Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 2

Neue Technik für den größten Kühlschrank Münchens

Rund 300 Millionen Euro investierte die Paulaner Brauerei GmbH & Co. KG in ihren neuen Standort. Heute können im Münchener Stadtteil Langwied bis zu 3,5 Millionen Hektoliter Bier produziert und abgefüllt werden. Ein Kühlsystem von Johnson Controls leistet dazu einen maßgeblichen Beitrag. Und auch die Ökobilanz überzeugt: Es spart 20 % der Energiekosten ein und ermöglicht eine geschätzte CO2-Reduktion von 2 400 Tonnen pro Jahr.


Bild 1 Modernste Produktions- und Lagervoraussetzungen: Im Nordwesten Münchens produziert Paulaner für Abnehmer aus über 80 Ländern

Bild 1
Modernste Produktions- und Lagervoraussetzungen: Im Nordwesten Münchens produziert Paulaner für Abnehmer aus über 80 Ländern

Jede Bierproduktion besteht aus verschiedenen Phasen mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen. Ein wichtiger Bestandteil ist das Stadium der Gärung. Im neu errichteten Gär- und Lagergebäude der Paulaner Brauerei ist das Bier in 63 Tanks gelagert, die zwischen 2 500 und 5 000 Hektoliter Flüssigkeit fassen. Diese Tanks sind nicht isoliert und werden je nach Biersorte auf bis zu 0 °C gekühlt. So kann die Brauerei die einwandfreie Qualität des Bieres gewährleisten. Johnson Controls bekam den Auftrag, ein neues Kühlsystem für eben dieses Lager (Bild 1) zu entwerfen und zu installieren. Die Kälteanlage sollte die Tanks in dem 28 Meter hohen und 60 Meter langen Raum auf die perfekte Temperatur herunterkühlen.
HA263-Bildartikel-2

Bild 2
Die Kühlanlage versorgt sowohl das Alkohol-Wasser-System wie das Brauwassersystem. Als Kältemittel kommt natürlich kühlender Ammoniak zum Einsatz

HA263-Bildartikel-3

Bild 3
Verschiedenste Produktionsabschnitte, hier die Braukessel, werden von einer zentralen Kühlanlage versorgt

Um den bestehenden Anforderungen gerecht zu werden, entwarf Johnson Controls eine Kühlanlage mit den erforderlichen Kapazitäten: 6 300 kW für das Alkohol-Wasser-System (AW) sowie eine Anlage mit 2 000 kW für das Brauwassersystem (BW) (Bild 2). Das AW-System wird für zahlreiche Kühlkreisläufe in der Brauerei benötigt: Kühlung der Tanks, Kühlung von Produktionsprozessen sowie die gesamte Klimatisierung der Produktionshallen und des Computerzentrums (Bild 3). Bei der Konzeption berücksichtigte Johnson Controls bereits die zukünftig wachsenden Ansprüche an das System. Der Masterplan gewährleistet daher Kapazitäten von 7 000 kW für das AW-System und 3 000 kW für das BW-System.
Als Kältemittel wird natürlich kühlender Ammoniak (NH3) verwendet. Seine thermodynamischen Eigenschaften sorgen sowohl für ausgezeichnete Energieeffizienz als auch für optimale Energienutzung. Durch den Einsatz von Ammoniak als Kältemittel verwendet die Paulaner Brauerei zudem ein innerhalb der Europäischen Union zukunftssicheres Kältemittel.

Unterschiedliche Kompressor- Einstellungen für AW- und BW-Systeme

Für das AW-System installierte Johnson Controls zwei Schraubenkompressoren Sabroe SAB-233LR und zwei SAB 233SR mit Drehzahlregelung und Economizer. Die Verdichterunits sind für Einsatzbedingungen von –8 °C bis +35 °C speziell für größere Industriekühlsysteme konzipiert. Die Economizergaseinspritzung in den Rotor des Kompressors und die Frequenzumrichtersteuerung optimiert die Leistung der Anlage zusätzlich. Das Herz der Anlagen zur Kühlung des BW-Systems sind zwei Sabroe SAB-151E Schraubenverdichteraggregate mit den Auslegungsparametern 1 000 kW für Einsatzbedingungen von 0 bis +32 °C. Die Kompressoren beider Systeme erfüllen höchste Ansprüche an die Zuverlässigkeit, Leistungsfähigkeit sowie an niedrige Betriebs- und Instandhaltungskosten.

Seite des Artikels
Autoren

 Ulrich Brinkmann

Branch Manager HVAC bei Johnson Controls, Essen.

Verwandte Artikel

Die mehrdimensionale Optimierung von Wärmerückgewinnungssystemen

Klimaanlage für Präzisionsteilefertigung

Die Luft kommt nicht mehr zum Zug

Bestimmung des sommerlichen Außenluft-Auslegungszustands für Komfortklimatechnik

Neue Befeuchtungssysteme für den Bundesrat