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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Vorbild in jeder Hinsicht

Der neue und zugleich zweite Dienstsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) in Berlin ist sowohl architektonisch als auch in energetischer Hinsicht ein Vorzeigeobjekt: Moderne Räume, konsequente Barrierefreiheit und innovative Gebäudetechnik setzen zukunftsweisende Maßstäbe. Zur dezentralen Warmwasserbereitung wählten die Entscheider effiziente Produkte.


Wie alle neuen Gebäude müssen natürlich auch Regierungsbauten hohe Anforderungen an Energieversorgung und Energieeffizienz erfüllen. Zudem haben Bundesbauten eine Vorbildfunktion. Für den Bund gilt deshalb das „Maßnahmenprogramm Nachhaltigkeit“ von 2010, das den Einsatz erneuerbarer Energien vorschreibt, sowie der „Leitfaden nachhaltiges Bauen“. Darin definiert sind 45 Kriterien, von denen ein Regierungsgebäude mindestens 65 % einhalten muss.

Bild 1 Der neue und zugleich zweite Dienstsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin erfüllt höchste Nachhaltigkeitskriterien – auch in Bezug auf die Aufenthaltsqualität

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Der neue und zugleich zweite Dienstsitz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung in Berlin erfüllt höchste Nachhaltigkeitskriterien – auch in Bezug auf die Aufenthaltsqualität


Die hohen Auflagen haben die Planer beim BMBF-Neubau (Bild 1) mehr als erfüllt und darüber hinaus eine prägnante Architektur geschaffen, die sich in die prominente Nachbarschaft von Kanzleramt und Reichstag einfügt. Klar und elegant integriert sich der neue 173 m lange und 22 m hohe Baukörper in das Umfeld der Spreebogenbebauung. Er ist U-förmig angelegt und vermittelt mit seinen ruhigen Innenhöfen Transparenz und Offenheit. Die Büros sind durchgehend nach Osten, Westen oder Süden ausgerichtet und bieten eine hohe Aufenthaltsqualität.
Das Besondere jedoch ist die Zertifizierung des Gebäudes nach dem Bewertungssystem „Nachhaltiges Bauen für Bundesgebäude (BNB)“ mit der höchsten Auszeichnungsstufe „Gold“. Dieses Ergebnis ließ sich nur realisieren durch die integrative Zusammenarbeit der Architekten mit qualifizierten Fachplanern und durch ein ganzheitliches, zukunftsweisendes Haustechnikkonzept.

Kluge System- und Produktwahl

So basiert die Energieversorgung im BMBF auf zwei Anlagen: einer gasbetriebenen Brennstoffzelle und einem Blockheizkraftwerk zur Strom-, Kälte- und Wärmeerzeugung. Die Abwärme der beiden Erzeuger wird von Absorptionskältegeräten genutzt, z. B. zur Kühlung der zentralen Rechnerräume. Beheizung, Kühlung und Belüftung der Räume erfolgen über thermoaktive Heiz- bzw. Kühldecken. Zur Steigerung der Gebäudeeffizienz befinden sich Photovoltaikanlagen auf dem Dach und an der Fassade. Sie liefern rund 100 000 kWh Strom im Jahr. Durch die intelligente Vernetzung der einzelnen Anlagenkomponenten per Smart Grid ließ sich der Primärenergiebedarf des Gebäudes gemessen an den Vorschriften der aktuellen EnEV um fast drei Viertel unterschreiten.


Ein weiterer wichtiger Baustein der ressourcenschonenden Gebäudetechnik ist die dezentrale Warmwasserbereitung mit elektronischen Durchlauferhitzern. Das ausgereifte Produktportfolio von AEG Haustechnik wird den hohen Anforderungen gerecht und überzeugte die Planer durch zahlreiche Vorteile: Die Geräte sind wirtschaftlich, optisch ansprechend, alle implementierten technischen Komponenten sind auf hohe Lebensdauer ausgelegt. Durch den Einsatz von AEG Warmwasserbereitern im gesamten Gebäude erübrigten sich überdies die Investitionskosten für kilometerlange Warmwasserleitungen, außerdem sparen die dezentralen Geräte erheblich Wasser und Energie. Gegenüber einer zentralen Wasserbereitung kommt es bei Einsatz von Durchlauferhitzern zu keinen Leitungsverlusten. Obendrein entfallen Bereitschaftsenergieverluste, weil die Erwärmung des Trinkwassers im Durchfluss erfolgt und sowohl Wasser als auch Energie nur nach Bedarf bereitgestellt werden. Auf diese Weise ist bis in die oberste Etage eines jeden Gebäudes ein hoher Warmwasserkomfort gewährleistet, ohne dass bei der Entnahme erst abgekühltes Wasser ablaufen muss.

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Autoren

Dipl.-Betriebsw. (FH) René Bender

Referent Presse & Marketing, AEG Haustechnik, Nürnberg.

Partnerschaft-Model

Realisiert wurde der neue direkt an der Spree gelegene BMBF-Dienstsitz im Rahmen eines öffentlich-privaten Partnerschaft-Models (ÖPP). Die Partner verantworten neben Planung und Bau die Gebäudebewirtschaftung auf 30 Jahre. Über diesen Zeitraum hinweg mietet das Bundesbildungsministerium das Gebäude, bleibt aber Grundstückseigentümer. Nach Ablauf der Vertragslaufzeit geht das Gebäude in den Besitz des Bundesbildungsministeriums über. Insgesamt werden beim BMBF-Neubau durch das ÖPP-Verfahren 9,5 % der Kosten im Vergleich zu einer herkömmlichen Eigenbaulösung eingespart.

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