Beteiligten jederzeit und vollständig zur Verfügung stehen.

Dadurch ist gewährleistet, dass die Wahl des Content Delivery- bzw. Web-Servers auf Seiten des Users keine Auswirkungen auf die Bereitstellung der Informationen besitzt. Das entspricht ganz der Agenda des DERCOM: Die Verbandsmitglieder unterstützen etwa 80 Prozent der Anwender von Redak-tionssystemen und CMS im deutschsprachigen Raum mit ihren Lösungen. Eines der Hauptziele des DERCOM ist die Standardisierung – dementsprechend engagiert sich der Verband mit allen Mitgliedern aktiv in der Arbeitsgruppe zum iiRDS.

Eine Dokumentation, unzählige Möglichkeiten

Das Potential Technischer Dokumentationen, die intelligente Informationen nutzen, wird an einigen Beispielen deutlich: In Folge einer Fehlermeldung möchte ein Monteur gezielt die Informationen zur entsprechenden Sektion einer Technischen Dokumentation digital abrufen. Der Anwender interessiert sich hingegen viel wahrschein- licher für die Abschnitte, die den Regelbetrieb oder Pflege- und Wartungsabläufe beschreiben. Doch je komplexer die Anlage, desto komplexer zeigt sich natürlich auch die dazugehörige Dokumentation. Die Idee des iiRDS setzt genau dort an. Mit ihm soll es passend zum Anwendungskontext möglich sein, dynamisch und zielgerichtet die jeweils benötigten Informationen abzurufen und entsprechend der situativen Bedürfnisse darzustellen – sei es für den Anwender am stationären Desktop-PC oder den Monteur, der vor einer Anlage steht und die Dokumentation mit dem Tablet aufruft.

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Autoren

 Stefan Freisler

Vorstand DERCOM