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Ausgewählte Ausgabe: 06-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Nachhaltige Schadensminimierung durch Heizungswasser-Aufbereitung

Dem Heizungswasser, seinen Anforderungen und seiner Qualität im Heizkreislauf wird noch immer zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt. Das ist fahrlässig und verursacht ungeplante Heizungsausfälle und teure Reparaturen. Wasseraufbereitung ist daher auch für kleinere Anlagen sinnvoll und ein Garant für den langlebigen und störungsarmen Betrieb der Heizung.


Die Erstauflage der VDI 2035, der Richtlinienreihe zur „Vermeidung von Schäden in Warmwasser-Heizungsanlagen“, ist schon in den 1950er Jahren erschienen. Viel Zeit ist vergangen und man sollte meinen, dass das Thema Heizungswasser und dessen Qualität nach dieser langen Zeit und verschiedenen Überarbeitungen im Markt angekommen ist. Jedoch gibt es aktuell kaum ein Thema, das die Fachleute mehr bewegt. Es scheint fast so, als gäbe es noch immer große Herausforderungen und viele offene Fragen, die im Zusammenhang mit dem Heizungswasser stehen. Doch warum? Hat sich seit mehreren Jahrzehnten nichts verändert in der Heizungstechnik? Technologische Innovationen gab es ohne jeden Zweifel, aber dieses Thema scheint nicht davon betroffen.

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Bild 1
Heiztechnik von früher (Alphabloc CB20, mannshoch) und heute (WGB 20-K Serie H, wandhängend)

Wagt man den Blick in die 1960er oder 1970er Jahre zurück, wird schnell klar, dass sich die Heizungstechnik und ihr Umfeld stark gewandelt haben. Wärme-erzeuger sind heute bei weitem kompakter als sie es früher waren. So wurden aus großvolumigen Gusseisenöfen, in denen die Schwebstoffe und Rußpartikel noch Raum hatten sich überall abzusetzen, zu kompakten wandhängenden Brennwertgeräten, die nur noch ein Bruchteil des Platzes in Anspruch nehmen, vom Gewicht ganz zu schweigen (Bild 1). Die Effizienz konnte und musste gesteigert werden, was aufgrund stetig steigender Brennstoffkosten und der notwendigen Reduzierung der Umweltbelastung mit Brennstoffrückständen notwendig wurde (Stichwort: Klimaschutz).
Ein Blick auf die Effizienzsteigerung zeigt es. So wurden vor 25 Jahren Wärmeerzeuger mit einem Normnutzungsgrad von 88 % noch ruhigen Gewissens verbaut (Tabelle 1).
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Tabelle 1
Kennwerte Heizungstechnik

Doch diese heute noch zu installieren, ist aus gutem Grund nicht mehr zulässig. Weiterer Fakt: Die Materialforschung brachte neue Werkstoffe und Werkstofflegierungen hervor. Durch die Entwicklung neuer Materialien konnte die Wärmeleitfähigkeit der Wärmetauscher verbessert und somit die Effizienz optimiert werden. Nicht zu vergessen ist hierbei die Umweltverträglichkeit im Betrieb sowie die Einhaltung der Grenzwerte der TA Luft, der „Technischen Anleitung zur Reinhaltung der Luft“. Zahlreiche weitere Entwicklungen in anderen Teilbereichen der Heiztechnik haben ebenso zu maßgeblichen Entwicklung des Wirtschaftszweigs beigetragen.
Die Wärmetauscher sind heute ebenfalls viel kompakter als vor 25 Jahren. Auch die Veränderungen in der Anlagentechnik sind allgegenwärtig. So haben die Heizsysteme von heute ein vollkommen neues Erscheinungsbild. Das Anlagenvolumen ist durch die Einbindung von Flächenheizsystemen sowie Pufferspeichern für die Einbindung von Solarthermie und regenerativen Energien (beispielsweise Geothermie, Mini BHKW, KWK) deutlich gewachsen. Ein Beispiel: Im Einfamilienhaus wurden aus 100 bis 200 Liter Kreislaufwasser vor 25 Jahren gut und gerne 1 000 Liter Füllmenge und mehr. In größeren Systemen, so bei Mehrfamilienhäusern oder Bürogebäuden, auch 5 bis 10 m³ Heizungswasser.
Damit sollte schnell klar werden – frei nach dem Motto „Die Dosis macht das Gift“ – werden in dem vorgenannten Beispiel alle wasserberührenden Bestandteile des Heizungskreislaufes mit der fünf- bis zehnfachen Menge der teilweise schädlichen Wasserinhaltsstoffe belastet.

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Autoren

 Marcus Bernhardt

Produktmanager für die Produktbereiche Wasseraufbereitung, Gas-Brennwert (Entry Level), Mikro-KWK, Heizwert und Abgassysteme bei Brötje, Rastede.