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Ausgewählte Ausgabe: 06-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Mehr Flexibilität in der Konstruktion

Das Vakuumlöten ermöglicht dem Entwickler und Produktionsverantwortlichen Bauteile in Modulbauweise zu konstruieren und zu fertigen. Ausgehend von einfachen Halbzeugen können somit komplexe Bauteile kostengünstig realisiert und/oder der Aufwand für Vor- beziehungsweise Nachbearbeitung reduziert werden. Die Flexibilität bei der Kombination von Komponenten mit stark unterschiedlichen Massen, Wandstärken und Geometrien und Nutzung unterschiedlicher Materialeigenschaften hinsichtlich Funktion und Kosten wird deutlich erweitert. Medienführende Bauteile können mit einer internen, komplexen Kanalstruktur versehen werden.


Eine breite Werkstoffpalette, angefangen bei den einfachen Baustählen, über die hochlegierten Kalt- und Warmarbeitsstähle bis hin zu den Superlegierungen, ebenso NE-Metalle wie Kupfer und Titan und sogar Keramiken, Hartmetalle und die Schneidstoffe CBN und Diamant können gelötet werden. Beim Vakuumlöten wird kein Flussmittel verwendet, sodass die erzielbaren Festigkeiten im Bereich der Grundwerkstofffestigkeit liegen können. Auch bei hohen Löttemperaturen wird das Bauteil nicht oxidiert.
Das Vakuumlöten wird heute in vielen Anwendungsbereichen eingesetzt, angefangen bei einfachen Massenbauteilen bis hin zu komplexen, hoch belasteten Turbinenkomponenten. Anhand konkreter Anwendungsbeispiele aus der Praxis eines industriellen Dienstleisters werden Innovationspotenziale, von der Werkstoffauswahl bis zur Fertigung, aufgezeigt, die sich durch Vakuumlöten erschließen lassen.

Bild 1 Typisches Beispiel für eine materialeffiziente Modulbauweise aus einfachen, gut verfügbaren Halbzeugen.

Bild 1
Typisches Beispiel für eine materialeffiziente Modulbauweise aus einfachen, gut verfügbaren Halbzeugen.

Vakuumlöten im Maschinen- und Apparatebau

Die in Bild 1 gezeigten Heißwasserkomponenten sind ein typisches Beispiel für eine materialeffiziente Modulbauweise. Aus einfachen, gut verfügbaren Halbzeugen werden Einzelteile gefertigt, die anschließend verlötet werden. Die Anforderungen an das im Lebensmittelbereich eingesetzte Bauteil sind Spaltfreiheit und Korrosionsbeständigkeit. Deshalb sind die Einzelteile aus einem austenitischen CrNi-Stahl gefertigt und mit einem hoch Cr-haltigen Nickelbasislot verlötet. Bei entsprechender Anlagengröße können so mehrere Tausend Bauteile in einem Lötprozess behandelt werden. Durch die Vakuumatmosphäre sind die Bauteile absolut blank, spaltfrei und erfordern keine weitere Nachbearbeitung.

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Autoren

Dr. Manfred Boretius

Geschäftsführer Listemann Technology

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