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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Von der Ruine zum Niedrigenergiehaus

Sowohl für sanierte als auch für neue Wohnhäuser gilt in Deutschland die Energieeinsparverordnung (EnEV). Darüber hinaus wurde im dritten Aktionsplan zur Nationalen Energieeffizienz (NEEAP 3) von 2014 festgelegt, dass bis 2020 EU-weit im privaten Wohnbereich 10 355 GWh Energie eingespart werden sollen. Die Anforderungen an Bauvorhaben steigen dadurch stetig: Fehlt ein umfassendes System zur bedarfsgerechten Belüftung, kann es zu Feuchteschäden und Schimmelbefall kommen, was für die Gesundheit der Bewohner und die Haussubstanz schwerwiegende Folgen haben kann.


Bild 1 Das fast 300 Jahre alte Bauernhaus im irischen Clane, County Kildare, befand sich 2009 in einem desolaten Zustand, 2016 wurde das Gebäude von Grund auf saniert und zu einem Niedrigenergie-Haus umgebaut

Bild 1
Das fast 300 Jahre alte Bauernhaus im irischen Clane, County Kildare, befand sich 2009 in einem desolaten Zustand, 2016 wurde das Gebäude von Grund auf saniert und zu einem Niedrigenergie-Haus umgebaut

Seit dem 1. Januar 2016 gelten in der gesamten EU neue Richtlinien für die Einstufung der Energieeffizienzklassen bei Lüftungssystemen für Wohnhäuser. Damit wird die Richtlinie 2009/125/EG mit der Verordnung (EU) Nr. 1253/2014 und der delegierten Verordnung (EU) Nr. 1254/2014 verbindlich umgesetzt. Die Kernaussage ist klar: Die Hersteller sind in der Pflicht, ab dem Zeitpunkt des Inkrafttretens der Verordnung energieeffizientere Lüftungsgeräte zu liefern. Planer und Anlagenbauer müssen die Verordnung kennen und umsetzen, da sie großen Einfluss auf die technische Auslegung von Lüftungsgeräten hat – gerade auch bei sanierungsbedürftigen Gebäuden, deren Technik diese Standards mitunter nicht mehr erfüllt und deshalb erneuert werden soll. Um zu gewährleisten, dass das geplante Gebäude den Bestimmungen gerecht wird, wird es mit einem Referenzgebäude verglichen. Bereits bei kleinen Abweichungen an einer Stelle muss an anderer Stelle für einen entsprechenden Ausgleich gesorgt werden. Diese EU-Verordnung ist im Umfeld einer Vielzahl anderer sogenannter Ökodesign-Richtlinien entstanden, welche die Mindest-Energieeffizienz von Produkten regeln.
Für ein Sanierungsprojekt im irischen Clane, County Kildare, musste ebenfalls eine Lösung in puncto Belüftungssystem gefunden werden: Bei dem Gebäude handelt es sich um ein 300 Jahre altes Bauernhaus aus dem 18. Jahrhundert (Bild 1), welches 2009 von einem privaten Bauherrn erworben wurde. Da die Energiekosten des vierstöckigen Hauses mit dem massiven Mauerwerk und den traditionellen Schiebefenstern aufgrund schlechter Isolierung relativ hoch waren, entschieden sich die neuen Eigentümer für eine Grundsanierung und den Einbau einer komplett neuen Heiz- sowie Belüftungsanlage. Diese Pläne wurden jedoch von der zuständigen Gemeindeverwaltung zerschlagen, die das Gebäude kurzerhand unter Denkmalschutz stellte. Das Gebäude durfte nur sehr „schonend“ behandelt und für die Renovierung beziehungsweise den Umbau ein so genannter Grade-1-Architect beauftragt werden. In Irland werden Architekten in „Grades“ unterteilt, je nach Spezialisierung. Grade 1 bedeutet demnach, dass der Architekt sich auf die „Konservierung“ und Restauration von älteren Gebäuden spezialisiert hat.

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Autoren

 Cora Dünkel

Marketing Managerin bei LUNOS Lüftungstechnik GmbH, Berlin.

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