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Ausgewählte Ausgabe: 05-2016 Ansicht: Modernes Layout
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Werksspezifische und fertigungsrelevante Produktdaten in einem PDM-System

Fertigungsorientierte Unternehmen verfügen heute in der Regel über mehrere Produktionsstandorte, die im Zeitalter der Globalisierung durchaus über mehrere Kontinente verteilt sein können. Oft werden gleichartige Produkte parallel an mehreren Standorten gefertigt – dabei sind die Stücklisten und die Einzelteile trotz gleicher Artikelnummer des Endprodukts häufig nicht identisch. Unterschiedliche Zu-lieferer, Produktionsverfahren und Normen ergeben eine hohe Varianz, die oft nicht in den Systemen der Produktentwicklung nachvollziehbar ist.


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Bild 1
Tragschienen-Stromversorgung

Dieser Artikel zeigt anhand eines Praxisbeispiels Lösungswege für die geschilderte Problematik auf der Basis eines marktgängigen PDM-Systems. Dabei wurden verschiedene Ansätze identifiziert und evaluiert. Die gewählte Lösung wird in einem weltweit führenden Unternehmen für Komponenten, Systeme und Lösungen im Bereich der Elektrotechnik, Elektronik und Automation in Zukunft eingesetzt.

PDM in Produktentwicklung und Produktion

Die Nutzung von PDM-Systemen in der Produktentwicklung ist heute in vielen Unternehmen Realität. Damit ist es möglich, Stammdaten, Stück- listen und geometrische Repräsentationen für spätere Produkte (Artikel) strukturiert und robust zu verwalten. Je nach Implementierung werden Prozesse (z. B. Freigabe- und Änderungsmanagement) auf Basis der Produktdaten unterstützt.
Produktstrukturen in der Entwicklung (E-BOM, Engineering Bill of Materials) werden im Allgemeinen nach funktionalen Kriterien aufgebaut. Oft werden Aspekte der späteren Produktion dabei nicht respektiert. Insbesondere wird dem Umstand nicht Rechnung getragen, dass Produkte an unterschiedlichen Fertigungsstandorten hergestellt werden sollen. Die unterschiedliche Verfügbarkeit von Vormaterialien, Komponenten und Baugruppen in den verschiedenen Standorten kann im Entwicklungsprozess nicht immer berücksichtigt werden.

Herausforderung Multi-Standort-Produktion

Mit der Produktionsfreigabe von Artikeln wird die Ableitung von Fertigungsstücklisten (M-BOM, Manufacturing Bill of Materials) erforderlich. Fertigungsstücklisten können sich in ihrer internen Strukturierung deutlich von Konstruktionsstücklisten unterscheiden. Für die Fertigung spielen unter anderem Füge- und Montagereihen-folgen eine Rolle.
Für Artikel, die nur an einer bestimmten Fertigungsstätte produziert werden sollen, ist die Ableitung einer entsprechenden Fertigungsstückliste aus der Konstruktionsstückliste ausreichend. In dieser können die jeweils im Werk verfügbaren Vormaterialien und eigen- sowie fremdgefertigte Komponenten und Baugruppen integriert werden.
Heute ist es aber durchaus nicht selten, dass Serienprodukte nicht nur an einem bestimmten Standort mit einer Fertigungslinie, sondern an unterschiedlichen Standorten gefertigt werden. Im Zeitalter der globalisierten Produktion können diese Standorte zudem auf der ganzen Welt verstreut liegen. Die Standorte unterscheiden sich typischerweise in den zur Verfügung stehenden Fertigungseinrichtungen, sie unterscheiden sich in den zugelieferten Komponenten und Baugruppen – und dies alles unterliegt auch noch einem zeitlichen (und teilweise auch standortspezifischen) Änderungsgeschehen und Freigabewesen.

Seite des Artikels
Autoren

Prof. Dr.-Ing. Thomas Mechlinski

Labor für Produktdatenmanagement
Hochschule Osnabrück
Barbarastraße 16, 49076 Osnabrück
Tel.: 05 41/9 69–71 49
E-Mail: t.mechlinski@hs-osnabrueck.de
www.ecs.hs-osnabrueck.de/pdm.html

 Lukas Niepert

Prostep AG
www.prostep.com

 Sven Heißmeyer

Phoenix Contact GmbH & Co KG
www.phoenixcontact.de