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Ausgewählte Ausgabe: 05-2017 Ansicht: Modernes Layout
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EnEff-OP-Luft: Energieeffiziente Belüftung in multifunktionalen Operationsräumen

In Operationsräumen der höchsten Reinheitsanforderung (Raumklasse Typ 1a) ist laut DIN 1946 T.4 zur Belüftung ein TAV-Deckenfeld von rund 10 m² und ca. 100-fachem Luftwechsel (ca. 11 000 m³/h) vorgeschrieben. Trotz des hohen energetischen Aufwands von rund 30 MWh/a pro OP allein zur Luftbeförderung und Luftkonditionierung sind diese OP-Decken mit TAV nicht in der Lage, im Realbetrieb bei Operationen die Schutzwirkung am OP-Tisch sicherzustellen.


Visualisierung der Luftströmung beim Einsatz einer TAV-Decke im OP

Visualisierung der Luftströmung beim Einsatz einer TAV-Decke im OP

Die technische Ausstattung der OPs, z.B. Lampen, Deckenversorgungseinheiten (DVE), das OP-Personal und die Nutzung von Medizingeräten sowie von bildgebenden Verfahren in modernen OPs, z.B. mobile C-Bögen, stellen Störgrößen für die Raumluftströmung dar. Durch diese Vielzahl geometrischer und thermischer Störkörper bricht die Schutzwirkung der Verdrängungsströmung im Wundbereich über dem OP-Tisch zusammen (siehe beispielhaft die Darstellung im Bild). Die Gefahr von Wundkontaminationen kann sich dadurch erhöhen. Jährlich werden in Deutschland rund 16,2 Mio. Operationen durchgeführt, bei denen in etwa 225 000 Fällen postoperative Wundinfektionen auftreten (1,9 %). Neben der gesundheitlichen Beeinträchtigung des Patienten verursacht der erhöhte Behandlungsaufwand jährliche Zusatzkosten von rund 3 Mrd. Euro für das Gesundheitswesen.
Um den steigenden Anforderungen an eine universelle Nutzung von OPs gerecht zu werden und dennoch die höchste Schutzwirkung zu gewährleisten, wird am Hermann-Rietschel-Institut der TU-Berlin seit März 2017 unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Martin Kriegel ein dreijähriges Forschungsprojekt zur energieeffizienten Belüftung von multifunktionalen OPs durchgeführt. Das Vorhaben wird mit einer Summe von etwa 800 000 Euro durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) gefördert (FKZ: 03ET1454A). In Begleitung durch das Robert-Koch-Institut (RKI) und der Charité – Universitätsmedizin Berlin sowie der Unterstützung von Unternehmen aus dem Bereich der Medizin- und Lüftungstechnik werden auf Grundlage der Untersuchungsergebnisse Ausführungs- und Handlungsempfehlungen erarbeitet mit denen die Übertragbarkeit der Ergebnisse von der Forschung in die Praxis gewährleistet ist.

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