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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Herstellung hochwertiger Salzkerne durch Warmkammer-Druckgießen

Warmkammer-Druckgießen als Alternative

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Bild 4
Ein im Warmkammerverfahren produzierter Salzkern-Einleger für die Herstellung eines Aluminiumdruckgussteiles mit medienführenden innenliegenden Kanälen.

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Bild 5
Die im Frech-Technikum für die Herstellung von Salzkernen eingesetzte Warmkammer-Druckgießmaschine.

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Bild 6
Elektrisch beheizbare Angussdüse für die Salzkernherstellung. Separate Heizkreise sowie Thermosensoren sorgen für die präzise Einhaltung der gewünschten Temperaturniveaus.

„Für die Salzkernherstellung haben wir deshalb alternativ auf die Vorteile des Warmkammer-Druckgießverfahrens gesetzt“, freut sich Dannenmann (Bild 4 und Bild 5). Zu den wesentlichen Vorteilen des Warmkammersystems zählen das kleinere Luftvolumen und die weitgehende Vermeidung einer Randschalenbildung im Gießsystem als Folge von dessen homogener Temperierung. Ebenfalls positiv wirken sich auch der Entfall von Kolbenschmierstoffen samt den damit verknüpften Gasbildungsrisiken, die geringeren Gießdrücke sowie die kurzen Zykluszeiten aus.
Im Rahmen einer partnerschaftlichen Entwicklung habe man diese Technologie gemeinsam mit einem industriellen Abnehmer von anspruchsvollen Leichtmetall-Gussteilen intensiv vorangetrieben. Aufgrund der hohen Schwindung ist es wichtig, dass die Schmelze mit einem möglichst geringen Temperaturüberschuss in die Form gelangt. Beim Kaltkammerverfahren ist dies nicht so einfach möglich, weil die Salzschmelze erst in die „kalte“ Presskammer gefüllt und von dort über ein Gießkanalsystem bis in den Formhohlraum gefördert wird. Im Unterschied dazu steht die Schmelze beim Warmkammer-Druckgießprozess dank der beheizten Düse flüssig auf dem gewünschten Temperaturniveau direkt an der Form an (Bild 6). Dadurch sind die Temperaturverluste geringer, sodass es nicht zur Randschalenbildung im Gießsystem kommt. Zudem vermeidet man auf diese Weise auch das Ablösen bereits erstarrter Schalenbruchstücke, die mit der Schmelze mitgeschwemmt werden und im gegossenen Salzkern landen, wodurch es zu Oberflächendefekten sowie versteckten Schwachstellen kommen kann.

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Autoren

 Klaus Vollrath

Freier Fachjournalist, CH-Aarwangen, www.b2dcomm.ch

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