Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 09-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 1

Dezentrale RLT-Geräte


In den letzten Jahren wurden Nichtwohngebäude zunehmend mit dezentralen Lüftungssystemen ausgestattet. Dezentrale Lüftungssysteme bieten dem Nutzer die Möglichkeit der individuellen Einflussnahme auf das Raumklima und haben weitere Vorteile gegenüber zentralen Systemen wie z. B. eine hohe Variabilität bei Nutzungsänderungen und einen geringen Platzbedarf der Geräte. Bei Sanierungen sind dezentrale Lüftungssysteme häufig die einzige Möglichkeit, eine mechanische Be- und Entlüftung zu realisieren.
Bei der Planung sind die Einsatzgrenzen dieser Systeme zu berücksichtigen, so ist eine Vollklimatisierung nur mit hohem Aufwand möglich (kontrollierte Be- und Entfeuchtung). Daher ist es wichtig Objektplanern, Architekten und Fachplanern eine Richtlinie an die Hand zu geben, auf deren Basis sie ein energetisch, kostengünstig und hygienisch einwandfrei zu betreibendes dezentrales Lüftungssystem planen können.
Dies wurde 2009 mit der VDI 6035 realisiert. Dort sind die wesentlichen, technisch relevanten, auch fachübergreifenden Anforderungen an raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) mit dezentralen Lüftungsgeräten, die bei der Systemauslegung, Anlagen- und Gerätegestaltung zu berücksichtigen sind, für die Anwender zusammengestellt
Damit stellt die VDI 6035 aber auch ein Beispiel dafür dar, dass Geräteanforderungen in der Raumlufttechnik im VDI durch unterschiedliche Richtlinien mit unterschiedlichen Richtliniennummern, behandelt wurden. Durch die Vielzahl der Richtlinien ist es dem Anwender nur bedingt möglich, schnell den Überblick über die relevanten Richtlinien zu erlangen. Aus diesem Grund hat sich der VDI vor geraumer Zeit dazu entschlossen, diese unter der Richtlinienreihe VDI 3803 zusammen zu führen.
Daher wurde die VDI 6035 in die Richtlinienreihe 3803 überführt und als Blatt 2 dort integriert. Neben der Zusammenführung wurde die Richtlinie inhaltlich überarbeitet und erweitert z.B .durch die Aufnahme der Sekundärluftgeräte. Die Unsicherheit der Branche bezüglich Herstellerdeklaration und der Zuordnung der Geräte zu den Ökodesignrichtlinien (EU Verordnungen Nr. 1253 und 1254) wurde aufgegriffen und die Zuordnung der Geräte entsprechend ihrer Leistungsaufnahme und ihres Nennvolumenstroms übersichtlich in einer Tabelle zusammengefasst.
Neben den Hinweisen zu den Planungsgrundlagen und den Anforderungen an die dezentralen RLT-Anlagen gibt die Richtlinie Hinweise zum energieeffizienten Betrieb der Anlagen unter Berücksichtigung des geforderten Komforts, Hinweise zum hygieneoptimierten Betrieb sowie zur Instandhaltung der Anlagen und Geräte.
Die VDI 3803 Blatt 2 „Bauliche und technische Anforderungen; Dezentrale RLT-Geräte“ erscheint im September als Gründruck.

Autoren

Dr.-Ing. Thomas Sefker

VDI, Heinz Trox Wissenschafts gGmbH, ist Vorsitzender des Richtlinienausschusses VDI 3803 Blatt 2 sowie Mitglied im Fachausschuss Raumlufttechnik des VDI.