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Ausgewählte Ausgabe: 05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Mensch und Technik im Mittelpunkt

Diese alljährliche Konferenz der Technischen Akademie Heilbronn TAH hat sich im Laufe der Jahre zur größten deutschen Aufzugsveranstaltung entwickelt. Fast 350 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus der D-A-CH-Region nahmen teil. Der größte Teil der Zuhörer stammt von Überwachungsinstitutionen wie der TÜVs, aus Sachverständigenbüros und von öffentlich-rechtlichen Sicherheitsinstitutionen wie Berufsgenossenschaften.


Bild 1 Blick in den vollständig gefüllten Vortragssaal während der Eröffnung

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Blick in den vollständig gefüllten Vortragssaal während der Eröffnung

Im Programmablauf der Aufzugstage (Bild 1) bleibt neben den 13 Fachvorträgen viel Zeit für Kommunikation z. B. in der zentralen Frage- und Antwortrunde zu allen Vorträgen am Ende jeden Tages aber auch in den langen Pausen und auf dem traditionellen Winzerabend. Den großen Bezug zur Praxis stellte vor allem die begleitende Ausstellung sicher. Sie war mit rund 30 Ausstellern von Firmen und Organisationen vollständig ausgebucht.
In der Ausstellung wurde u.a. auch mehrfach direkt Bezug genommen auf das große Thema der Tagung „Arbeitssicherheit“.
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Dirk Schöffler von Stingl zeigt das neue Hinweisschild

So zeigte z. B. die Firma Stingl ein EN 81–20-konformes Hinweisschild über die Schutzraumhöhe. Solch ein Produkt wirkt auf den ersten Blick banal. Die Matte (Bild 2) birgt aber technische Raffinessen wie z. B. eine rutschfeste Oberfläche nach DIN 51130. Diese schnelle und komfortable Lösung für Unternehmen ist erst seit einem Monat auf dem Markt. Im Foyer fand sich auch die VFA-Akademie, die ihren Schwerpunkt in 2017 ebenfalls auf die Arbeitssicherheit gelegt hat. Dort finden sich z. B. Seminare über „Gefährdungsbeurteilung für Instandhaltungsunternehmen und Betreiber“ sowie „Elektrofachkraft für festgelegte Tätigkeiten im Aufzugsbau“ – siehe www.vfa-interlift.de/de/akademie/seminare/uebersicht.html

Das Thema „Arbeitssicherheit“ zeigte sich auch bereits im Motto der Konferenz „Der Aufzug – ein sicherer Platz”, das der Tagungsleiter Klaus Dietel, TÜV Nord Systems, ausgerufen hatte. Den Anlass, es gerade in diesem Jahr an so prominenter Stelle aufzunehmen, bot die neue Betriebssicherheitsverordnung.
Wie der Redner Ralf Tobergte, OSMA, ausführte, sind 80 % der Unfälle verhaltensbezogen. Dabei liegen die Gründe im Termin- und Zeitdruck, unpassender körperlicher Eignung sowie mangelndem Wissen und Können. Möchte man Unfallursachen beseitigen, sind technische Maßnahmen Priorität 1. Auf Platz 2 liegen organisatorische Maßnahmen. Und auf Rang 3 finden sich personelle Maßnahmen wie z. B. Unterweisungen und Weiterbildungen. Standardfälle kann man u. a. in einer kostenlosen Broschüre in einem für alle leicht verständlichen Comic-Stil mit Ampelprinzip von der European Lift Association ELA nachlesen, die auch in deutscher Sprache vorliegt – siehe http://ela-aisbl.eu/index.php/main-themes/safety
Wolfgang Rösch, Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung DGUV, stellte drei neue Publikationen vor, die sich mit der Arbeitssicherheit in Aufzugsanlagen befassen. Die DGUV-Information 209– 053 gilt für alle Tätigkeiten an Aufzugsanlagen. Sie ist eine Aktualisierung der BGI 779, d. h. u. a. die Rechtsbezüge wurden darin aktualisiert. In 2016 gab es vier tote Monteure. Woran liegt es? Folgerungen aus den bisherigen Unfällen wurden ebenfalls in dem Heft gezogen. Man kann die Broschüre kostenfrei herunterladen unter www.arbeitssicherheit.de/de/html/library/document/ 5004948%2C1. Eine zweite Schrift über die seit 20 Jahren stattfindenden Gefährdungsbeurteilungen erscheint im April.

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Autoren
Undine Stricker-Berghoff

Dipl.-Ing. (TU), CEng Undine Stricker-Berghoff

MEI VDI, Coach und Consultant für Management und Marketing in der Energie- und Gebäudetechnik, ProEconomy, Travemünde.

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