Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 10-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 1

Feuchte in Gebäuden – ein Kapitel für sich

Das Fraunhofer-Institut für Bauphysik IBP beschäftigt sich seit vielen Jahren intensiv mit Feuchteproblemen. Für das neue Handbuch der American Society of Heating, Refrigerating and Air-Conditioning Engineers (ASHRAE) haben die Stuttgarter Experten jetzt ein eigenes Kapitel zum Thema „Feuchtemanagement in Gebäuden“ beigesteuert.


HB 1447 Bildartikel

Die Software WUFI Plus simuliert neben den hygrothermischen Bedingungen im Bauteil auch das Raumklima

In feucht-warmen Klimazonen führen Energiesparmaßnahmen zu einer Verringerung der Entfeuchtungsleistung der Klimaanlage mit oft fatalen hygienischen Folgen. In gemäßigten Klimazonen sind es vor allem die zunehmende Luftdichtheit, diffusionshemmende Dämmsysteme und die Baufeuchte, die Feuchteschäden und Schimmelpilzwachstum hervorrufen können. Allein in Deutschland treten mittlerweile in mehr als 12 % aller Haushalte Feuchtigkeitsschäden auf. Das „ASHRAE Handbook of Fundamentals“, das weltweit am weitesten verbreitete Standardwerk für die Planung und Auslegung der Gebäudeanlagentechnik und der Hüllbauteile, hat deshalb die Ausgabe von 2017 um ein neues Kapitel zum Thema „Feuchtemanagement in Gebäuden“ ergänzt.
Aufgrund von Problemen mit zu hohen oder zu niedrigen Raumluftfeuchten hat sich das ASHRAE-Präsidium bereits vor über zehn Jahren zur Gründung einer Arbeitsgruppe mit dem Titel „Moisture Management in Buildings“ entschieden. Diese Gruppe hat nun unter Mitwirkung der Fraunhofer-Wissenschaftler Florian Antretter und Prof. Dr. Hartwig Künzel das neue Kapitel verfasst. Es behandelt eingehend verschiedene Ursachen von Feuchteproblemen und hilft bei der Quantifizierung von Feuchtequellen und -senken. „Das neue Kapitel zeigt außerdem, welche zentrale Rolle die Feuchtespeicherung in den Oberflächenschichten der Gebäudehülle und des Mobiliars - auch Feuchtepufferung genannt - für ein gesundes und behagliches Raumklima spielt“, erklärt Prof. Dr. Künzel. Die neuen Informationen helfen sowohl dem Architekten als auch dem Anlagenplaner auf der Basis von hygrothermischen Gebäudesimulationen die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Als geeignetes Tool für diese Simulationen bietet das Fraunhofer IBP weltweit das PC-Programm WUFI Plus sowie entsprechende Anwenderschulungen an. Das Programm untersucht die hygrothermische Wechselwirkung zwischen Bauteilen und Raumklima. Die Verknüpfung von hygrothermischer Bauteilsimulation und energetischer Gebäudesimulation ermöglicht eine integrale Betrachtung der Interaktion von Gebäudehülle und Innenraum und deren Auswirkungen auf Raumklima, Komfort und Energiebedarf. Anwendung findet die Software beispielsweise bei der Erarbeitung von optimierten Lüftungskonzepten für Wohn- und Bürogebäude oder bei der Auslegung von kombinierten Maßnahmen zur passiven und aktiven Stabilisierung des Raumklimas in Museen, denkmalgeschützten Altbauten oder Neubauten, um Schäden an Bausubstanz und Inventar zu vermeiden.

Verwandte Artikel

Einführung von BIM in der TGA-Planung

Angenehmes Klima per Smartphone

Urbane Energieversorgungskonzepte und Sanierungsfahrpläne

Monitoring von Rechenzentren

Ahauser Club mit energiesparender Klimatechnik