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Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Neue Befeuchtungssysteme für den Bundesrat

17 Jahre nach der Inbetriebnahme der Klimaanlagen im Gebäude des Bundesrats in Berlin wurden auf Basis eines mehrstufigen Projektplans die ersten, bislang zur Luftbefeuchtung betriebenen Luftwäscher, durch neue, energieeffiziente und hygienisch arbeitende Hybrid-Luftbefeuchter ersetzt. Dabei galt es bei diesem Projekt, eine ganze Reihe von Herausforderungen zu bewältigen.


Bild 1 Das ehemalige Preußische Herrenhaus aus dem Jahr 1904 wurde von 1997 bis 2000 zum neuen, festen Sitz des Bundesrats in Berlin umgebaut

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Das ehemalige Preußische Herrenhaus aus dem Jahr 1904 wurde von 1997 bis 2000 zum neuen, festen Sitz des Bundesrats in Berlin umgebaut

Im Jahr 1996 beschloss der Bundesrat, seinen Standort von Bonn in die Bundeshauptstadt nach Berlin zu verlegen. Die Entscheidung für das neue Domizil fiel auf ein repräsentatives, ehemaliges Preußisches Herrenhaus (Bild 1) in der Leipziger Straße, das 1904 errichtet und seitdem von verschiedenen Institutionen genutzt wurde. Unter Leitung des Hamburger Architekturbüros Schweger & Partner starteten 1997 die Umbauarbeiten an dem denkmalgeschützten Herrenhaus, in die rund 200 Mio. Euro investiert wurden. Im September 2000 zog der Bundesrat dann von Bonn nach Berlin und hat dort seitdem seinen festen Sitz.

Die Klimatisierungssysteme im Bundesratsgebäude

Bild 2 Der Plenarsaal (links) und einer der beiden Sitzungssäle (rechts) des Bundesrats

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Der Plenarsaal (links) und einer der beiden Sitzungssäle (rechts) des Bundesrats

Das Projekt „Modernisierung der Klimasysteme im Bundesrat“ startete mit zwei RLT-Anlagen, die die beiden Sitzungssaal-Gruppen Ost und West mit konditionierter Zuluft versorgen. In diesen Sitzungssälen (Bild 2) tagen regelmäßig die Ausschüsse des Bundesrats. Die beiden Vollklimazentralgeräte mit den Funktionen Erwärmen (inklusive Wärmerückgewinnung über Kondensationsrotoren), Kühlen, Be- und Entfeuchten der Außenluft zur Zuluft haben Nenn-Luftleistungen von 14 000 m³/h und 16 000 m³/h. Weitere Klimaanlagen im Bundesratsgebäude, auch die für den Plenarsaal, sollen in den kommenden Monaten technisch auf den neuesten Stand gebracht werden.

Nachrüstung der Luftbefeuchtung

Anfang 2017, also rund 17 Jahre nach der Inbetriebnahme der Klimaanlagen, entschied sich das Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung (BBR), welches für alle Bundesbauten im In- und Ausland zuständig ist, für einen Austausch von zunächst zwei mittlerweile technisch veralteten, energetisch ineffizienten und hygienisch nicht mehr einwandfrei arbeitenden Hochdruck-Luftwäschern im Bundesratsgebäude. Bis dahin mussten dem Befeuchtungswasser der Luftwäscher für einen (den Umständen entsprechenden) bestmöglichen Hygienebetrieb und zum Abtöten von Keimen und Bakterien stets große Mengen an Bioziden zugegeben werden.

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Autoren

Dipl.-Ing. (FH) Jörg Martin

Condair Regionalcenter Ost, Berlin.

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