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Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
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„Unsere Nutzungseffizienz ist miserabel“

Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker wies beim Bitzer International-Refrigeration-Seminar(IRS)-Symposium auf ungenutzte Potenziale hin. Doch der Hauptreferent und ehemalige Direktor des UNO-Zentrums für Wissenschaft und Technologie ist sich auch sicher: Wenn die Rahmenbedingungen stimmen, sei die Technik schnell in der Lage, Lösungen zu bieten.


Zum ersten Bitzer IRS-Symposium kamen 60 Teilnehmer aus über 25 Ländern

Zum ersten Bitzer IRS-Symposium kamen 60 Teilnehmer aus über 25 Ländern

Fachleute der Kälte- und Klimabranche aus über 25 Ländern waren im August nach Rottenburg bei Stuttgart gekommen, um sich auf Einladung der Bitzer Firmengruppe drei Tage lang zur aktuellen Marktsituation und künftigen Herausforderungen auszutauschen. Der Titel des Vortrags von Hauptreferent Prof. Dr. Ernst Ulrich von Weizsäcker, „Good Technology requires good politics“, war in diesem Zusammenhang durchaus als Appell zu verstehen.
Aus seiner jahrzehntelangen Forschungstätigkeit lieferte der international renommierte Naturwissenschaftler und derzeitige Co-Präsident des Club of Rome sogleich Beispiele: „Wir müssen uns verdeutlichen, wie viel Potenzial allein in einer Kilowattstunde steckt. Schon ein Viertel davon birgt genug Energie, um zehn Kilogramm von der Höhe des Meeresspiegels auf den Gipfel des Mount Everest zu transportieren. Die Nutzungsmöglichkeiten sind gigantisch – doch unsere Nutzungseffizienz ist miserabel.“ Nach von Weizsäcker reichen bereits 25 % der heute verwendeten Energiemenge theoretisch aus, um unseren Bedarf vollständig zu decken, wenn wir die Energie effizient nutzen würden

Technik hat Lösungen in der Schublade

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Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker forderte einen effizienten Einsatz der uns zur Verfügung stehenden Energien

Der Referent stellte in seinen Ausführungen die Verbindung zum Thema Umweltschutz her und zeigte sich, was Deutschland anbelangt, optimistisch. Dabei verwies er auf die sogenannte Kuznets-Kurve der lokalen Umweltverschmutzung. Die Kurve zeige, dass bei der Industrialisierung die Umweltverschmutzung in Staaten zunächst steigt. „Doch irgendwann sind die Länder so reich, dass sie sich den teuren Umweltschutz leisten können, und dann werden sie sauberer. Den Höhepunkt der Verschmutzung haben wir in Deutschland bereits überschritten. Technischer Fortschritt ist fast immer politisch und gesellschaftlich getrieben“, betonte von Weizsäcker. „Wenn wir als Gesellschaft etwas wirklich wollen, dann ist die Technik unglaublich schnell in der Lage, Lösungen zu bieten. Schließlich haben die Experten für viele Probleme bereits sehr gute Ansätze in der Schublade.“

Weitere Vorträge und vielfältiges Programm

 Aus dem Hause Bitzer referierten unter anderen Hermann Renz, Technical Programs Manager, über „Energy Efficiency Improvement of RAC Systems – a Global Challenge“ und Philippe Maratuech, Director Services and After-Sales, über „Digitalization and smart services for efficient solutions“. Barbara Bergmann, Direktorin des Museums Schauwerk Sindelfingen, nutze zudem die Gelegenheit den Gästen die „Contemporary art at Bitzer and Schauwerk vorzustellen.
Zwischen den Fachvorträgen hatten die Teilnehmer Zeit, sich über das Gehörte und ihre Eindrücke auszutauschen. Führungen ermöglichten einen Blick hinter die Kulissen von Eisspeicher und Wärmepumpen; ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm, unter anderem mit einer Führung durch das Kunstmuseum Schauwerk Sindelfingen, sorgte zusätzlich für Abwechslung.

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