Noch keinen Zugang? Dann testen Sie unser Angebot jetzt 3 Monate kostenfrei. Einfach anmelden und los geht‘s!
Angemeldet bleiben
Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
| Artikelseite 1 von 7

Entwicklungsstand in der Automatisierungstechnik

Mit dem in diesem Heft beginnenden mehrteiligen Beitrag wird wieder ein Überblick über den aktuellen Stand der Steuer-, Regelungs- und Automatisierungstechnik sowie von neuen Techniken und Technologien in der Heizungsbranche zur diesjährigen ISH gegeben. Er erhebt aber, wie immer, keinen Anspruch auf Vollständigkeit.


Die UN-Klimakonferenz 2015 in Paris hat die weltweiten Anstrengungen zum Schutz des Klimas auf eine neue und ambitionierte Grundlage gestellt. Bis 2050 ist eine nahezu vollständige Dekarbonisierung der Energieversorgung angestrebt. Die CO2-Emmissionen sollen bis dahin in den Bereichen Mobilität, Industrie und Gebäude massiv reduziert werden. Für den Gebäudebestand gilt eine Maßgabe von minus 85 %. Das Übereinkommen gibt den Staaten den klaren Auftrag, dieses Ziel mit nationalen Klimaschutzplänen und -maßnahmen konsequent umzusetzen. Die Marktzahlen in Deutschland haben aber gezeigt, dass die Modernisierung im Wärmemarkt immer noch nicht so richtig in Gang gekommen ist, wie es für ein Erreichen der politisch vorgegebenen Klimaschutzziele eigentlich erforderlich wäre.
Vor diesem Hintergrund konzentrieren sich die Heiztechnikhersteller weiter darauf ihre strategische Ausrichtung noch stärker als bisher auf Technologien, die erneuerbare Ressourcen als Energieträger nutzen, zu lenken. Vor allem hocheffiziente Wärmepumpen, die auf Basis von Umweltwärme und Strom betrieben werden, stehen dabei bei einigen Herstellern im Fokus. Effiziente öl- und gasbasierte Systeme werden auch in den nächsten Jahren noch eine bedeutende Rolle im Wärmemarkt spielen, im Rahmen der Energiewende wird Strom aber zum wesentlichen Energieträger werden. Daher werden Energiemanagementsysteme zur Steuerung strombasierter Komponenten zur Sektorkopplung, d. h. zur Einbindung von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen, Brennstoffzellenheizgeräte und Batteriespeicher immer wichtiger. Die Brennstoffzellenheizung, ein innovatives Gerät zur Kraft-Wärme-Kopplung, wurde von einigen Herstellern bereits erfolgreich im Markt eingeführt. Schade, dass nun ein großer Heiztechnikhersteller in dieser Technologie vorerst keine Zukunft sieht und das Brennstoffzellenheizgerät bei sich auf Eis gelegt hat.
Die Digitalisierung, das Schlagwort der Messe, hat bereits jetzt im Heiztechnikbereich zu einem großen Strukturwandel geführt. Neben der strategischen Ausrichtung ihres Produktportfolios auf sich verändernde Marktbedingungen treiben die Heiztechnikhersteller ihren Digitalisierungskurs als strategisches Wachstumsfeld weiter voran. Schwerpunkte sind dabei die zunehmende Vernetzung des Produktportfolios, neue Geschäftsmodelle mit digitalen Dienstleistungen (digitale Services), webbasierte Vertriebskonzepte und eine Vernetzung von Produktentwicklungs- und Fertigungsprozessen. Den Kunden werden vernetzbare Produkte und dazu passende Serviceangebote angeboten. Darüber hinaus bauen die Heiztechnikhersteller ihre digitalen Kommunikations-, Vertriebs- und Servicekanäle auch weiter aus. Die digitalen Services sollen dabei den Planer / Fachhandwerker bei seinen Tätigkeiten noch besser unterstützen, von der Kundenakquise über eine schnelle online Angebotserstellung bis hin zur Unterstützung in der Installationsphase und eine Überwachung/Optimierung des laufenden Betriebs. Es muss hierbei nur bedacht werden, dass die Fachhandwerker nicht mit zu vielen Apps überfrachtet werden und auf dem Digitalisierungskurs der Heiztechnikhersteller auch Stück für Stück mitgenommen werden.

Systemregelungen und Bediengeräte

Mit dem neuen Regelgerät Logamatic 5311 für mittlere und große Kesselanlagen in Mehrfamilienhäusern, Verwaltungsgebäuden und gewerblichen Anwendungen erweitert Buderus das Regelsystem Logamatic 5000. Die digitale Regelung Logamatic 5311 eignet sich für Heizkessel mit Gebläse- oder Fremdbrenner und ist modular erweiterbar. Mit der Logamatic 5311 lassen sich ein- oder zweistufige sowie modulierende Brenner ansteuern. Sie ist über vier Modulsteckplätze flexibel mit den fünf CM-Funktionsmodulen des Regelsystems Logamatic 5000 erweiterbar. So lassen sich mit dem Kaskadenmodul CM einzelne Wärmeerzeuger mit Logamatic 5311 kombinieren und in Kaskade schalten. Brennwertkessel mit Logamatic 5311 arbeiten dann optimal im System mit Blockheizkraftwerken, anderen Wärmeerzeugern oder Pufferspeichern zusammen. Der Datenaustausch der Regelgeräte erfolgt über die integrierte IP-Schnittstelle oder, wo möglich, per EMS-Datenbus. Pro Anlage lassen sich über mehrere Funktionsmodule CM maximal 16 konventionelle Wärmeerzeuger mit ein- oder zweistufigen sowie modulierenden Brennern in das Heizsystem einbinden. Zentrales Bedienelement der Logamatic 5311 ist der 7-Zoll-Bildschirm, der Systemkomponenten, Heizungsparameter und Regelgerätedaten übersichtlich anzeigt. Der LED-Streifen am Regelgerät zeigt mittels verschiedener Farben den aktuellen Systemstatus der Anlage auf einen Blick an. Die integrierte IP-Schnittstelle ermöglicht außerdem das Fernwirken über das Internet, etwa über das Buderus Control Center Commercial.

Seite des Artikels
Autoren

Dr.-Ing. Dieter Pfannstiel

(DiWiTech - Ingenieurpraxis für technische und wissenschaftliche Dienstleistungen, Breitenbach a.H. , www.DiWiTech-Pfannstiel.de), Spezialist für Mess-, Steuerungs-, Regelungs-, Automatisierungtechnik, Haus- und Gebäudeautomation sowie BDSF-geprüfter und nach DIN EN ISO / IEC 17024 zertifizierter Sachverständiger für das gleiche Fachgebiet.

Verwandte Artikel

Entwicklungsstand in der Automatisierungstechnik

Schnell ins System

Mensch und Technik im Mittelpunkt

Stärkere strategische Fokussierung auf erneuerbare Energien und Wärmepumpentechnologien

Mit Wachstum ins Jubiläumsjahr gestartet

Auf den Bedarf der Menschen abgestimmt