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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Optimierungspotentiale bei der Schleusensteuerung in GMP-Reinräumen

Eine Reinraumanlage nach den anerkannten Regeln der Technik zu errichten, stellt heute keine allzu großen Herausforderungen mehr an die beteiligten Planer, Errichter und Betreiber. Im Gegensatz dazu ist es aber für die Beteiligten nach wie vor mit großen Herausforderungen verbunden, solche Anlagen unter dem Aspekt einer optimalen, effizienten Betriebsführung zu konzipieren.


Unter effizienter Betriebsführung werden im Speziellen sowohl die Aspekte des zeitlichen Aufwandes zum Betrieb und zur Systemerhaltung durch das Betriebspersonal verstanden als auch Gewerke-übergreifende Synergieeffekte, die durch intelligente Vernetzung der reinraumtechnischen Anlagen entstehen. Diese können sich auf verschiedene technische Bereiche des Reinraums positiv auswirken, sei es die Luftaufbereitung, die Druck-, Temperatur- und Feuchteregelung oder den Energieverbrauch. Im folgenden Beitrag sollen aber das Thema Schleusensteuerung und die damit zusammenhängenden Optimierungspotentiale im Vordergrund stehen.

Intelligente Schleusensteuerung kann bereits viel bewirken

Bild 1 Enormes Optimierungspotential ermöglicht die Vernetzung der Türautomation mit den Steuerungen und Regelungen der Lüftungsanlagen und Signalisierungkomponenten

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Enormes Optimierungspotential ermöglicht die Vernetzung der Türautomation mit den Steuerungen und Regelungen der Lüftungsanlagen und Signalisierungkomponenten

Effizienzsteigerungen im betrieblichen Ablauf können in Reinräumen schon erzielt werden, wenn beispielsweise nur die Dauer der Ein – und Ausschleusung optimiert wird. Hier ist enormes Optimierungspotential durch die Vernetzung der Türautomation mit den Steuerungen und Regelungen der Lüftungsanlagen (Bild 1) sowie der Signalisierungskomponenten vor Ort generierbar. Ein integriertes System erlaubt hier geringstmögliche zeitliche Verzögerungen, in dem sich einerseits die Regelungsfunktion der Lüftung abhängig vom Türstatus ändert und andererseits die Verriegelung der Schleusentüren über die tatsächlich vorherrschenden Umgebungsbedingungen erfolgt. Die stete Einhaltung der GMP-Prozessanforderungen ist dabei selbstverständlich vorausgesetzt. Mit dieser Lösung wird nach einer Türöffnung schnellstmöglich wieder die geforderte Raumdruckkondition hergestellt als auch der Zugang nur bei wirklich sicheren Bedingungen freigegeben, was wiederum dem Risiko der Verunreinigung eines reinen Bereiches durch Kreuzkontamination entgegnet. Traditionell werden solche Türsteuerungen oft autark und nur als Zeitsteuerungen ausgeführt. Das führt jedoch entweder zu einer zu langen Verweildauer vor der geschlossenen Tür oder zu einer Türfreigabe noch bevor sich die richtigen Druckverhältnisse in der Schleuse beziehungsweise zwischen den verschiedenen Reinraumzonen stabil eingestellt haben.

Maximale Türöffnungszeiten und klare Türzustandssignalisierung

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Bild 2
Über eine klare Signalisierung erhält das Betriebspersonal genaue Informationen über den Türzustand

Eine weitere Dimension der Effizienzsteigerung bildet in diesem Zusammenhang die Vorsehung von maximalen Türöffnungszeiten, so dass bei Überschreitung einer Voralarmschwelle eine akustische Warnung ausgelöst wird. Dies beugt so vielen ungewollten Alarmen vor, die zwar aus Nachlässigkeit passieren, dann aber zu einem protokollierten Alarm führen, dessen Behandlung dokumentiert werden muss. Ganz zu schweigen davon, wenn dadurch eine Verunreinigung nicht mehr ausgeschlossen werden kann, was wiederum sowohl einen vielfachen Zeitaufwand für das Betriebspersonal als auch den zwischenzeitlichen Ausfall der Reinraumanlagen für die Produktion bedeutet.
Die klare Signalisierung der Türzustände ist eine weitere Effizienzsteigerungsmaßnahme (Bild 2). Das Betriebspersonal erhält eine genaue Information darüber, ob die Tür mitlerweile verriegelt oder noch offen ist und – idealerweise auch – warum der jeweilige Zustand vorherrscht. Damit schont man nicht nur die Nerven der Mitarbeiter, sondern auch die Lebensdauer der Türöffner selbst, welche bei fehlender Beachtung dieser Umstände frühzeitiger gewechselt werden müssen.

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Autoren

 Johann Bacik

District General Manager Honeywell Building Solutions Österreich.

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