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Ausgewählte Ausgabe: 04-2017 Ansicht: Modernes Layout
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Monetäre Einsparpotentiale am Beispiel des Heizkörperstellantriebs

Die Fähigkeiten moderner Heizkörperstellantriebe gehen bereits seit geraumer Zeit über die reine Temperaturregulierung des jeweiligenHeizkörpers hinaus. Mit Hilfe einer intelligenten Elektronik und der Vernetzung von Stellantrieb und weiteren Heizungskomponenten eröffnen moderne Stellantriebe diverse Möglichkeit Heizkosten zu sparen. Neben der Darstellung zwei der wichtigsten Heizungsregelverfahren soll in diesem Beitrag darauf aufmerksam gemacht werden, welche Aspekte einen funktionalen und technisch hochwertigen Stellantrieb ausmachen.


Im Fokus des ersten Teils dieses Beitrages*) (Lesen Sie hier den ersten Teil des Beitrages) stand der hydraulische Abgleich nach jetzigem Stand der Technik und dessen wirtschaftliche Bewertung. Der vorliegende zweite Teil beschäftigt sich mit der Vorlauftemperaturadaption und der Relevanz des Stellantriebs im Heizungssystem.

Vorlauftemperaturadaption

Ideen, Ansätze und Konzepte zur Anpassung und Optimierung der Vorlauftemperaturen in Heizungssystemen sind schon seit geraumer Zeit Entwicklungsbestandteil der Heizungstechnikbranche. Das Ziel ist dabei denkbar einfach und logisch. Die thermischen Energieverluste einer Heizungsanlage können durch die bedarfsorientierte Anpassung der Vorlauftemperatur reduziert werden, indem Bereitstellungs-, Verteilungs- und Übergabeverluste minimiert werden. Die praktische Umsetzung eines solchen Verfahrens in einem komplexen Heizungssystem ist auf der anderen Seite keine triviale Aufgabe. Innerhalb der fachlichen Diskussion und der Publizierung von Beiträgen in Fachzeitschriften und Literaturwerken haben sich bestimmte Ansätze und Verfahren als „Stand der Technik“ etabliert.
Ein besonderes Augenmerk ist dabei auf die Verfahren „adapterm“ von Techem sowie auf das „Impulsverfahren“ nach Baumgarth zu legen. Ziel beider Verfahren ist es, den Heizwärmebedarf im Raum zu ermitteln und die Information darüber im Heizgerät bei der Stellung der Sollvorlauftemperatur zu berücksichtigen. Die beiden genannten Verfahren unterscheiden sich dabei im Wesentlichen anhand der jeweiligen Ermittlung des Wärmebedarfs. Während bei dem „adapterm“ Verfahren die Heizkörperoberflächen- und Raumlufttemperatur ausgewertet wird, wird bei dem Impulsverfahren nach Baumgarth der Hub der Regelventile an den Heizkörpern oder die Regelabweichung aus der Einzelraumregelung ausgewertet.10)
Nachfolgend werden die beiden genannten Verfahren sowie deren Funktions- und Wirkungsweise nochmals ausführlich aufgeführt und erläutert.

Vorlauftemperaturadaption mit dem adapterm Verfahren

Bei dem „adapterm“ Verfahren handelt es sich um ein von dem Unternehmen Techem entwickeltem Verfahren zur bedarfsgeführten Anpassung der Vorlauftemperatur. Techem ist ein Unternehmen aus dem Bereich des Energiemanagements für Immobilien und bietet unter anderem Produkte und Dienstleistungen zur Heizkostenabrechnung an. Ein Schlüsselprodukt von Techem ist der Heizkostenverteiler zur Erfassung der benötigten Wärmeenergie an einem Heizkörper. Die elektronische Ausführung des Heizkostenverteilers ist auch eine der zentralen Komponenten innerhalb des „adapterm“ Verfahrens, da sie über je einen Temperaturfühler zur Erfassung der Heizkörper- und der Raumtemperatur verfügt.11) Das „adapterm“ System verfolgt dabei das Ziel durch die Integration eines Kommunikationsnetzes die Informationen der elektronischen Heizkostenverteiler zu nutzen, um die Vorlauftemperatur des Heizsystems bedarfsgerecht anzupassen und um somit Energieverschwendung zu reduzieren. Bild 4 zeigt die Systemarchitektur des „adapterm“ Systems.12)

Bild 4 Systemarchitektur des „adapterm“ Verfahrens13)

Bild 4
Systemarchitektur des „adapterm“ Verfahrens13)


Neben den am Heizkostenverteiler aufgenommenen Messwerten wird für das „adapterm“ Verfahren zusätzlich eine zentrale Messung der Vorlauftemperatur des Heizkreises benötigt. Aus der zentralen Vorlauftemperatur des Heizkreises, der Heizkörperflächentemperatur und der Raumtemperatur kann das jeweilige Betriebsleistungsverhältnis (BLV) eines Heizkörpers ermittelt werden. Das Betriebsleistungsverhältnis gibt dabei das Verhältnis der Wärme-leistung bei aktueller Vorlauftempe- ratur und aktuellem Massenstrom zu der Wärmeleistung bei aktueller Vorlauftemperatur und Nennmassenstrom an.14)

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Autoren

Prof. Dr.-Ing. Peter Glösekötter

Jahrgang 1971, Institut für Energie und Prozesstechnik (IEP) an der FH Münster.

M. Eng. Michael Jüdiges

Jahrgang 1986, ist Geschäftsführer der Jüdiges Energie- und Gebäudetechnik GmbH und Bereichsleiter Vertrieb, Marketing und Service der iEXERGY GmbH, Münster.

M. Sc. Christopher Schwering

Jahrgang 1991, ist Projektingenieur TGA Planung bei der:agn Niederberghaus & Partner GmbH, Düsseldorf.

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