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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Die Luft kommt nicht mehr zum Zug

Durch das Umrüsten von Dralldurchlässen auf die Industriedurchlässe ILQsf der LTG Aktiengesellschaft konnte der Betreiber einer Elektronikfertigung unangenehme Zugluft vermeiden. Die Halle ist dadurch jetzt an allen Stellen gleichermaßen gut zu nutzen, auch direkt unter den Durchlässen. Beschwerden der Mitarbeiter über eine zu hohe Raumtemperatur oder unangenehm kühle Zugluft sind seit dem Umbau kein Thema mehr.


Wenn in Fabrikhallen zugleich Maschinen und viele Menschen arbeiten, sind die Anforderungen an die Lüftungstechnik hoch. Neben inneren Wärmelasten durch die arbeitenden Personen sorgen die Maschinen für ein erhebliches Wärmeaufkommen, so dass in den Übergangsjahreszeiten und im Sommer höhere (Kühl-)Leistungen gefordert sind. Dazu kommt oft eine hohe äußere Last, wenn die Gebäudehülle weniger gut isoliert ist und die üblicherweise großen Dachflächen das Aufheizen der Halle begünstigen. Damit sich dennoch eine angenehmes Raumklima in der Halle bildet, müssen große Mengen Luft mit einigen Grad unter Hallentemperatur eingebracht werden – idealerweise ohne dass an den Arbeitsplätzen unangenehme Zugluft auftritt.

Zugluft machte Teile der Halle für Montageplätze tabu

Zugluft war jedoch bei einem Hersteller von Elektronikkomponenten über Jahre hinweg ein Problem: Um im Sommer eine zum Arbeiten angemessene Raumtemperatur herstellen zu können, musste relativ viel kühle Luft in das Gebäude geführt werden. Dies verursachte an einigen Stellen der Halle unangenehme Zugluft, so dass bei einer neuen Anordnung der Arbeitsplätze, wie es gelegentlich der Fall war, manche Bereiche nur als Maschinenaufstellort oder Logistikflächen vorgesehen wurden. Doch selbst das Aussparen der besonders zuggefährdeten Bereiche genügte nicht, um über das ganze Jahr hinweg eine angenehme Klimatisierung vorzunehmen. Immer wieder klagten Mitarbeiter über einen kalten Luftzug. „Um das Wohlbefinden der Mitarbeiter zu steigern und zugluftbedingten Erkrankungen wie Erkältungen oder Verspannungen vorzubeugen, entschloss sich der Betreiber zu einer Optimierung der Lüftungsanlage“, berichtet Hubert Schöler vom Ingenieurbüro e+Tech Engineering aus dem hessischen Fuldatal, der das Projekt begleitete.

Andere Betriebsweisen der Lüftungsanlage ohne Erfolg

Zuvor hatte man seit 2010 immer wieder neue Versuche unternommen, die Lüftungsanlage im Sommer mit anderen Luftmengen oder mit geringerer Differenztemperatur zu betreiben. Dies erwies sich aber als wenig wirkungsvoll. In beiden Fällen stellte sich eine höhere Hallentemperatur ein, was sich auf die Zufriedenheit der Mitarbeiter negativ auswirkte (und die Produktivität senken kann). Zudem trat trotz der veränderten Betriebsweise weiterhin Zugluft auf. Die Lösung für das seit Jahren bestehende Zugluftproblem verlangte also einen anderen Ansatz – daher fiel im Jahr 2016 die Entscheidung, die Lüftungsanlage zu modifizieren.
Idealerweise sollte der Komfortgewinn bei der Hallenklimatisierung mit geringen Anlagenänderungen erfolgen. Das Konzept der Zentrallüftung sollte beibehalten werden und auch die Weiterverwendung der Lüftungskanäle, die in etwa vier Meter Höhe über dem Hallenboden installiert sind, wurde angestrebt. Änderungen am Kanalnetz wären ohnehin nur schwierig umzusetzen gewesen, weil der „Luftraum“ in der Halle durch diverse Absaugeinrichtungen und deren Kanäle, durch Versorgungsleitungen und Träger intensiv genutzt wird. Zudem wollte man auch die prinzipielle Luftführung nicht verändern: Zuluft sollte über den Arbeitsbereichen in die Halle geführt und die Abluft weiterhin unter der Decke abgesaugt werden.

Zugluft durch gezielte Luft- führung am Auslass vermeiden

Bild 1 Durch den Wechsel von herkömmlichen Drallauslässen auf ILQsf-Luftdurchlässe ließ sich unangenehme Zugluft in der Produktionshalle zuverlässig vermeiden

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Durch den Wechsel von herkömmlichen Drallauslässen auf ILQsf-Luftdurchlässe ließ sich unangenehme Zugluft in der Produktionshalle zuverlässig vermeiden

Planer Schöler schlug vor, Änderungen an den Luftdurchlässen vorzunehmen. Die Bestandsanlage nutzte herkömmliche Dralldurchlässe, welche die Zuluft zwar effizient verbreiten, aber mehr oder weniger ungerichtet in den Raum bringen. Er empfahl deshalb, die neuen Luftdurchlässe ILQsf1) (Bild 1) der LTG Aktiengesellschaft aus Stuttgart. 

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Autoren

Dipl.-Ing. Ralf Dunker

Journalist, München.

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