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Ausgewählte Ausgabe: 11-12-2016 Ansicht: Modernes Layout
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3D-Modelle automatisch generieren

Mancher kann sich noch an die Zugtoiletten der 70er Jahre erinnern: Zugige, unangenehme Orte, beim Spülen öffnete sich eine Klappe und der Inhalt der Toilette fiel auf die Gleise. Heute werden nicht nur die Fäkalien in einem Tank gesammelt, sondern die gesamte Toilette ist an das Design moderner Waggons, wie dem eben präsentierten ICE 4, angepasst. Solche Kabinen entstehen als Komplettmodul bei der Satek GmbH in Salach, südlich von Stuttgart. Mithilfe von Inneo konnte Satek seine Entwicklungsprozesse stark verkürzen.


Die Satek GmbH entstand im Jahr 2004 durch einen Management Buyout, als Mitarbeiter den Bereich der Sanitärkabinen für Schienenfahrzeuge aus dem Vorgängerunternehmen herauslösten. Inzwischen hat sich aus dem Zehn-Mann-Betrieb ein weltweit tätiges Unternehmen mit 86 Mitarbeitern entwickelt. Die Kunden sitzen in vielen Ländern, von Europa über Russland und die Türkei bis China.

Jede Kabine eine Neuentwicklung

Satek arbeitet typischerweise sehr eng mit dem jeweiligen Waggonbauer zusammen, um die Form und Ausstattung der Kabine zu definieren. Neben Standard- und Personalkabinen werden Universalkabinen entwickelt und gebaut, die so groß sind, dass ein Rollstuhlfahrer sich darin bewegen kann. Nicht nur das Design, sondern auch die zu beachtenden Vorschriften weichen von Land zu Land voneinander ab. So ist die Mindestbodenfläche einer Rollstuhl-Kabine in Deutschland größer als in der Schweiz. Zudem benötigt ein Unternehmen, das an die Eisenbahngesellschaften der Welt liefern möchte, eine Vielzahl von Zertifizierungen. Die zu erfüllenden Normen ändern sich ständig, sodass praktisch jede Kabine eine Neuentwicklung ist.
Die Kabinen bestehen aus dem sichtbaren Bereich und der Technik, die hinter einer Wand unsichtbar angeordnet ist. Je nach Auftrag gehören dazu die Technik für Toilette und Waschtisch, die Frisch- und Abwassertanks usw. Der Eigenfertigungsanteil ist sehr hoch; mit Ausnahme der Vakuumtoilette, die zugeliefert wird, werden praktisch alle Bauelemente bis hin zu den Wänden in Sandwichbauweise selbst gefertigt.

Projekt zur Senkung der Entwicklungskosten

Dementsprechend hoch ist der Entwicklungs- und Konstruktionsaufwand. Die zehn Satek-Konstrukteure arbeiten mit „Creo 3“, das im Jahr 2015 das ebenfalls von PTC stammende Vorgängersystem ablöste. Der Umstieg auf die neue Version des CAD-Systems ist Teil eines Projekts zur Senkung der Entwicklungskosten und zur Verkürzung der „Time-to-market“.
Zur weiteren Optimierung der Konstruktionsprozesse bediente man sich der Consulting-Dienste von Inneo. Der Kontakt zum Ellwangener Systemhaus kam auf einer Messe zustande, bei der der stellvertretende Konstruktionsleiter Octavian Cordovean nach Möglichkeiten suchte, die Konstruktion weiter zu beschleunigen.
„Der Inneo-Mitarbeiter, der etwas später bei uns ins Haus kam, hatte schon erste Ideen dabei, wie wir die Konstruktion optimieren können und eine fertige Projektstruktur“, erinnert sich Cordovean. „Sehr schnell wurde klar, dass die Inneo-Mitarbeiter wirklich wussten, wovon sie sprechen und sehr strukturiert alle Aspekte unserer Konstruktionsabläufe analysierten.“ Dabei zeigte sich, dass die Automatisierung immer wiederkehrender Aufgaben der Schlüssel zur Beschleunigung der Konstruktionszeiten ist. 
 Anhand einer neuen Generation einer bestehenden Kabine wurden alle Elemente analysiert. Dabei zeigte sich, dass Boden und Wände ebenso wie die Einbauten zwar immer wieder anders aussehen, aber in ihrem Grundaufbau bestimmten Regeln gehorchen und sich damit optimal für die Automatisierung eignen.

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Autoren

Dipl.-Ing. Ralf Steck

Freier Fachjournalist für die Bereiche CAD/CAM, Informationstechnik und Maschinenbau, Friedrichshafen
E-Mail: rsteck@die-textwerkstatt.de

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