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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Gemeinsame Datenbasis für elektrische und mechanische Konstrukteure

Je größer sein Konstruktionsbetrieb, desto eher benötigt ein Unternehmen ein Produktdatenmanagement-System. Die Baumann GmbH, Automatisierungsspezialist aus Amberg, gehört mit 65 mecha- nischen und 12 elektrischen Konstrukteuren definitiv in diese Kategorie. Für Jörg Weigert, den Leiter des Baumann-Geschäftsbereiches Handling Solutions muss ein solches System erstens MCAD- wie ECAD-Daten unter einer Oberfläche aufnehmen können und zweitens nicht nur eng in die CAD-, sondern auch in die ERP-Landschaft des Unternehmens integriert sein.


Baumann konstruiert seine High-Performance-Maschinen für industrielle Montage-, Handlings- und Testaufgaben mit „Inventor“ für die 3D-Konstruktion und „Eplan“ für E-CAD. Als PDM-System nutzten die Konstrukteure bis vor kurzem Autodesk „PSP Productstream Professional“. Dort mussten sie Stücklisten per Hand in Excel exportieren und an den Einkauf transferieren, der sie wiederum manuell in sein Bestellsystem eingab – ein Nebeneinander separater Insellösungen, aufwendig und fehleranfällig in der Pflege.

Bild 1 Das Handlingssystem „feed|box“ mit Wagenmodul wurde von Baumann Automation entwickelt

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Das Handlingssystem „feed|box“ mit Wagenmodul wurde von Baumann Automation entwickelt


In Anbetracht der Produktabkündigung von PSP durch Autodesk Mitte 2014 begann sich Baumann nach Alternativen umzusehen. Ein neues PDM/PLM-System sollte DMS-Funktionalität, Multi-CAD-Fähigkeit, Mechatronik und Projektmanagement beinhalten und damit helfen, die internen Prozesse stärker zu automatisieren. Baumanns CAD-Partner Cintec empfahl die Software „Pro.File“, die nun seit Frühjahr 2016 im Einsatz ist. Die integrierte Lösung verlinkt Produkt- daten und -dokumente automatisiert zwischen den CAD- und ERP-Systemen der einzelnen Abteilungen und verfügt über eigene Integrationen zu Inventor und dem „APplus“-ERP-System.

Fast 1 Million Dateien in das neue PLM-System übertragen

Rund 900 000 Dateien übertrug Baumann von PSP in das neue PLM und importierte im zweiten Schritt weitere Dokumente in den Neutralformaten STEP und DXF aus Microsoft „Sharepoint“ von APplus. Martin Kindl, Konstrukteur und PLM-Projektleiter: „Bei einer solchen Vorbereitung muss man genau überlegen, welche Feldinhalte und Metadaten notwendig sind und welche fehlen. Erst eine saubere Vor- arbeit garantiert, dass am Ende alle Dokumente und Metadaten am richtigen Ort im Zielsystem landen.“
Auf den Konstruktionsrechnern bei Baumann sind nun das neue PLM sowie Inventor bzw. EPlan installiert. Alle Dokumente, welche die Konstruktion erzeugt, liegen im PLM-System; neben CAD-Anlagen auch technische Beschreibungen, Projektdokumente sowie kaufmännische Dokumente wie Angebote von Lieferanten. Über die PLM-eigene Schnittstelle werden die Daten von Inventor übertragen, die Suche verläuft generell über den Teilestamm. Es werden zudem Dokumenteigenschaften, z. B. die Benennungen in den zugehörigen Dokumenten, direkt aus dem Artikel gezogen.

Bild 2 Martin Kindl, Konstrukteur und PLM-Projektleiter (links) und Jörg Weigert, Leiter des Geschäftsbereichs Handling Solutions, beide Fa. Baumann Automation. (Bild: Zscheile)

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Martin Kindl, Konstrukteur und PLM-Projektleiter (links) und Jörg Weigert, Leiter des Geschäftsbereichs Handling Solutions, beide Fa. Baumann Automation. (Bild: Zscheile)

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Autoren

 Frank Zscheile

Freier IT-Fachjournalist, München

Baumann Automation

Auf einer Büro- und Produktionsfläche von 18 000 m2 entwickelt und produziert die Baumann GmbH schlüsselfertige Automationssysteme für Kunden der internationalen Automobilzuliefer-, Elektronik- und Haushaltsgeräteindustrie. Auch die Branchen Telekommunikation, Medizintechnik und Photovoltaik gehören zum Portfolio. Baumann bietet alles aus einer Hand – von der einzelnen Roboterzelle bis zur komplett automatisierten Produktionslinie. Rationalisierung, Qualitätsverbesserung und Rückverfolgbarkeit sind die wesentlichen Kriterien, unter denen Baumann flexible Automatisierung entwickelt.

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