Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 03-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 2

Bergbau-Ewigkeitslasten ausgebremst

Das Ruhrgebiet ist im Strukturwandel begriffen. Nach dem Abbau von Abermilliarden Tonnen Steinkohle in den vergangenen 200 Jahren wird seit einigen Jahrzehnten vor allem der Bergbau selbst abgebaut. „Schicht im Schacht“ ist jedoch noch lange nicht: Auf unabsehbare Zeit müssen die Zechen am Volllaufen gehindert werden. Bremssysteme von KTR helfen dabei kräftig mit.


Bild 1 Zeche Walsum, Duisburg, bei Nacht (links). Rechts: Auf Schacht Wilhelm wurden die Pumpen installiert, die das Wasser zur Oberfläche transportieren. Zu diesem Zweck wurde der Schacht halbiert.

Bild 1
Zeche Walsum, Duisburg, bei Nacht (links). Rechts: Auf Schacht Wilhelm wurden die Pumpen installiert, die das Wasser zur Oberfläche transportieren. Zu diesem Zweck wurde der Schacht halbiert.

Die Bergbaugeschichte in Duisburg endete 2008 mit der letzten Schicht auf dem Bergwerk Walsum. Nach fast 69 Jahren und ungefähr 159 Millionen Tonnen geförderter Steinkohle, wurde am 27. Juni 2008 die Förderung auf der Zeche endgültig eingestellt. Doch Schächte mit bis zu über 1000 m Tiefe kann man nicht einfach schließen. Man muss sie langfristig verwahren, um landschaftsverändernde Folgeschäden wie Auswaschungen in der Tiefe oder Tagesbrüche an der Ober- fläche zu verhindern. Dabei fallen sogenannte Bergbau-Ewigkeitslasten an. Und die gilt es so niedrig wie möglich zu halten.

Dem Stollen das Wasser abgraben

Der größte Teil der Ewigkeitskosten entfällt auf das Abpumpen von Grundwasser. Das betrifft alle Bergwerke, die durch den Kohleabbau tiefer abgesenkt wurden als der örtliche Grundwasserpegel. Ohne permanentes Pumpen würde sich das Ruhrgebiet hier quasi über Nacht in eine Seenlandschaft verwandeln. Damit das nicht passiert, müssen allein in der stillgelegten Zeche Walsum jährlich gut 20 Millionen Kubikmeter Wasser abgepumpt werden. Dabei kommen leistungsstarke Tauchpumpen und viele hundert Meter Rohr zum Einsatz. Die altgedienten Schächte „Franz Lenze“ und „Wilhelm Roelen“ sind bereits verfüllt und mir je drei Rohrleitungen ausgestattet. Für die Brunnenwasserhaltung am Schacht Wilhelm werden derzeit zwei Tauchpumpen und ab 2017 voraussichtlich eine dritte eingesetzt.

Mit Demag-Kranen

KAP-KTR-Systems Bild 2.tif

Bild 2
Das Zwei-Träger-Doppelwindenwerk der Marke Demag mit 250 t Traglast wurde eigens für den Einsatz auf der Zeche Walsum entwickelt und exakt auf die Bedürfnisse von Schacht Wilhelm ausgerichtet.

KAP-KTR-Systems Bild 3.tif

Bild 3
An den Winden der Krananlage kommen je zwei hydraulische Hochleistungsbremsen der Bauart KTR-Stop „M-160-F“ mit einer Klemmkraft von je 160 kN zum Einsatz.

So viel Equipment hat Gewicht, das sicher in die Teufe – bergmännisch für Tiefe – gesenkt werden will. Hier kommt ein Spezialkran der Terex MHPS GmbH, einem der weltweit führenden Anbieter von Industriekranen und Teil der internationalen Terex Corporation, zum Zug. Für die Zeche Walsum wurde in Zusammenarbeit mit ThyssenKrupp Mill Services & Systems eigens ein Zwei-Träger-Doppelwindenwerk der Marke Demag mit 250 t Traglast entwickelt und exakt auf die Bedürfnisse von Schacht Wilhelm ausgerichtet. Die Hubeinheit stellt die Infrastruktur für das Einbringen von Pumpen und Rohrleitungen bereit. Etwa alle 10 m wird das nächste Rohrstück aufgesetzt. Das heißt: Zwischen den Intervallen muss permanent sicher gebremst werden – selbst wenn es regnet, schneit oder friert.

Hydraulische Bremsen

Für die Hubeinheit war deshalb eine Bremse gefordert, die unter widrigsten Umweltbedingungen zuverlässig ihre Arbeit verrichtet und die Betriebskosten so niedrig wie möglich hält. Die Lösung: Bremssysteme von KTR.

Seite des Artikels
Autoren

 Fabian Liekam

Produktmanager Hydraulische Bremssysteme, KTR

Kontakt:  
KTR Systems GmbH
Carl-Zeiss-Str. 25
48432 Rheine
Tel.: 0 59 71/79 80
Fax: 0 59 71/79 86 98
E-Mail: mail@ktr.com
www.ktr.com

Verwandte Artikel

Vollständig geprüfte Roboterbremsen

Elektrisch schaltbare Haltebremse für Serienanwendungen

Bremsen im größten Gezeitenkraftwerk der Welt

Pneumatische Sicherheitsbremsen mit der Kraft der Hydraulik

Klemmen und Bremsen ohne bewegliche Teile